Geld sparen Tipps
Redaktion I

Das Leben ist teuer, keine Frage. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, richtig Geld zu sparen – im Kleinen wie im Großen. Satte 70 praktische Tipps verteilt auf die Segmente Haushalt, Shopping, Auto, Hauskauf, Finanzen und Freizeit helfen, den Kontostand langfristig … Weiterlesen

Das Leben ist teuer, keine Frage. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, richtig Geld zu sparen – im Kleinen wie im Großen. Satte 70 praktische Tipps verteilt auf die Segmente Haushalt, Shopping, Auto, Hauskauf, Finanzen und Freizeit helfen, den Kontostand langfristig in den grünen beziehungsweise schwarzen Bereich zu bringen.

Geld sparen im Haushalt

#1: LED-Lampen statt Halogen und Co. verwenden

Bei gleicher Helligkeit verbraucht eine LED-Lampe im Vergleich zur Halogenbirne ungefähr 80 bis 85 Prozent weniger Energie. Zwar ist die Anschaffung eines LED-Leuchtmittels teurer, allerdings hält sie auch viel länger – abgesehen von den erwähnten stromtechnischen Vorzügen.

#2: Vorteilhaft: ein kombiniertes Kühl- und Gefriergerät

Getrennte Kühl- und Gefrierschränke, die jeweils nur halb gefüllt sind, machen weit weniger Sinn als ein kombiniertes Gerät mit reich dekorierten Fächern. Schließlich verbrauchen die Einzelschränke trotz ihres vergleichsweise geringen Inhalts die volle Strommenge.

#3: Stoß- statt Dauerlüften

Obwohl längst bekannt ist, dass Dauerlüften in Form stundenlang gekippter Fenster mehr schadet als nutzt, behalten viele Menschen diese falsche Methode bei. Besser für die Heizrechnung: die Fenster drei- bis viermal pro Tag für jeweils zehn Minuten vollständig öffnen.

#4: Strom- und Gas-Anbieter regelmäßig vergleichen

Das Internet beherbergt hochwertige Vergleichsseiten zu verschiedenen Strom- und Gas-Anbietern. Wer Geld sparen will, nimmt sich die Zeit, entsprechende Portale zu besuchen und die preislich optimale Lösung für sich zu finden. Ein richtiger Vergleich lohnt sich!

Hinweis: Ein solcher Vergleich geht mit einem Sparpotenzial von bis zu 500 (Strom) beziehungsweise 700 (Gas) Euro einher!

#5: Stromfresser entlarven und ersetzen

Es lohnt sich, die heimischen Geräte auf ihren Stromverbrauch hin zu prüfen. Zu diesem Zweck gibt es Strommessgeräte zu kaufen oder (mitunter kostenlos) auszuleihen. Werden die ermittelten Stromfresser nach und nach durch energieeffizientere Geräte ersetzt, sparen Sie Strom und schonen die Umwelt.

#6: Immer mit Deckel kochen

Beim Essen Kochen ohne Deckel entweicht eine Menge Wasserdampf und Wärme. Zudem dauert der Kochvorgang erheblich länger. Deshalb ist es ratsam, den Topf oder die Pfanne beim Erhitzen der Zutaten zuzudecken.

#7: Herd frühzeitig abschalten und Restwärme ausnutzen

Ein weiterer Tipp, der dazu beiträgt, beim Essen Kochen Strom und damit auch Geld zu sparen: Nach dem Abdrehen der Platte strahlt diese gemeinhin noch circa 20 Minuten Wärme ab. Insofern spricht nichts dagegen, den Herd frühzeitig abzuschalten und die Restwärme für das Essen zu nutzen.

#8: Wasser mit dem Wasserkocher erhitzen spart Zeit und Geld

Mehrere Tests der Stiftung Warentest zur Erhitzung von anderthalb Litern Wasser haben bezüglich der durchschnittlichen Kosten Folgendes ergeben:

  • Kochplatte: 9 Cent
  • Gaskeramik-Kochfeld: 6 Cent
  • Induktionskochfeld: 4,5 Cent
  • Wasserkocher: 4 Cent

Ergo: Wasser am besten mit einem Wasserkocher erhitzen und Geld sparen!

#9: Weniger kochen und mehr Frisches genießen

Was die Essenszubereitung betrifft, lässt sich am meisten Geld sparen, wenn der Herd öfter komplett aus bleibt. Kalte Salate aus frischen Zutaten sind schnell zubereitet, lecker und gesund. Gerade im Frühling und Sommer ist das eine ideale Möglichkeit.

#10: Geschirr in der Spülmaschine reinigen

Mittlerweile herrscht Einigkeit darüber, dass die Geschirrreinigung in der Spülmaschine weniger Kosten verursacht als der Abwasch von Hand. Dies liegt daran, dass die Maschine weniger Wasser verbraucht. Wer noch kein solches Gerät hat, tut also gut daran, über die Anschaffung nachzudenken.

#11: Spülmaschine immer erst voll beladen

Natürlich erübrigt sich durch den Geschirrspüler nicht die Notwendigkeit, über die richtige Benutzung nachzudenken. Wichtig: Die Maschine zunächst voll beladen und erst dann aktivieren. Ansonsten ist der Geldspareffekt schnell dahin.

Hinweis: Dasselbe gilt selbstverständlich auch für die Waschmaschine.

#12: Bei 30 oder 40 Grad Celsius waschen

Mehr Hitze verbraucht mehr Energie. Deshalb empfiehlt es sich, Wäsche möglichst nur bei 30 oder 40 Grad Celsius zu reinigen. Häufig schont die recht niedrige Temperatur außerdem das Gewebe. Einzig Socken und Bettwäsche sowie sehr verschwitzte Kleidungsstücke sollten aus hygienischen Gründen bei 60 Grad Celsius gewaschen werden.

#13: Vor der Heizung Freiraum lassen

Bloß nicht den Bereich vor der Heizung mit irgendwelchen Möbeln oder sonstigen Gegenständen „verbauen“. Bleibt der Platz dort frei, kann sich der Heizkörper gut entfalten und die Wärme ordentlich im Raum verteilen. In der Folge ist meist auch eine niedrigere Heizstufe ausreichend.

#14: Heizung im Winter nie komplett abdrehen

Wird die Heizung im Winter zwischendurch immer wieder abgedreht (etwa bei stundenlangen Ausflügen), kühlen nicht nur die Räumlichkeiten an sich, sondern auch die Wände aus. Dies fördert Schimmelbildung. Zudem muss die Heizung nach der neuerlichen Aktivierung deutlich mehr „Kraft“ investieren, was sich in den Stromkosten niederschlägt.

