Schufa-Eintrag löschen lassen: In 5 Schritten zur besseren Kreditwürdigkeit

Die Schufa hat einen enormen Einfluss auf das tägliche Leben. Ein negativer Eintrag kann zur Ablehnung von Krediten oder Verträgen führen. Bei der Schufa sind Daten zu 66,3 Millionen Personen gespeichert – ein Irrtum ist durchaus möglich. Deshalb ist es ratsam einen negativen Schufa-Eintrag löschen zu lassen. Wir verraten Ihnen wie sie Negativeinträge löschen lassen?

Wo erfahre ich, ob ich negative Schufa-Einträge habe?

Oftmals interessieren sich Verbraucher kaum für ihr Schufa-Rating. Wird ein Kredit abgelehnt, ist der Ärger groß. „Ich habe alle Rechnungen bezahlt!“ lautet eine gängige Aussage. Um böse Überraschungen zu verhindern, sollten Sie einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft anfordern.

Wichtige Information

Nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz ist die Schufa verpflichtet, eine jährliche Datenübersicht zu erstellen. Dies geschieht kostenlos auf Anfrage des Verbrauchers.

Von sich selbst aus verschickt die Schufa keine Kontrollblätter. Was viele Verbraucher nicht wissen: Die Schufa ist eine private Firma und keine staatliche Institution. Somit ist das Unternehmen an hohen Gewinnen interessiert. Daher hat sie 2005 das Portal meineSCHUFA ins Leben gerufen. Hier können sich Verbraucher jederzeit über ihre Einträge informieren. Für diesen Service verlangt die Schufa eine monatliche Grundgebühr.

Ein Unternehmen muss den Schufa-Eintrag ankündigen. Es sind zwei Abmahnungen vor einem negativen Vermerk notwendig. Spätestens vier Wochen vor dem Eintrag hat ein Hinweis zu erfolgen. Das ist eine zwingende Vorschrift des Gesetzgebers (§ 28a BDSG). Haben Sie keine Post erhalten, liegen keine neuen Einträge vor.

Wie gehe ich am besten bei falschen Schufa-Einträgen vor?

Bei über 380.000 Auskünften am Tag sind Flüchtigkeitsfehler keine Seltenheit. In Deutschland kommen viele Namen doppelt oder dreifach vor. Eine Verwechslung kann zur falschen Zuordnung führen. Das Negativmerkmal gehört einer anderen Person. Die Schufa ist hinsichtlich der Korrektheit auf ihre Vertragspartner angewiesen.

Wenn Banken, Handyanbieter und Onlineshops fehlerhafte Daten liefern, kann die Auskunftei wenig machen. So können sich weitere Fehler einschleichen, da die Schufa klare Löschfristen für Einträge hat.

Beispiel:
Die Rechnung ist schon seit 4 Monaten beglichen, der Gläubiger meldet diesen Sachverhalt erst 3 Monate später.

Die eingereichten Daten werden nicht überprüft – außer der Verbraucher beschwert sich über einen Fehler. In diesem Fall ist eine vorzeitige Löschung möglich. Dafür müssen Sie den Eintrag bei der Schufa beanstanden. Im Anschluss nimmt sie Kontakt mit der Firma auf und klärt den Sachverhalt. Es liegt ein Falscheintrag vor? Je nach Fall wird der Fehler gelöscht oder korrigiert.

Welche Schufa-Einträge kann man überhaupt löschen lassen?

Falscheinträge

Die Schufa braucht eine Faktengrundlage, um Einträge in ihrer Datenbank zu behalten. Das hat der Gesetzgeber zum Schutz der Verbraucher festgelegt. Daher lassen sich fehlerhafte Schufa-Daten problemlos entfernen. Dies können falsche oder bereits beglichene Forderungen sein. Längst gelöschte Konten tauchen ebenfalls auf.

