{"id":19113,"date":"2018-09-04T17:09:25","date_gmt":"2018-09-04T15:09:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.vexcash.com\/blog\/?page_id=19113"},"modified":"2018-09-17T16:14:35","modified_gmt":"2018-09-17T14:14:35","slug":"verzinsung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/finanzlexikon\/verzinsung\/","title":{"rendered":"Verzinsung"},"content":{"rendered":"<p>Die Verzinsung einer Geldanlage beschreibt die Entlohnung des Kunden durch die Aussch\u00fcttung der Zinsen. Der Kunde eines Geldinstituts stellt einen Betrag in bestimmter H\u00f6he bereit, den die Bank gewinnbringend anlegen kann. F\u00fcr einen klar geregelten Zeitraum fallen auf diesen Betrag Zinsen an, deren H\u00f6he auf unterschiedliche Art festgelegt wird. Gebr\u00e4uchlich sind hierbei <strong>variable wie statische Zinss\u00e4tze<\/strong>. Nach Ablauf dieses Zeitraums erh\u00e4lt der Kunde seinen urspr\u00fcnglichen Betrag plus Zinsen zur\u00fcck. H\u00e4ufig erstreckt sich die Anlage \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit. Der Anleger erh\u00e4lt \u2013 ja nach Vereinbarung \u2013 eine <strong>regelm\u00e4\u00dfige Zinsaussch\u00fcttung<\/strong>. Neben der Laufzeit f\u00e4llt auch die H\u00f6he des Zinssatzes von Bank zu Bank unterschiedlich aus. Gleiches gilt bei variablen Zinss\u00e4tzen, deren Ver\u00e4nderungen ebenfalls bankentypisch zu erkl\u00e4ren sind und speziellen Kursen und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten folgen.<\/p>\n\n<div class=\"calulatorboxk\">\n<p><iframe class=\"iframek\" src=\"https:\/\/www.vexcash.com\/Extern\/ExternalCalculatorDropDownList\" width=\"100%\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<h2>Besteuerung<\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich <strong>gelten <a href=\"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/finanzlexikon\/zinsen\/\">Zinsen<\/a> als Gewinne, die der Besteuerung unterliegen<\/strong>. Der Gesetzgeber sieht hierf\u00fcr den sogenannten Sparerpauschbetrag vor, der <strong>Zinsgewinne bis 801 Euro ohne Besteuerung<\/strong> versieht, f\u00fcr alle dar\u00fcber liegenden Betr\u00e4ge die Kapitalertragssteuer berechnet. Diese ist weder gestaffelt noch in der H\u00f6he dynamisch, sondern mit festgelegten 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidarit\u00e4tszuschlag ein statischer Prozentsatz. Diese Regelung gilt allerdings nur f\u00fcr <strong>Ertr\u00e4ge aus Guthaben, die nach dem 31.12.2008 angelegt wurden<\/strong>. Vor diesem Stichtag verzinstes Verm\u00f6gen unterliegt der alten Methode eines stufenweise greifenden Steuersatzes und wird entsprechend mit einem Prozentsatz zwischen 10 und 35 Prozent besteuert.<\/p>\n<h3>Festgeldanlage<\/h3>\n<p>Die ertragreichste Verzinsung erzielen Anleger mit einer Festgeldanlage. Nach diesem Modell \u00fcberl\u00e4sst der Sparer der Bank einen Betrag in bestimmter H\u00f6he und \u00fcber einen festen Zeitraum und zu einem unver\u00e4nderlichen Zinssatz. Nach Ablauf flie\u00dfen Kapital und Zinsen zur\u00fcck zum Bankkunden. <strong>Festgeldkonten<\/strong> k\u00f6nnen jederzeit neu verzinst werden, auch jahrelange Abschl\u00fcsse sind \u00fcblich. W\u00e4hrend dieser Phase ist es dem Sparer allerdings nicht m\u00f6glich, \u00fcber sein Verm\u00f6gen zu verf\u00fcgen. Lediglich gegen eine hohe Geb\u00fchr besteht die Option der vorzeitigen Aufl\u00f6sung des Festgeldkontos. Die durch lange Laufzeiten entstehende Planungssicherheit honorieren die Banken mit deutlich attraktiveren Zinsen als bei vergleichbaren Anlageformen.<\/p>\n<h3>Giro- Tagesgeldkonten<\/h3>\n<p>Zu diesen geh\u00f6ren etwa Giro- und Tagesgeldkonten. Beide erm\u00f6glichen den spontanen Zugriff auf das Ersparte, der ohne Abschlagszahlungen oder Zinsentsch\u00e4digungen vonstattengeht. Im Gegenzug setzen Banken einen niedrigen Zinssatz an, sch\u00fctten den daraus erzielten Gewinn allerdings monatlich bzw. quartalsweise aus. Um den pl\u00f6tzlichen Kapitalverlust durch eine Niedrigzinsphase zu verhindern, gew\u00e4hren zahlreiche Banken ihren Kunden einen Mindestzinssatz. F\u00fcr jede Variante der Kontof\u00fchrung ist ein gesonderter Antrag zu stellen, Zinsgewinne werden von den Banken grunds\u00e4tzlich dem Finanzamt gemeldet.