#15: Pullover statt T-Shirt in der kühlen Saison

Um die Heizung selbst an den kühlsten Tagen des Jahres nicht allzu weit aufdrehen zu müssen und dadurch Strom und Geld zu sparen, ist es sinnvoll, zum dicken Pullover statt zum luftigen T-Shirt zu greifen. Angenehmen Tragekomfort beschert ja auch das Winterkleidungsstück.

#16: Stand-by-Geräte besser ganz abdrehen

Vom Fernseher bis zur Stereoanlage: Viele Geräte besitzen den sogenannten Stand-by-Modus. Der ist jedoch ein echter Stromfresser. Deshalb: Lieber alle im Moment ungenutzten Geräte ganz ausschalten, auch wenn es ein wenig unbequem anmutet.

#17: In der Regel duschen statt baden

Sich hin und wieder ein schönes, heißes Bad zur psychophysischen Entspannung zu gönnen, ist nicht verkehrt. In der Regel will allerdings die Dusche den Vorzug erhalten. Sie kostet nämlich deutlich weniger.

#18: Bei Haushaltsproblemen DIY-Portale besuchen

Viele Haushaltsprobleme lassen sich mit simplen Hausmitteln oder kreativen Ideen kostengünstig lösen. Dafür empfiehlt es sich, das eine oder andere DIY-Portal zurate zu ziehen. Dort gibt es ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch für Laien leicht verständlich sind.

Geld sparen beim Einkaufen

#19: Einkaufsliste schreiben und danach handeln

Ein alter Trick, der nach wie vor seine Berechtigung hat: Wer sich vor dem Einkaufen eine Liste mit den Dingen schreibt, die er wirklich braucht, und sich dann daran hält, gibt weniger Geld aus.

#20: 10-Minuten- und 30-Tage-Regeln befolgen

Es ist dem Geld sparen zuträglich, vor jeder Investition innezuhalten und genau zu überlegen, ob das jeweilige Produkt wirklich benötigt wird. Aus der Psychologie sind folgende Regeln bekannt:

a) 10-Minuten-Regel: Bei kleineren Spontankäufen circa zehn Minuten darüber nachdenken, ob der gefragte Artikel nicht doch verzichtbar ist.

b) 30-Tage-Regel: Bei größeren Vorhaben eine Frist von 30 Tagen einhalten. Es kann gut sein, dass nach diesem „Grübelzeitraum“ nicht mehr viel für das Objekt der Begierde spricht.

#21: Immer satt, niemals hungrig einkaufen

Dieser bildet ebenfalls das Resultat mehrerer psychologischer Studien: Hungrig einzukaufen drückt gewaltig auf den Geldbeutel. Deshalb ist es ratsam, stets satt in den Supermarkt zu gehen.

#22: Sonderangebote ausnutzen – aber mit Köpfchen

Jeder Lebensmittelladen hat regelmäßig spezielle Angebote auf ausgewählte Produkte. Handelt es sich dabei um unverderbliche Artikel, lohnt es sich, auf Vorrat einzukaufen. So lässt sich über das gesamte Jahr gesehen viel Geld sparen.

Hinweis: Natürlich ist es dienlich, sich nicht auf ein Geschäft allein zu fokussieren.

#23: Regionale und saisonale Lebensmittel kaufen

Wer sich in seinen bevorzugten Supermärkten umsieht, stellt schnell fest, dass regionale und saisonale Lebensmittel oftmals günstiger sind als Importe aus dem Ausland. Durch den fehlenden Transport ist die Qualität der heimischen Produkte nicht selten sogar besser.

#24: Mehr Leitungswasser trinken

Verträglich, gesund und quasi kostenlos – das sind die Eigenschaften von Leitungswasser. Allerdings empfiehlt es sich nur für Menschen, die in einem Neubau wohnen. In Altbauten lässt die Qualität des Wassers häufig zu wünschen übrig. Es ist dort gemeinhin kalkhaltig und nicht „pur“ genießbar.

#25: Daheim frühstücken, nicht beim Bäcker

Der großen Verlockung morgens vor der Arbeit kurz zum Bäcker zu gehen, um sich ein leckeres Frühstück zu holen, gilt es an den meisten Tagen zu widerstehen. Cleverer ist es, daheim zu frühstücken – nicht nur hinsichtlich des finanziellen Vorteils, denn: Bäckerware zählt zu den ungesündesten Lebensmitteln.

#26: Pausensnack zuhause zubereiten und mitnehmen

Weiterhin macht es Sinn, den Pausensnack zuhause zuzubereiten und mit ins Büro oder zur Uni zu nehmen. Die Gründe sind dieselben wie beim Bäckerfrühstück. Zwar wird in den meisten Unternehmen eine Kantine oder wenigstens ein Snackautomat angeboten, doch die hochgerechnet intensiven Kosten und der fragwürdige gesundheitliche Mehrwert sprechen dagegen, sich daran zu bedienen.

#27: Hochwertige Haushaltsgeräte erwerben

Mittlerweile wird es einem doch relativ leicht gemacht, wirklich sinnvolle Haushaltsgeräte zu kaufen. Das entscheidende Kriterium ist die Energieeffizienz, die mindestens bei der Klasse A+, idealerweise A++ oder gar A+++ liegen sollte. Damit lässt sich trotz einer zunächst höheren Investition langfristig Geld sparen.

#28: Vorteilskarten beantragen und nutzen

Einige Shops offerieren ihren Kunden kostenlose Vorteilskarten. Dazu muss in der Regel bloß ein Formular ausgefüllt werden. Mit einer solchen Karte erhält der Käufer regelmäßig Rabatte.

#29: Von Online-Cashback-Portalen profitieren

Zu den modernsten Möglichkeiten, Geld zu sparen, gehören zweifelsohne Cashback-Portale im Internet. Über die Plattformen, die mit den verschiedensten Online-Shops kooperieren, erhält der Käufer für jeden einzelnen Einkauf einen bestimmten Prozentsatz der bezahlen Summe rückerstattet.

#30: Häufiger beim Discounter einkaufen

Es ist ein hartnäckiges und ebenso falsches Gerücht, dass Discounter-Ware schlechter sei als die Produkte, die in „herkömmlichen“ Supermärkten vertrieben werden. Gerade Obst und Gemüse sowie Hygieneartikel sind in Discountern gleich gut, aber erheblich preiswerter zu haben.