Geringfügige Schulden

Beträgt die Forderung höchstens 2.000 Euro, kann der Eintrag sofort gelöscht werden. Dafür ist die komplette Summe innerhalb von 6 Wochen nach der Meldung zu begleichen. Außerdem darf die Schufa erst nach dem 1. Juli 2012 über die Schulden informiert worden sein. Es sollte sich nicht um eine titulierte Forderung handeln. Letzte Voraussetzung ist die Bestätigung des Gläubigers.

Wichtige Information

Schufa-Einträge über offene Schulden können nicht gelöscht werden.

Titulierte Forderungen

Der Schuldner ist mehrfachen Aufforderungen nicht nachgekommen. Nun beantragt der Gläubiger einen Mahnbescheid, aus dem sich der Vollstreckungsbescheid ergibt. Es folgt die Zwangsvollstreckung oder die eidesstattliche Versicherung. Die Schufa erlaubt nur einen Ausweg: Der Schuldner muss die offene Forderung begleichen.

Hat er seine Schulden abbezahlt, wird der Eintrag beim zuständigen Amtsgericht entfernt. Nun muss der Gläubiger die Löschung einwilligen. Das geschieht anhand eines Erledigt-Vermerks an die Auskunftei. Stellt sich der Gläubiger quer, ist keine vorzeitige Entfernung möglich.

Wo kann man Schufa-Einträge löschen lassen?

Es kommt darauf an, wer den Vermerk eingetragen hat. Der ursprüngliche Vertragspartner hat seine Forderung womöglich abgetreten. Handelt es sich um ein Inkassobüro, ist das der richtige Ansprechpartner.

Ist ein Merkmal wie die Adresse falsch eingetragen, wenden Sie sich direkt an die Schufa. Ein kurzes Anschreiben mit den entsprechenden Nachweisen genügt. Das ist die Adresse:

SCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum

Sonst erfolgt der Kontakt über den ehemaligen Gläubiger. Achten sie bei der Vorgehensweise dabei auf folgende Punkte:

  • Fordern Sie ihn zur Berichtigung der Daten auf.
  • Schreiben Sie der Schufa ebenfalls einen Brief.
  • Setzen Sie eine Frist von 3 Wochen, um sich juristische Optionen zu wahre.

Das Unternehmen sollte einen Erledigungsvermerk ausstellen und den neuen Sachverhalt an die Auskunfteien weiterleiten. Einige Händler sind bei anderen Dienstleistern wie Boniversum, Bürgel, Deltavista oder Infoscore vertreten. Daher sollte der Kontakt über den Gläubiger erfolgen. Er kann die Korrektur an weitere Auskunfteien melden.

Muss ein Lösch-Antrag bei der Schufa begründet werden?

Nein, es braucht keine Begründung. Die Anfrage läuft über den Gläubiger bzw. das Inkassobüro. Bitten Sie ihn um die Löschung des Schufa-Eintrags. Hier sind ein paar Worte über den Einzelfall hilfreich. Wer möchte, kann der Schufa eine Bestätigung schicken, um auf Nummer sicher zu gehen.

Gibt es automatische Löschfristen bei der Schufa?

Die übliche Löschfrist für Forderungen liegt bei drei Jahren. Daten aus Schuldnerverzeichnissen von Amtsgerichten werden auf den Tag genau gerechnet. Fällige Forderungen orientieren sich am Jahresende: Der Eintrag vom 11.04.2017 ist am 31.12.2020 gelöscht. Bei ungeklärter Sachlage verlängert sich die Frist um ein weiteres Jahr.

