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Was ist eine Anleihe?

Eine Anleihe ist eine Möglichkeit für Unternehmen, Länder oder Staaten, zusätzliches Kapital zu akquirieren. Anleihen sichern Käufern die Rückzahlung des Nennwerts, sowie einen festgelegten Zinssatz zu.

Der Verkauf von Anleihen macht den Verkäufer zum Schuldner. Der Käufer wird zum Gläubiger. Dieser hat ein Forderungsrecht gegenüber dem Schuldner. Dieses ist in der Anleihe verbrieft. Die Anleihe besteht aus zwei Teilen: dem Mantel und dem Bogen. Im Mantel sind die Forderungen des Gläubigers gegenüber dem Schuldner verbrieft. Der Bogen setzt sich aus Kupons zusammen. Die Kupons beinhalten Forderungen nach Zinsen und andere Ertragsansprüche.

Da der Zinssatz während der gesamten Laufzeit konstant bleibt, sind Renten oder fest verzinsliche Wertpapiere andere Bezeichnungen für Anleihen.

Die Anleihe räumt dem Gläubiger insbesondere den Rechtsanspruch auf eine Rückzahlung in Höhe des Nennwerts und einen prozentualen Zinssatz der Anleihe gemäß der Höhe der Kupons ein. Die Zinsen zahlt der Schuldner alle sechs oder zwölf Monate zu festgelegten Terminen aus. Zusätzlich haben Gläubiger im Fall einer Insolvenz den Rechtsanspruch auf Vorrang vor Aktionären bezüglich Rückzahlungen. Bei einem Konkurs bekommen also die Gläubiger als erstes die Rückzahlungen.

Der Schuldner oder Emittent hat durch eine Anleihe den Vorteil, dass er einen Kredit bei einem Geldinstitut vermeidet. Er erhält Kapital, ohne Sicherheiten bieten zu müssen.

Wenn die Anleihe ausläuft, erhält der Gläubiger seine Investition zurück. Diese ist, im Gegensatz zu Aktien, nicht als Betrag in einer Währung, sondern als prozentualer Anteil festgelegt.

Neben der beschriebenen Standard Anleihe, sind noch weitere Formen vorhanden. Dazu zählt die Nullkupon Anleihe oder der Zero Bond. Eine weitere Form ist die Tilgungsanleihen oder Amortisationsanleihe. Annuitäten-Anleihen bieten gleichbleibende Beträge während der Rückzahlung. Die Floater Anleihe, die Step-Up-Kupon Anleihe sowie die inflationsgebundene Anleihe sind drei weitere Beispiele. Die beiden letzten Formen von Anleihen sind Perpetuals wie Staatsanleihen und Stufenzinsanleihen wie der Bundesschatzbrief.

Welche Bedingungen gelten für Anleihen?

Die Anleihbedingungen sind in den Dokumenten enthalten, die der Schuldner dem Gläubiger ausstellt. Diese legen fest, welche Pflichten der Schuldner gegenüber dem Gläubiger hat und welche Rechte der Gläubiger hat.

Ein besonders wichtiger Punkt ist, dass der Schuldner dem Gläubiger regelmäßig Informationen über alle wichtigen Veränderungen und Neuerungen zur Anleihe zukommen lässt. Hierzu zählen die verbliebene Laufzeit, Rückzahlungen, Ausschüttungstermine und das Emissionsvolumen.
Weitere wichtige Informationen sind die Währung, die Höhe des Mindestanlagewertes, Stückelungen, Informationen darüber, wofür der Schuldner das Kapital nutzt, Steuern und Rating Einstufungen.

Bedeutungsvolle Teile der Informationen, die den Anleger schützen, sind Besicherung, Kündigungsmöglichkeiten und andere Schutzklauseln sowie rechtliche Informationen zum Schuldverschreibungsgesetz.