#31: Kleidung und Schuhe in Outlet-Stores shoppen

Wer nicht den allergrößten Wert darauf legt, in Sachen Outfits stets das Neueste vom Neuen besitzen zu müssen, ist in Outlet-Stores bestens aufgehoben. Die entsprechenden Shops bieten Kleidung und Schuhe von namhaften Marken zu vergünstigten Konditionen an – aus folgenden Gründen:

  • leichte, aber weitestgehend unauffällige Makel an der Kleidung
  • Stücke sind Auslaufmodelle aus älteren Kollektionen

#32: Bück- und Streckware in Augenschein nehmen

Die Begriffe Bück- und Streckware beziehen sich auf jene Artikel in Geschäften, die ganz unten oder ganz oben im Regal angebracht sind. Meist kosten sie weniger als die Produkte in den mittleren – und für jeden sofort sichtbaren – Bereichen.

#33: Besser mit Bargeld als mit Karte bezahlen

Tatsächlich überlegt der Mensch bei dem Vorhaben, bar zu bezahlen, zweimal, ob er einen bestimmten Gegenstand wirklich braucht. Dadurch spart er mit der Zeit eine Menge Geld. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei Kartenzahlungen unvorsichtiger agiert und damit mehr ausgegeben wird.

#34: Plan für wöchentliche/monatliche Maximalausgaben erstellen

Mit einem selbst festgelegten Plan, der deklariert, wieviel Geld für welchen Zweck pro Woche oder Monat zur Verfügung steht, lässt sich ebenfalls auf einfache Art und Weise Geld sparen.

Beispiel:

  • max. 60 Euro pro Woche für Lebensmittel
  • max. 150 Euro pro Monat für Events (Kino, Theater, Konzert, Fußball etc.)

Wer sich strikt daran hält, gewinnt nicht nur einen perfekten Überblick über seine Ausgaben, sondern lernt auch, Geld zu sparen beziehungsweise angemessen zu verwenden.

Geld sparen beim Auto

#35: Die günstigste Uhrzeit zum Tanken wählen

Die niedrigsten Preise für Diesel, Benzin und Co. warten am späten Nachmittag und frühen Abend. Dies sind die Erkenntnisse der Markttransparenzstelle, die kontinuierlich die Daten zahlreicher Tankstellen deutschlandweit erfasst und analysiert. Am besten wird zwischen 18 und 20 Uhr getankt – der Wochentag spielt keine entscheidende Rolle (trotz hartnäckiger Gerüchte, die das Gegenteil behaupten).

Fakt: Nachts und frühmorgens kostet der Liter zum Teil zehn Cent mehr als in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr.

#36: Tankstellen via Online-App vergleichen

Andreas Mundt, der Bundeskartellamtspräsident rät Autofahrern, ein Preisvergleichsportal heranzuziehen, um rasch und zuverlässig den rentabelsten Anbieter zu finden und Geld zu sparen. Angenehmer Nebeneffekt: Der Wettbewerbsdruck unter den Tankstellen wird erhöht, was eine weitere Senkung der Kraftstoffpreise zur Folge haben kann.

#37: Hohe Tankstellendichte als optimale Gegend

Es ist sinnvoll, das Auto in einer Gegend mit hoher Tankstellendichte mit neuem Kraftstoff zu füllen. Dort herrscht die größte Konkurrenz, sodass sich die Anbieter gegenseitig mit niedrigeren Preisen auszustechen versuchen. Dieses Prinzip bestätigt auch Andreas Hölzel vom ADAC.

#38: Tanken zu Beginn der Ferienzeit umgehen

Alljährlich steigen die Kraftstoffpreise pünktlich zu Ferienbeginn drastisch an. Oft rasen sie schon ein paar Tage vorher in die Höhe. Wer vor dem wohlverdienten Urlaub mit dem Auto tanken will, tut dies am besten mindestens eine Woche vor dem Start der Schulferien.

#39: Der Luftfilter- und Reifendruck-Trick

Ein zu geringer Reifendruck erhöht den Kraftstoffverbrauch um bis zu zehn Prozent. Deshalb ist es ratsam, diesen regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auch der Luftfilter spielt eine Rolle: Wird er kontinuierlich gereinigt und bei Bedarf ersetzt, reduziert sich der Verbrauch um sieben Prozent.

#40: In der Großstadt: Öffentliche Verkehrsmittel statt Auto

Wer in der Großstadt lebt, macht nichts verkehrt, wenn er das Auto die meiste Zeit zuhause stehen lässt und nur für besondere Ereignisse verwendet – etwa für Großeinkäufe, Ausflüge in die natürliche Umgebung der City oder Reisen. Die öffentlichen Verkehrsnetze sind normalerweise gut ausgebaut. Es spart Geld und Nerven, mit der U-Bahn, der Tram oder dem Bus zu fahren.

#41: In der Kleinstadt: Fahrrad statt Pkw

Auch Bewohner von Kleinstädten sind nicht zwingend auf den Pkw angewiesen. Wie wäre es stattdessen mit der Nutzung eines Fahrrads? Diese Variante ist effizient und verbessert zudem die Fitness und Gesundheit.

#42: Kurzfahrten vermeiden

Muss doch die meiste Zeit das Auto herhalten, empfiehlt es sich, Kurzfahrten für einen einzelnen „Termin“ zu vermeiden. Es ist wesentlich günstiger, mehrere Erledigungen zusammenzulegen und direkt hintereinander abzuarbeiten.

#43: Autokauf #1: Preisvergleichsportale nutzen

Für den Autokauf gilt wiederum: Preisvergleichsportale für Neuwagen unterstützen den Suchenden, die günstigste Lösung zu finden. Das jeweilige Portal fungiert dabei als Vermittler. Verschiedene Modelle sämtlicher Marken stehen hier zum Vergleich.

#44: Autokauf #2: Re-Importe in Erwägung ziehen und Geld sparen

Seit Jahren gelten Re-Importe als praktische Spar-Option beim Autokauf. So funktioniert’s: Autohändler im benachbarten Ausland kaufen größere Mengen an Fahrzeugen. Dies beschert ihnen Rabatte, die sie in der Folge teilweise an ihre Kunden weitergeben.

#45: Autokauf #3: Carsharing ausprobieren

Ist der Kauf eines Autos wirklich lebensnotwendig? Oder lassen sich die anvisierten Fahrten auch mit Leihwagen von Carsharing-Unternehmen erledigen? Gerade für Menschen, die vergleichsweise selten einen Pkw benötigen, lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem trendigen Leihmodell.

Geld sparen beim Hauskauf

#46: Immobilienangebote ohne Maklervermittlung suchen

Eigentlich ist es logisch, doch in der Unwissenheit oder Unerfahrenheit wird es oft vergessen: Wer einen Haus- oder Wohnungskauf anstrebt, konzentriert sich am besten auf Immobilienangebote ohne Maklervermittlung, um Geld zu sparen.