Die Löschfristen von Einträgen sind klar definiert:
  • Falscheinträge: sofort
  • Geldbeträge unter 2.000 Euro: sofort, wenn Rückzahlung innerhalb von 6 Wochen erfolgt
  • Infos über Girokonten und Kreditkarten: bis zur Kündigung des Kontos
  • Kreditanträge: 12 Monate nach Anfrage
  • Kreditkonditionen: 12 Monate nach Anfrage (für Firmen nicht sichtbar)
  • Infos über Kredite: 3 Jahre nach Rückzahlung
  • Daten aus Schuldnerverzeichnissen: 3 Jahre – vorzeitig mit Nachweis vom Amtsgericht möglich

Wie ist der zeitliche Ablauf, wenn ich Schufa-Daten löschen lassen will?

Nur bei der schnellen Rückzahlung ist eine Frist einzuhalten. Nach sechs Wochen müssen die Schulden von maximal 2.000 Euro beglichen sein. Um den Rest kümmert sich der betroffene Gläubiger. Erinnern Sie ihn kurz an den negativen Eintrag – damit er ihn nicht vergisst. Beim Amtsgericht sind keine Fristen einzuhalten. Der Fall wird von der Schufa bearbeitet, sobald die notwendigen Nachweise eintreffen.

Anleitung: So kann man einen negativen Schufa-Eintrag löschen lassen

Es gibt nur eine einzige Voraussetzung: Die Forderung muss beglichen sein. Wenn das erfüllt ist, könnte es mit der Entfernung klappen. So löschen Sie einen Schufa-Eintrag in fünf Schritten!

1. Eigenauskunft anfordern

Seit 2010 haben Verbraucher das Recht auf eine jährliche Schufa-Auskunft. Gehen Sie auf die Webseite meineschufa.de und wählen Sie Auskünfte aus. Die Auskunftei versucht Produktpakete zu verkaufen. Unter dem Reiter „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ können Sie Ihre gesetzliche Gratis-Auskunft anfordern. Das ist eine PDF zum Ausfüllen mit Ihren Daten. Außerdem ist eine Kopie des Personalausweises erforderlich. Füllen Sie das Dokument aus und schicken Sie es an die Schufa.

2. Prüfung der Selbstauskunft

Ungefähr zwei Wochen später sollte die Eigenauskunft eintreffen. Es handelt sich um ein Papier mit positiven und negativen Einträgen. Prüfen Sie alle Vermerke auf ihre Richtigkeit. Gibt es veraltete Girokonten? Wie sieht es mit bezahlten Krediten aus? Sind alle Beträge korrekt angegeben? Die negativen Einträge stehen im Fokus.

3. Fehler notieren

Haben Sie einen falschen Vermerk gefunden? Schreiben Sie sich alle Punkte auf, die Ihnen verdächtig erscheinen. Nun müssen Sie die Löschfristen zurate ziehen. Nutzen Sie die obere Tabelle, um die Fristen zu vergleichen.

4. Ansprechpartner finden

Liegt in den Kontaktdaten (Name, Wohnort) ein Fehler vor, wenden Sie sich an die Schufa. Sonst ist die jeweilige Firma der erste Ansprechpartner. In der Selbstauskunft finden Sie den Namen des Unternehmens. Eventuell hat ihr Anwaltsteam die Forderung an ein Inkassobüro übertragen.

5. Negative Einträge löschen

Reichen Sie Ihren Änderungswunsch parallel ein – also bei der Schufa und beim Unternehmen. Bitte denken Sie daran, dass Firmen mit mehreren Auskunfteien zusammenarbeiten. Indem Sie die Firma auf ihren Fehler hinweisen, kann sie alle Angaben berichtigen. Im Gegensatz fragt die Schufa bei der Firma direkt an. Setzen Sie dem Betrieb eine 3-wöchige Bearbeitungsfrist. So wird sich entweder die Schufa oder das Unternehmen um den Sachverhalt kümmern. Nun müssen Sie sich gedulden, bis die Änderung vollzogen ist. Tut sich nichts, können Sie einen Anwalt einschalten.

Dieser Content wurde recherchiert und verfasst von der VEXCASH Redaktion, ihre Experten für Autokredite mit kurzer Laufzeit.