Der Anleger ist bei einer unbesicherten Anleihe auf die Bonität des Schuldners angewiesen. Wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist, hat der Anleger keine Chance auf sein Geld. Eine besicherte Anleihe gibt dem Anleger einen zusätzlichen Schutz. Die Anleihe ist mit Sicherheiten verknüpft, die im Fall einer Insolvenz finanzielle Verluste kompensieren. Die Art der Sicherheit ist von den Anleihen abhängig. Der Schuldner hat viele Möglichkeiten, um Sicherheiten zu geben. Die Sicherheiten verwaltet nicht der Schuldner selbst, sondern ein unabhängiger Treuhänder. Häufige Formen von Sicherheiten sind mit Immobilien verbunden. Dazu zählen Hypotheken und Grundschulden. Andere Sicherheiten sind Patronatserklärungen und Bürgschaften. Anleger erhalten die Möglichkeit ihr Kapital zu erhalten, indem zahlungsunfähige Schuldner Inventar und andere bewegliche Wertgegenstände veräußern.

Die Laufzeit einer Anleihe wählt der Schuldner gemäß aktueller Zinsentwicklungen. Niedrige Zinsen ermöglichen eine langfristige und kostengünstige Finanzierung des Unternehmens. Übliche Laufzeiten dauern weniger als vier, weniger als acht oder mehr als acht Jahre. Der Schuldner gestaltet Laufzeiten, sodass er effizient in sein Unternehmen investiert und das Geld erst zurückzahlt, wenn das Unternehmen finanziell abgesichert ist.

Wertpapiergattungen

Neben Unternehmen sind Staaten auf ausreichend viel Kapital angewiesen. Der Staat finanziert damit seinen Haushalt oder einzelne Projekte. Damit genügend Kapital zur Verfügung steht, nutzt der Staat Anleihen in der gleichen Weise wie Unternehmen. Staatsanleihen in Deutschland betreffen den Bund, die Länder, die Gemeinden und staatliche Sondervermögen wie Lastenausgleichfonds und das Vermögen der deutschen Eisenbahn.

Momentan bietet der deutsche Staat Anleihen in Form von sechs verschiedenen Wertpapiergattungen an.

Diese sind

  • Bundesanleihen
  • Finanzierungsschätze des Bundes
  • Bundesschatzanweisungen
  • Unverzinsliche Schatzanweisungen
  • Bundesobligationen und Bundesschatzbriefe.

Unternehmen nutzen Anleihen ebenfalls um sich mittelfristig zu finanzieren. Vor allem neu gegründete Unternehmen haben wenige Sicherheiten zu bieten. Kreditinstitute vergeben Kredite in Abhängigkeit von Sicherheiten. Hat ein Unternehmen keine Sicherheiten vorzuweisen, erhält es entweder keinen Kredit oder einen Kredit zu kaum tragbaren Konditionen. Unternehmensanleihen sind für viele Unternehmen die einzige Möglichkeit sich zu finanzieren. Da die Schuldner auf eine ausreichende Bonität angewiesen sind, um ihr angelegtes Geld zurück zu erhalten, hängen die Details der Anleihen davon ab. Unternehmen mit einem schlechten Rating bieten Anleihen mit hohen Renditen und ungünstigen Zinssätzen an.

Pfandbriefe sind eine weitere Form von Anleihen. Sie haben als Sicherheit Immobilien oder bewegliche Wertgegenstände von hohem Wert, wie beispielsweise Schiffe. Da Pfandbriefe immer mit einem Pfand, beziehungsweise einem pfändbaren Gegenstand verbunden sind, gelten sie als besonders sicher. Dies ist bedingt der Fall. Immobilien und bewegliche Wertgegenstände sichern dem Schuldner eine theoretische Sicherheit zu. Ob er aus dieser Sicherheit sein Vermögen zurückerhält, hängt von dem Markt ab. Wenn es für das Pfand keinen Käufer gibt, ist diese Sicherheit ähnlich wertlos, wie eine Anleihe ohne Sicherheit.