#47: Notveräußerungen im Auge behalten

Notveräußerungen gehen nicht selten mit einem hohen Spar-Potenzial einher. In diesen Fällen müssen die jeweiligen Häuser schnell verkauft werden, weil die aktuellen Besitzer aus unterschiedlichen Gründen auf Kapital angewiesen sind. Um den Prozess zu beschleunigen, werden die Immobilien oftmals zu Preisen offeriert, die unter den gegenwärtigen Marktwerten liegen.

Empfehlung: Wer ein Haus im Zuge einer Notauktion kaufen möchte, zieht am besten einen Gutachter hinzu, um am Ende nicht zu viel zu bieten.

#48: Geschicktes Verhandeln hilft beim Geld sparen

Verhandeln ist grundsätzlich erlaubt – und häufig auch von Erfolg gekrönt. Es gilt, geschickt vorzugehen. Zeigen Sie bei der Besichtigung des Hauses durchaus Interesse, aber nicht zu viel. Hat der Verkäufer den Eindruck, dass sein Gegenüber fest entschlossen ist, die Immobilie zu erwerben, sinkt die Absicht, einen Preisnachlass zu gewähren.

Geld sparen mit Anlegen, Krediten und Steuern

#49: Bei sicheren Anlegeformen regelmäßig Zinsen prüfen

Die Höhe der Zinsen bei Tagesgeld-, Festgeld- oder Sparkonten ändern sich fortlaufend. Deshalb empfiehlt es sich, die Werte der eigenen Bank regelmäßig zu kontrollieren und mit anderen Anbietern zu vergleichen sowie unter Umständen einen Wechsel vorzunehmen.

#50: Online-Sparkonten sind in der Regel höher verzinst

Sparkonten, die vollständig online abgewickelt werden, sind gemeinhin höher verzinst als die klassischen, traditionellen Varianten.

#51: Festgeldkonten helfen beim Geld sparen

Noch mehr Ertrag als Online-Sparkonten bringen Festgeldkonten. Im Zweifelsfall ist es also besser, sich für diese sichere Anlegeform zu entscheiden.

#52: Centstücke in die Spardose werfen

Einfach und in relativ kurzer Zeit überraschende Ergebnisse bringend ist das Sammeln von Centstücken in einer schlichten Spardose. Wer nach jedem Einkauf mit Barzahlung die übriggebliebenen Centstücke ins Sparschweinchen wirft und am Jahresende abrechnet, wird über die hohe Summe staunen. Probieren lohnt sich!

#53: Angebote für Lebensversicherungen vergleichen

Der Abschluss einer Lebensversicherung ist weiterhin empfehlenswert. Allerdings macht hier wiederum ein umfassender Vergleich verschiedener Anbieter Sinn, ehe es zu einer Vertragsunterzeichnung kommt. Zu stark können sich die Zinssätze unterscheiden.

Hinweis: Dasselbe gilt natürlich auch für Bausparverträge und ähnliche Anlegeformen.

#54: Puffer für Notfälle ersparen

Wer die Möglichkeit hat, monatlich ein Drittel seines Gehalts zurückzulegen, sollte dies für den Zeitraum eines Jahres tun und sich so einen Puffer für Notfälle ersparen. Nach den zwölf Monaten stehen dann in kritischen Situationen immerhin vier Monatsgehälter zur Verfügung.

#55: Dispokredit möglichst dauerhaft vermeiden

Ein Dispokredit ist auf Dauer extrem kostenintensiv, da er hohe Gebühren mit sich bringt, die dreimonatlich seitens der Bank eingezogen werden. Deshalb empfiehlt es sich, Dispos möglichst dauerhaft zu vermeiden.

#56: Im Zweifelsfall: Rahmen- statt Dispokredit

Ist doch einmal ein Überzug erforderlich, wählt der Kunde besser einen Rahmenkredit. Dieser funktioniert ähnlich wie die Dispoversion – mit dem bedeutenden Unterschied, dass die Zinsen niedriger ausfallen.

#57: Steuerlich absetzen, was geht

Die jährliche Steuererklärung lässt sich nicht umgehen. Doch sie „raubt“ nicht nur Geld, sondern bietet auch die Gelegenheit, einen Teil der eigenen Ausgaben zurückzuerobern. Hier einige interessante Beispiele:

  • Spenden
  • Abos von Fachzeitschriften
  • Computer bei einem Home Office
  • jegliche Steuerberatung

Es lohnt sich, den Gebieten auf den Grund zu gehen, die sich steuerlich absetzen lassen.

Geld sparen in Hobby und Freizeit

#58: Kostbare Geschenke selbst basteln

Warum vollkommen überteuerte Geschenke kaufen, wenn es so viele Optionen gibt, kostbare Präsente selbst herzustellen? Oft braucht es nur etwas Zeit und Kreativität, um etwas Persönliches zu gestalten, nicht aber viele Materialien oder einen Haufen Geld. Tolle Ideen finden sich auf zahlreichen DIY-Plattformen im Internet.

#59: Heimpartys feiern statt auszugehen

Die besten Partys sind die Events in den eigenen vier Wänden. Beim alkoholischen, filmischen oder musikalischen Genuss im Eigenheim kommen alle Beteiligten weitaus günstiger davon als beim Besuch einer Bar oder Diskothek.

#60: Teure Laster endlich loswerden

Es ist kein Geheimnis, dass Zigaretten, Alkohol oder Kaffee schnell ins Geld gehen. Wie wäre es, noch einmal einen Versuch zum Beenden oder zumindest Reduzieren des jeweiligen Lasters zu starten?

#61: Fitness zuhause statt im Studio

Um Sport zu treiben, braucht es nicht unbedingt ein teures Fitnessstudio. Im Laufe der Zeit lassen sich die für den eigenen Bedarf wichtigen Geräte nach und nach fürs eigene Kämmerchen anschaffen. Langfristig wird so Geld gespart.

#62: Handyanbieter laufend vergleichen

Was für den Autokauf, Strom und Gas sowie andere Bereiche des Lebens gilt, ist auch in Bezug auf den Handyanbieter zutreffend: Kontinuierliche Vergleiche und eventuell auch Wechsel sind wichtig, da die Tarife stetigen Veränderungen ausgesetzt sind.

#63: Frühbucherrabatte und Last-Minute-Angebote

Günstige Reisen sind nicht leicht zu finden. Nach wie vor bilden Frühbucherrabatte und Last-Minute-Angebote die besten Optionen, bei der Urlaubsplanung Geld zu sparen.