<\/p>\n<h2>Welche Kriterien spielen im Rahmen der Verzinsung eine Rolle?<\/h2>\n<p>Der deutsche Gesetzgeber verzichtet darauf, den Zinsbegriff zu definieren. Er setzt ihn als bekannt voraus. Der Zins bezeichnet die Verg\u00fctung, die ein Schuldner einem Gl\u00e4ubiger f\u00fcr die zeitlich begrenzte Bereitstellung von Kapital zu entrichten hat. Deutlich wird dieses Verst\u00e4ndnis etwa in den vertragstypischen Pflichten beim Darlehensvertrag gem\u00e4\u00df \u00a7 488 Abs. 1 BGB. Dieser verpflichtet den Darlehensgeber (Gl\u00e4ubiger), dem Darlehensnehmer (Schuldner) einen bestimmten Geldbetrag zur Verf\u00fcgung zu stellen und diesen neben der R\u00fcckzahlung der Darlehenssumme zur Zahlung eines geschuldeten Zinses an den Darlehensgeber. Praktisch ebenso funktioniert die klassische, verzinste Geldanlage. Die Verzinsung bestimmt dabei, <strong>welche Kriterien bei der konkreten Berechnung der Zinsen anzuwenden sind<\/strong>. Entscheidend daf\u00fcr sind: die H\u00f6he des zu verzinsenden Kapitals, der Zinssatz, das Zinsintervall bzw. die Zinsperiode und die Gesamtlaufzeit. Der Zinssatz entspricht dem Zins in Prozent. Das Zinsintervall gibt die Zeitabst\u00e4nde an, in denen der Zins w\u00e4hrend der Laufzeit regelm\u00e4\u00dfig anf\u00e4llt. Es handelt sich bei der Verzinsung damit um angewandte Prozentrechnung.<\/p>\n<h2>Welche Bedeutung kommt der Zinsmethode im Rahmen der Verzinsung zu?<\/h2>\n<p>Die Zinsmethode legt fest, mit wie vielen Tagen eine Laufzeit von unter einem Jahr in der Zinsberechnung Ber\u00fccksichtigung findet. F\u00fcr die beiden Zeiteinheiten Jahr und Monat lassen sich die Tageszahlen auf zwei Arten festlegen. Die Exaktere sieht vor, die <strong>kalendarische Realzahl an Tagen anzusetzen<\/strong>. Ihre Bezeichnung lautet daher auch kalenderecht oder kalendergenau. Die entsprechende Abk\u00fcrzung &#8222;act&#8220; folgt aus dem englischen Begriff &#8222;actual&#8220; f\u00fcr tats\u00e4chlich. Die praktischere Variante setzt einheitliche Tageszahlen fest, 30 Tage f\u00fcr jeden Monat und zumeist 360 Tage f\u00fcr jedes Basisjahr. Die Kurzschreibweisen der verschiedenen Zinsmethoden ergeben sich aus den m\u00f6glichen Kombinationen beider Varianten. Zum Beispiel nutzt die Deutsche oder kaufm\u00e4nnische Zinsmethode die Pauschalversion 30\/360, w\u00e4hrend die kalendergenaue oder Effektivzinsmethode mit act\/act tagesgenau arbeitet. Eine Kombination aus act\/360 sieht die <strong>Euromethode<\/strong> vor, die auf dem Geldmarkt der Eurozone inklusive der Schweiz Anwendung findet.<\/p>\n<h2>Welche Verzinsungsformen gibt es?<\/h2>\n<p>Die verschiedenen Verzinsungsformen lassen sich nach Verzinsungsart und Zinsintervall unterscheiden. Die Verzinsungsarten sind die einfache oder lineare Verzinsung und der Zinseszins als exponentielle Verzinsung.<\/p>\n<p><strong>Die einfache Verzinsung wirkt pro Zinsintervall<\/strong> nur auf das Grundkapital. Der Zinsbetrag bleibt gleich, das Kapital w\u00e4chst gleichm\u00e4\u00dfig. Beim Zinseszins addiert sich der Zinsbetrag pro Zinsintervall zum Grundkapital und wird fortlaufend mitverzinst. Das Kapital w\u00e4chst dadurch schneller als bei der linearen Verzinsung.<\/p>\n<p><strong>Das standardm\u00e4\u00dfige Zinsintervall ist die j\u00e4hrliche Verzinsung<\/strong> (Nominalzins p.a. = pro anno\/per annum = pro Jahr), bei der die Zinsen jeweils am Jahresende anfallen bzw. gutgeschrieben werden. Von einer unterj\u00e4hrigen Verzinsung spricht man, wenn das Zinsintervall kleiner als ein Jahr ist, also mehrmals pro Jahr &#8211; zum Beispiel jedes Quartal &#8211; ein Zinsbetrag f\u00e4llig wird.<\/p>\n<p>Die <strong>Kombination von einfacher Verzinsung und Zinseszins f\u00fchrt zu einer gemischten Verzinsung<\/strong>. Diese kommt etwa bei einer Geldanlage zum Tragen, bei der die Laufzeit des angelegten Kapitals nicht genau den Zinsintervallen entspricht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Geldbetrag bei einer j\u00e4hrlichen Verzinsung f\u00fcr zweieinhalb Jahre angelegt wird.