Formen der Anleihe

Die Standard Anleihe ist die bekannteste Form. Hierbei handelt es sich um die beschriebene Grundform. Neben dieser sind noch weitere Formen vorhanden. Ein Beispiel ist die Nullkupon Anleihe. Hier befinden sich keine Zinskupons, sodass der Gläubiger ausschließlich am Kursgewinn verdient. Bei den Perpetuals handelt es sich um Anleihen ohne Laufzeitbegrenzung. Der Gläubiger verdient ausschließlich an den Zinsen. Ein Beispiel hierfür sind insbesondere die Staatsanleihen. Des Weiteren gehören Tilgungsanleihen dazu, bei welchen die Rückzahlung nicht vollständig und nicht direkt nach Laufzeitende erfolgt. Eine weitere Form stellt die Annuitäten-Anleihe dar. Hier erfolgt die Rückzahlung zum Ende der Laufzeit in gleich hohen Beträgen. Mit der Floater – Anleihe können die Schuldner den Zinssatz variabel anpassen. Außerdem ist die Stufenzinsanleihe eine weitere Form. Hierbei handelt es sich um eine Anleihe, deren Zinssatz festgelegt stufenweise steigt. Ein Beispiel hierfür ist der Bundesschatzbrief. Darüber hinaus sind Step-Up-Kupon Anleihen vorhanden. Hier passt der Schuldner den Zinssatz an die Bonität, gemäß den Ratings von Ratingagenturen, an. Als Sicherheit für Gläubiger passt der Schuldner bei inflationsgebundenen Anleihen der Nennwert an.

Bestehende Risiken

Wie bei anderen Anlageformen, bestehen bei Anleihen verschiedene Risiken. Diese hängen von verschiedenen Faktoren ab und haben unterschiedliche Einflüsse auf die Anleihen.

Das wichtigste Risiko, ist das Ausfallrisiko oder Bonitätsrisiko. Das Ausfallrisiko bezeichnet die Möglichkeit einer vorübergehenden oder vollständigen Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Verschiedene Rating Agenturen bewerten Unternehmen und Staaten und erstellen ein Rating. Ein schlechteres Rating signalisiert ein höheres Ausfallrisiko. Als Ausgleich für das hohe Risiko bieten Schuldner Anlegern hohe Kupon-Zinsen an, welche als Risikoprämie gelten.

Das Zinsrisiko ist von den Marktzinsen abhängig. Anleihen unterliegen schwankenden Kursen. Diese sind abhängig vom Marktzins. Am Ende der Laufzeit zahlt der Schuldner den vollen Nennwert der Anleihe an Gläubiger aus. Es kommt vor, dass ein Gläubiger seine Anleihe selbst verkauft, bevor das Ende der Laufzeit erreicht ist. Steigt der Marktzins zu diesem Zeitpunkt, sinkt der Nennwert der Anleihe unter 100 % und der Anleger macht Verluste. Anleihen mit niedrigem Zinssatz und hoher Rendite sind deshalb besser.

Das Kündigungsrisiko bietet Schuldnern die Möglichkeit vor Ablauf der regulären Laufzeit Anleihen zurück zu zahlen. Nutzt der Schuldner das Kündigungsrecht, bekommt der Gläubiger seine Investition zum vollen Nennwert zurück. In diesem Fall entgehen dem Anleger Zinsen, welche eventuell fest eingeplant waren. Daraus ergibt sich ein geringerer Gewinn für den Anleger. Der Schuldner hat die Möglichkeit anschließend neue Anleihen zu verkaufen. Diese haben einen anderen Zinssatz, der für den Schuldner günstiger ist.

Bei Anleihen mit einer anderen Währung, also nicht dem Euro, besteht ein Währungs- oder Wechselkursrisiko. Das betrifft ausländische Anleihen. Wenn die Währung der Anleihe schwächer wird, als der Euro, macht ein Anleger Verluste, obwohl er den gesamten Nennwert erhält.

Das Inflationsrisiko betrifft die tatsächliche Höhe von Zinszahlungen. Daraus ergibt sich die reale Rendite, welche der gezahlten Rendite abzüglich einer Inflationsrate entspricht. Einige Länder bieten inflationsindexierte Anleihen, die dieses Risiko reduzieren. Das Liquiditätsrisiko betrifft den Fall, des vorzeitigen Verkaufs von Anleihen. Findet der Gläubiger keinen geeigneten Käufer, ist er dazu gezwungen seine Anleihen zu schlechten Kursen zu verkaufen.

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