#64: Alternative: Reise selbst zusammenstellen

Wer nicht so sehr auf Pauschallösungen steht, sondern mehr der Individualist ist, stellt sich seine Reise selbst so günstig wie möglich zusammen. Dies erfordert jedoch einen enormen Rechercheaufwand sowie Ausdauer und Geduld.

#65: Lieber unter der Woche als am Wochende ins Kino

In fast jeder Stadt gibt es einen oder mehrere Kinotage. An diesen sind die Preise niedriger als etwa am Wochenende, an dem die Stätten gemeinhin den höchsten Eintritt verlangen.

#66: Filme und Bücher leihen statt kaufen

Eingefleischte Buch- oder Filmliebhaber möchten natürlich nicht auf den Besitz ihrer liebsten Werke verzichten. Doch all jene, die dieser Aspekt weitestgehend kalt lässt, sparen Geld, indem sie sich in der städtischen Bibliothek anmelden und die gewünschten Bücher und Filme ausleihen.

#67: Kräuter- und Gemüsegarten anlegen

Mit einem eigenen Kräuter- und Gemüsegarten können wichtige Lebensmittel selbst angebaut und geerntet werden. Dieser richtet sich vornehmlich an Eigentümer eines Hauses mit Garten, die sich für die Arbeit in der grünen Oase begeistern.

#68: Ungenutzte Räume im Eigenheim vermieten

Leerstehende Zimmer im Haus oder in der Wohnung, die ihre Bestimmung noch nicht gefunden haben, lassen sich vermieten. So wird ein Unterkunftssuchender glücklich gemacht und die eigene Haushaltskasse ordentlich aufgefüllt.

#69: Reparieren, Upcycling und Co. statt Mülltonne

Beschädigte Gegenstände müssen nicht zwangsläufig in die Mülltonne wandern. Das 21. Jahrhundert steht ganz im Zeichen von kreativen Reparaturen und Upcycling-Projekten. Bei Letzteren werden alte Möbel oder andere Utensilien zu neuen Produkten umfunktioniert. Für die Ideensammlung lohnt es sich, DIY-Portale zurate zu ziehen.

#70: Regelmäßig ausmisten und Privatflohmarkt veranstalten

Zu guter Letzt noch ein spezieller Tipp, dessen Umsetzung Freude bereitet und auch noch Geld bringt: Im Laufe der Jahre sammeln sich daheim viele Gegenstände an, die nicht mehr benötigt werden. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig auszumisten und die aussortierten Elemente im Rahmen eines Privatflohmarkts zu verkaufen.

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Scheidungskosten
Redaktion I

Scheidungskosten setzen sich aus verschiedenen finanziellen Posten zusammen. Dazu gehören die monatlichen Einkünften des zu scheidenden Ehepaars sowie die Vermögenswerte (Haus, Grundstücke, Beteiligungen an Immobilien oder anderen Vermögenswerten). Der Versorgungsausgleich für Ehegatten und der Unterhalt für sorgeberechtigte Kinder fließt ebenfalls … Weiterlesen

Scheidungskosten setzen sich aus verschiedenen finanziellen Posten zusammen. Dazu gehören die monatlichen Einkünften des zu scheidenden Ehepaars sowie die Vermögenswerte (Haus, Grundstücke, Beteiligungen an Immobilien oder anderen Vermögenswerten). Der Versorgungsausgleich für Ehegatten und der Unterhalt für sorgeberechtigte Kinder fließt ebenfalls in die Berechnung mit ein.

Folgende Aspekte sind beim Berechnen der Scheidungskosten zu berücksichtigen:

  • Höhe der Scheidungskosten im Gesamten und wie diese aufgeschlüsselt sind
  • Unterschiede bei einer gütigen Einigkeit und der Uneinigkeit der Eheleute
  • Möglichkeiten der Absetzung der Scheidungskosten als ungewöhnliche Belastung
  • Hilfen bei wirtschaftlichen und außerwirtschaftlichen Faktoren

Um die Gesamtkosten der Scheidung zu kalkulieren, sind folgende Unterpunkte heranzuziehen:

  • Gesamteinkommen beider Ehegatten pro Monat
  • Hilfen bei wirtschaftlichen und außerwirtschaftlichen Faktoren
  • Versorgungsausgleich der Ehegatten
  • Gebühren für die Inanspruchnahme der Rechtsanwälte
  • Gebühren für einen möglichen Sachverständigen/Gutachter
  • Gebühren für das zuständige Gericht

Worauf gründen die Mindestkosten bei einer Scheidung?

Der Gesetzgeber hat die Festsetzung der Mindestgebühren für eine Scheidung durch das Rechtsanwalts-Vergütungsgesetz und durch das Familien-Gerichtskostengesetz geregelt. Diese Gesetze sollen verhindern, dass sowohl Anwälte Scheidungen zu „Dumpingpreisen“ anbieten oder ein Mandat ein zu niedriges Honorar mit einem Scheidungsanwalt aushandelt.

Wer Inserate mit den Worten „günstige Scheidungen“ oder „Scheidungen zu niedrigen Kosten“ im Internet oder einem Zeitungsinserat entdeckt, zahlt die festgesetzten Mindestgebühren. Eine Unterschreitung dieser ist gesetzlich untersagt. Die Verwendung solcher Wortlaute ist legitim, da das Werbeverbot für Anwälte gefallen ist. Einschränkungen zur Außenwerbung ergeben sich aus der Bundesrechtsanwalts-Verordnung.

Hinweis: Bei der Wahl eines ausländischen Scheidungsanwalts ist darauf zu achten, dass dieser einen Nachweis zur Handlungsfähigkeit auf deutschem Staatsgebiet erbringt.

Scheidungskostenrechner

Wie wird der Verfahrenswert zur Scheidung ermittelt?

Für den Streitwert (Verfahrenswert) werden die monatlichen Nettoeinkünfte der Ehegatten zusammengefasst und anschließend mit dem Wert 3 multipliziert. Des Weiteren erfolgt eine Anrechnung von 10% des bestehenden Versorgungsausgleichs.

Beispielrechnung für die Scheidungskosten
  • Der Ehegatte erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von 2.500 Euro und die Ehegattin von 1.600 Euro. Das ergibt im ersten Schritt folgenden Verfahrenswert:

4.100 x 3 = 12.300 Euro

Verweigert einer der beiden Ehegatten die Angabe seines Einkommens, erfolgt ein Schätzungswert durch das Scheidungsgericht. Der Verfahrenswert fällt dadurch in der Regel höher aus, als das reale Einkommen beider Ehepartner.