<\/p>\n<p>In der Praxis <strong>liefert eine Zinsformel den Zinsbetrag (Zn) f\u00fcr ein Grundkapital (K0), f\u00fcr das \u00fcber einen Zeitraum in Jahren (n) ein bestimmter Zinssatz (p) gilt<\/strong>. Die folgende Darstellung verdeutlicht die praktischen Grundlagen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die einfache Verzinsung gilt: der Zinsertrag pro Zinsintervall entspricht dem Grundkapital multipliziert mit dem Zinssatz. Multipliziert man diesen mit der Laufzeit, ergibt das den <strong>Gesamtzinsbetrag<\/strong>. F\u00fcr das Beispiel eines Grundkapitals von 1.000 EUR, einem Zinssatz von 5 Prozent (= 0,05) pro Jahr und einer Laufzeit von 10 Jahren folgt daraus:<\/p>\n<p><strong>Zn = K0 * p * n Zn = 1.000 EUR * 0,05 * 10 = 500 EUR<\/strong><\/p>\n<p>Um diesen erh\u00f6ht sich das Grundkapital. Die Formel f\u00fcr die direkte Berechnung des Endkapitals (Kn) lautet also:<\/p>\n<p><strong>Kn = K0 + (K0 * p * n) = K0 * (1 + p * n) = 1.000 EUR * (1 + 0,05 * 10) = 1.500 EUR<\/strong><\/p>\n<p>Bei einer Laufzeit von unter einem Jahr kommt die jeweilige Zinsmethode f\u00fcr die Berechnung des Jahresbruchteils zum Einsatz. Im obigen Beispiel soll die Laufzeit vom 01.01.2018 bis 01.04.2018 betragen &#8211; der letzte Tag bleibt unber\u00fccksichtigt &#8211; und die Deutsche Zinsmethode 30\/360 zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p><strong>Zn = K0 * p * n = 1.000 EUR * 0,05 * (30 * 3)\/360 = 12,50 EUR<\/strong><\/p>\n<p>In einem Schaltjahr bleibt die obige Rechnung gleich. Die kalendergenaue Zinsmethode act\/act kommt dann zu einem leicht geringeren Zinsbetrag.<\/p>\n<p><strong>Zn = 1.000 EUR * 0,05 * (31 + 29 + 31)\/366 = 12,43 EUR<\/strong><\/p>\n<p>Ein Zinseszins-Modell f\u00fchrt zu einer Abwandlung der einfachen Zinsformel. Der Hauptunterschied liegt darin, dass wegen der exponentiellen Verzinsungsart die Laufzeit in Jahren nicht einfach als Multiplikator dienen kann, sondern in den Exponenten wandern muss. F\u00fcr die Berechnung des Endkapitals nach obigem Beispiel folgt:<\/p>\n<p><strong>Kn = K0 * (1 + p)^n = 1.000 EUR * (1 + 0,05)^10 = 1.628,90 EUR<\/strong><\/p>\n<p>Erfolgt die Verzinsung nicht j\u00e4hrlich, sondern unterj\u00e4hrig mit dem Zinssatz von 5 % und einem Zinsintervall (m) von 12 &#8211; also monatlich &#8211; lauten Formel und Ergebnis:<\/p>\n<p><strong>Kn = K0 * (1+ p\/m)^(n*m) = 1.000 EUR * (1 + 0,05\/12)^(10*12) = 1.647 EUR<\/strong><\/p>\n<p>Der Zinsertrag der exponentiellen Verzinsung w\u00e4chst also mit l\u00e4ngere Laufzeit und mehr Zinseszinsintervallen schneller im Vergleich zur linearen Verzinsung.<\/p>\n<div class=\"calulatorboxk\">\n<p><iframe class=\"iframek\" src=\"https:\/\/www.vexcash.com\/Extern\/ExternalCalculatorDropDownList\" width=\"100%\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<p>Zur\u00fcck zum <a href=\"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/finanzlexikon\/\">Finanzlexikon<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verzinsung einer Geldanlage beschreibt die Entlohnung des Kunden durch die Aussch\u00fcttung der Zinsen. Der Kunde eines Geldinstituts stellt einen Betrag in bestimmter H\u00f6he bereit, den die Bank gewinnbringend anlegen kann. F\u00fcr einen klar geregelten Zeitraum fallen auf diesen Betrag Zinsen an, deren H\u00f6he auf unterschiedliche Art festgelegt wird. Gebr\u00e4uchlich sind hierbei variable wie statische &#8230; <a title=\"Verzinsung\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/finanzlexikon\/verzinsung\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Verzinsung\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":0,"parent":10278,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-19113","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/19113\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vexcash.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}