  • Im zweiten Schritt wird der Versorgungsausgleich herangezogen. Verfügen Ehegatte und Ehegattin über eine Altersvorsorge in Höhe von je 10.000 Euro, erzielen beide Eheleute zusammen einen Wert von 20.000 Euro. Hier von rechnet das Gericht 10% an.

Als Gesamtsumme beläuft sich der Verfahrenswert auf 14.300 Euro, welcher sich aus 12.300 Euro Nettoeinkommen und 2.000 Euro Versorgungsausgleich zusammensetzt.

Das Scheidungsgericht (Familiengericht) erhöht den zu bestreitenden Wert, wenn zwei Scheidungsanwälte der zu vertretenden Mandanten unterschiedliche Verfahrenswerte ermitteln. Außerdem ist das Gericht berechtigt, Vermögenswerte hinzuzuziehen, selbst wenn die Eheleute in diesem Punkt unstrittig sind.

Welche Werte sind zur Berechnung der Scheidungskosten noch entscheidend?

Ein Verfahrenswert erhöht sich durch weitere strittige Situationen, wie dem Unterhalt für Ehegatten oder Kind, einer gemeinsam bewohnten Eigentumswohnung oder anderem Vermögen. Wenn die Ehegatten über eine getrennte Veranlagung in ihrer Ehe verfügten, nimmt jede Ehepartei ausschließlich das mit, was sie vor oder während der Ehe erwirtschaftet oder angeschafft hat.

Erhöhend wirken sich ebenso das Kindergeld und das Erziehungsgeld oder Elterngeld für den Elternteil aus, der es bezieht.

Vermindern lässt sich der Streitwert, wenn noch bestehende Kredite getilgt werden. Davon profitiert jedoch nur der Ehepartner, welcher den Kreditvertrag abgeschlossen hat.

Es existiert die Fehlvermutung, dass in der Ehe beide Partner für den anderen haften oder Vorteile erzielen. Nur ein gemeinsam geschlossener Kreditvertrag kann zu gleichen Anteilen das Einkommen mindern.

Was passiert, wenn kein Einkommen und Vermögen besteht?

Sozialleistungen wie das Sozialgeld oder das Arbeitslosengeld oder Hartz-4 werden nicht als Streitwert anerkannt. Beziehen beide Ehegatten Sozialleistungen und es liegt kein Versorgungsausgleich vor, beläuft sich der Verfahrenswert auf 0,00 Euro.

Hinweis

Bei Uneinigkeit beider Eheleute ist jeder der beiden Ehegatten dazu verpflichtet, die Finanzierung eines Scheidungsanwalts zu sichern:

  1. Der Rechtsanwalt veranschlagt mindestens 15 Euro für die Erstberatung laut Rechtsverordnung.
  2. Bis zu einem Verfahrenswert von 3.000 Euro betragen die Anwaltskosten pro Anwalt ca. 621,78 Euro.
  3. Hinzu kommen 216 Euro Gerichtskosten.

Gesamtsumme: 837,78 Euro

Liegt der Verfahrenswert unter 6.000 Euro, wird in der Regel Verfahrenskostenbeihilfe gewährt und die Scheidungskosten fallen dem Staat zur Last.

Wer tritt für die Scheidungskosten in Vorleistung?

Jeder der beiden Ehepaare obliegt der Pflicht, die Kosten für die Erstberatung umgehend auszugleichen. Kommt es in der Folge zur tatsächlichen Scheidung, leistet ein Scheidungsanwalt bei Einreichen des Scheidungsantrags bei dem zuständigen Gericht zur Verfahrensgebühr sowie zur Termingebühr. Diese sind dann hinfällig, wenn dem Mandanten eine Verfahrenskosten-Beihilfe bewilligt wird.

Was kostet ein Sachverständiger/Gutachter für Scheidungen?

In wenigen Fällen kommt es bei den Eheleuten zu schweren Streitigkeiten im Bezug auf Vermögenswerte. Insbesondere bei Luxusgütern und Immobilien, wofür das Scheidungsgericht einen Sachverständigen oder Gutachter hinzuzieht. Der finanzielle Ausgleich ergibt sich aus der regionalen Ausgleichspauschale, dem Vermögenswert der Sache, Auslagen und Mehrwertsteuer. Für jede Branche gibt es eigens Sachverständige oder Gutachter. Es ist einem Immobiliengutachter in der Regel nicht erlaubt, als Kfz-Sachverständiger zu agieren, wenn dieser keine spezielle Ausbildung vorweist.

Bei Scheidungs- und Familienrechts-Verhandlungen kommen in Einzelfällen medizinische, pädagogische oder psychologische Gutachter zum Einsatz, die das Kindeswohl begutachten. Dies tritt ein, wenn beispielsweise einer der beiden Elternteile das alleinige Sorgerecht beantragt und der andere Elternteil dagegen Einspruch einlegt. Die Kosten fallen dem Elternteil zur Last, der den Einspruch einlegt.

Jeder Ehegatte hat das Recht einen eigenen Sachverständigen oder Gutachter vorab zu beauftragen, trägt aber die Kosten dessen in voller Höhe alleine.

Ein Sachverständiger oder Gutachter wird vom Gericht oder der Gegenseite zurückgewiesen, wenn ein begründeter Verdacht der Befangenheit besteht.

Fakten im Überblick:

  • Mindestscheidungskosten sind durch das Rechtsanwalts-Vergütungsgesetz und dem Familien-Gerichtskostengesetz geregelt
  • Verfahrenswert wird aus dem monatlichen Nettoeinkommen beider Ehegatten und dem Vermögensausgleich ermittelt
  • Weitere wirtschaftliche Vermögenswerte wirken sich ent- oder belastend auf den Verfahrenswert aus
  • Verfahrenswert wird auf 0,00 Euro festgelegt, wenn beide Eheleute weder ein steuerpflichtiges Einkommen erzielen und kein Vermögen besitzen
  • solvente Ehegatten müssen bezüglich Anwalts- und Gerichtskosten in Vorleistung treten
  • es ist möglich, Sachverständiger oder Gutachter von einem, beiden oder dem Gericht zu beauftragen
  • die Kosten fallen dem Auftraggeber zur Last oder dem Antragsteller vor Gericht, der gegen einen Gegenantrag Einspruch einlegt

Was bedeutet (gütige) Einigkeit und Uneinigkeit bei einer Scheidung?

Willigen beide Eheleute in die Scheidung uneingeschränkt ein, besteht eine gütige Einigkeit. Einer der beiden Ehegatten reicht bei einem Rechtsanwalt für Scheidungsrecht die Scheidung ein. Der andere Ehegatte unterzeichnet, dass die Scheidung beiderseitig im Einvernehmen erfolgt. Die Anwalts- und Gerichtskosten tragen beide zu gleichen Anteilen.
– Es sei denn, einer der beiden Ehegatten erklärt sich bereit, die vollen Kosten der Scheidung zu tragen. Dies ist sinnvoll, wenn bisher nur einer der Ehegatten ein monatliches Nettoeinkommen erzielte oder einer der beiden ein geringes Einkommen besitzt.

Der beauftragte Scheidungsanwalt beantragt umgehend beim Gericht, dass die Scheidungskosten um 25% gesenkt werden und reduziert dementsprechend den Verfahrenswert. Das Gericht muss dem nicht stattgeben und kann den Verfahrenswert voll anrechnen. Hierbei handelt es sich aber um absolute Ausnahmefälle. In der Regel folgt das Gericht bei einer einvernehmlichen Scheidung dem Verfahrenswert eines Anwalts.

Vergleich einvernehmlicher und nicht einvernehmlicher Scheidung:
Streiten Ehegatten um die Einwilligung der Scheidung und Vermögenswerte, fallen deutlich höhere Anwalts- und Gerichtskosten an. Dazu kommen Kosten für Sachverständige und Gutachter, sowie Kindesunterhalt und weitere Faktoren. Bei einer gütigen Einigkeit bezüglich aller anfallenden Kosten zur Scheidung sind die Kosten niedriger und das Scheidungsverfahren schneller abgeschlossen.

Ist eine Anwaltsvertretung verpflichtend?
Vor einem Familiengericht, welches für Scheidungsverfahren zuständig ist, ist mindestens für eine Partei die Vertretung durch einen Anwalt notwendig. Das bedeutet nicht, dass dieser dann bei der Scheidungsverhandlung dem Scheidungstermin fern bleiben darf. Der andere Ehegatte kann auf eine anwaltliche Vertretung verzichten. Insofern ist eine Scheidung ohne Anwalt für eine Seite möglich. Dies ist sinnvoll, wenn beide Parteien sich einvernehmlich scheiden.

Fakten im Überblick:

  • Die einvernehmliche Scheidung ist günstiger und schneller durchzuführen als eine strittige Scheidung
  • Verfahrenswert einer einvernehmlichen Scheidung wird bis zu 25% durch das Scheidungsgericht reduziert
  • Scheidung ohne Anwalt ist für einen der beiden Ehegatten möglich, sofern Scheidung einvernehmlich erfolgt

Scheidungskosten

Scheidungskosten und die Steuer

Bis zur Einkommenssteuererklärung 2012 waren Scheidungskosten inklusive dem Trennungs- und Kindesunterhalt als besondere Belastung absetzbar. Mit Jahresbeginn 2013 stellte der Gesetzgeber sicher, dass die finanziellen Aufwendungen, die für einen Rechtsstreit anfallen, nicht mehr abzugsfähig sind. Einzige Ausnahme: Der Steuererklärer geriet durch den Mehraufwand in eine existenzielle Gefahr und kann in der Folge die lebensnotwendigen Kosten nicht mehr sicherstellen.

Scheidungskosten sind keinesfalls anderen Rechtsstreitkosten (Prozesskosten) gleichzusetzen. Bei einer Scheidung sei mindestens einer der zu scheidenden Eheleute auf die Vertretung eines Scheidungsanwalts vor dem Familiengericht angewiesen. Ebenso sind in vielen Fällen Gutachterkosten nicht abwendbar, weshalb diese eine besondere finanzielle Belastung darstellen. Entscheidend dabei ist, ob einer der beiden Ehegatten den Gutachter selbst beauftragt oder dieser vom Gericht bestellt wird. Es sind keine vom Ehepaar herbeigeführten Kosten, wenn ein Richter eine unabhängige Bewertung durch externe Fachpersonen einholt.

Eine Scheidung ist grundsätzlich vor einem ordentlichen Familiengericht durchzuführen. Demnach besteht für das zu scheidende Ehepaar ein gesetzlicher Zwang der finanziellen Mehraufwendung. Die daraus resultierenden Kosten durch den Gesetzgeber gefährden je nach Einkommen durchaus die Existenz einer oder beider Ehegatten. Nicht absetzbar sollten demzufolge alle „Nebenkosten“ sein, die nicht zwangsläufig durch das Familiengericht verursacht werden. Dazu zählen Trennungs- und Kindesunterhalt, Zugewinnausgleich oder Folgeverfahren, die nicht direkt das Scheidungsverfahren betreffen.

Eine Scheidung ist teilweise steuerlich absetzbar, sofern es sich hier ausschließlich um die notwendigen Kosten für einen Scheidungsanwalt und die vom Familiengericht erhobenen Gebühren handelt. Weist ein Finanzamt bei der Steuererklärung diese Absetzung zurück, besteht für den Steuererklärer eine Frist von 30 Tagen für einen Einspruch.

Fakten im Überblick

  • Seit 2013 sind Scheidungskosten nicht mehr in voller Höhe absetzbar
  • Mehrere Urteile durch Finanzgerichte weisen darauf hin, dass die Mindestkosten für einen Rechtsanwalt und Gericht eine besondere Belastung darstellen
  • Es besteht ein gesetzlicher Zwang zur Scheidung vor einem Familiengericht, wodurch Mehrkosten entstehen

Finanzielle Hilfe bei den Scheidungskosten

Für einen Ehepartner mit geringen finanziellen Mitteln bieten sich zwei Möglichkeiten zur Sicherstellung der Verfahrenskosten:

  • Verfahrenskosten-Vorschuss (Prozesskostenvorschuss)
  • Verfahrenskostenhilfe (Prozesskostenhilfe)

Welche wirtschaftliche Hilfe zum Tragen kommt, hängt von den Vermögenswerten des anderen Ehepartners ab. Vorrangig ist immer der Verfahrenskosten-Vorschuss zu beantragen. Dabei werden sowohl die Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Antragstellers und des zu scheidenden Ehepartners ermittelt. Stellt das Gericht fest, dass für einen der beiden Eheleute die Scheidungskosten eine unzumutbare Härte darstellt, muss der andere Ehepartner mit einem Verfahrenskosten-Vorschuss aushelfen.

Der Verfahrenskosten-Vorschuss ist gleich bei der Erstberatung bei einem Scheidungsanwalt geltend zu machen. Dieser ermittelt den Wert anhand des Verfahrenswertes und überstellt die Ermittlung dem zuständigen Familiengericht. Das Gericht ist dazu berechtigt, sofern alle Unterlagen eingehend geprüft sind, eine einstweilige Anordnung auszusprechen. Damit stellt das Familiengericht sicher, dass der Antragsteller die Vorschusskosten beim Ehepartner rechtlich einfordern kann. Dies ist selbst möglich, wenn dieser sich weigert Auskünfte über seine Vermögens- und Einkommensverhältnisse einzureichen.

Der zahlungsfähige Ehepartner, der per einstweiliger Anordnung dem Verfahrenskosten-Vorschuss nachkommen muss, darf eine Ratenzahlung beantragen. Die Vorschusszahlung darf zu keiner existenziellen Härte führen. In diesem Fall gewährt ein Familiengericht die Ratenzahlung und setzt die monatlichen Raten fest.

Verfahrenskosten-Vorschuss durch Angehörige

Bedürftige Ehegatten, die nicht in der Lage sind die Scheidungskosten zu decken, treten in vielen Fällen in den Dialog mit liquiden Angehörigen. Eine weitere Option stellen Sofortkredite für Scheidungskosten dar.

Die Verfahrenskostenhilfe (Prozesskostenhilfe/PKH) ist ein staatliches Justizdarlehen. In Familiensachen sind alle Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, zum Antrag zugelassen. Eine finanzielle PKH deckt nur die Gebühren für einen Anwalt sowie die entstehenden Gerichtskosten. Alle weiteren anfallenden Kosten für einen eigens beauftragten Gutachter oder Sachverständigen sind vom PKH-Bezieher selbst zu tragen. Abhängig von der künftigen wirtschaftlichen Existenz des PKH-Beziehers, wird die Verfahrenskostenhilfe mit oder ohne Rückzahlung gewährt. Hierzu muss der Antragsteller gegebenenfalls auf Anordnung eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die für drei Jahre gültig ist. Es ist notwendig alle Einkünfte (auch künftig absehbare), Zugewinne, Vermögenswerte und Geldleistungen Dritter offen zu legen.

Hinweis

Achtung bei Rechtsschutz-Versicherung
Bei Bestehen einer Rechtsschutz-Versicherung wird nur dann eine Verfahrenskostenhilfe bewilligt, wenn die Police ausdrücklich die Scheidungskosten vollständig oder zu Teilen ausschließt.

Die Abrechnung der Anwaltsgebühren erfolgt bei Bezug der Verfahrenskostenhilfe über die Staatskasse. Das Honorar mindert sich dadurch gegenüber einer direkten Honorarvereinbarung mit dem Mandanten. Weitere Forderungen durch den Rechtsanwalt, der einen der Ehegatten bei der Scheidung vertritt, sind dennoch zulässig. Allerdings nur, sofern der Mandant zusätzliche anwaltliche Hilfen in Anspruch nimmt, die nicht durch die Verfahrenskostenhilfe gedeckt sind.

Im Merkblatt der Verfahrenskostenhilfe wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für jede wesentliche Änderung im Bezug auf die wirtschaftlichen und/oder persönlichen Verhältnisse ein Formular des Begünstigten auszufüllen ist. Die Selbstauskunft ist bei der zuständigen Gerichtskasse unverzüglich einzureichen. Daraus ergibt sich in der Rückzahlung einer PKH eine Anpassung der bereits getätigten Angaben. Dies kann zur Folge haben, dass die monatlichen Rückzahlungsraten auf maximal 48 Raten erhöht oder gesenkt werden.

Beispiel
Erhält eine Ehegattin aufgrund ihrer niedrigen Einkünfte eine Verfahrenskostenhilfe mit Rückzahlung, wird diese zwischen fünf und 48 Monatsraten getilgt. Kommt es im Tilgungszeitraum zu einer finanziellen Verbesserung, ist das Formular bei der zuständigen Gerichtskasse abzuholen, auszufüllen und einzureichen. Anschließend beschließt das Gericht, inwiefern sich die künftigen Raten im Monat erhöhen.

Fakten im Detail:

  • Verfahrenskosten-Vorschuss ist vor Verfahrenskostenhilfe zu beantragen
  • Finanzielle Hilfen gibt es auf Anfrage bei Angehörigen oder durch einen Kredit
  • Rechtsschutz-Versicherung überprüfen, inwieweit Scheidungskosten gedeckt sind
  • Jede wesentliche Änderung der finanziellen oder persönlichen Verhältnisse ist bei PKH-Bewilligung anzugeben oder nachzureichen

Außerwirtschaftliche Hilfe bei Scheidung

Kostenlose Beratungsstellen für Frauen und Familien sind bei Scheidungen behilflich. Dasselbe steht auch Ehegatten und Vätern zu, um ihre Rechte zu sichern und den Dialog zwischen den zu scheidenden Eheleuten zu fördern. In Härtefällen einer Scheidung, bei denen es zu schweren Streitigkeiten kommt und das Kindeswohl zu berücksichtigen ist, steht das örtliche Jugendamt als Ratgeber zur Verfügung.

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liquiditaetsplan
Redaktion I

Die Erstellung eines Liquiditätsplans wird von den meisten Unternehmen unabhängig von ihrer Größe vorgenommen. Der Zeitraum für die Planung beträgt in der Regel 12 Monate. Grundsätzlich kann der Zeitraum jedoch variieren. Es gibt Unternehmen, die ihre Finanzplanung für ein oder … Weiterlesen

Die Erstellung eines Liquiditätsplans wird von den meisten Unternehmen unabhängig von ihrer Größe vorgenommen. Der Zeitraum für die Planung beträgt in der Regel 12 Monate. Grundsätzlich kann der Zeitraum jedoch variieren.

Es gibt Unternehmen, die ihre Finanzplanung für ein oder zwei Quartale aufstellen. Andere planen in einem Zeitraum von 24 Monaten. Grundsätzlich steht es einem Unternehmen frei, ob es sich für eine Liquiditätsplanung entscheidet und wie diese aufgestellt wird. Die Nutzung einer vorausschauenden Finanzplanung ist jedoch für alle Unternehmen empfehlenswert. Dies gilt insbesondere in Zeiträumen, in denen größere Investitionen getroffen werden.

Auch Freiberufler und Kleinunternehmer sind mit einer Liquiditätsplanung gut beraten. Wenn der Unternehmer weiß, wie viel Geldreserven er besitzt und welche Investitionen getätigt werden können, kann er besser wirtschaften als ohne Finanzplanung. Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Freiberuflern wird die Planung häufig vernachlässigt. Das kann sich wiederum negativ auf die Liquidität auswirken.

Definition Liquiditätsplan

Hinter dem Begriff des Liquiditätsplans verbirgt sich eine recht einfache Definition. Mit dieser ist eine in der Buchhaltung einfache Vorgehensweise verbunden. Alle erwarteten Einnahmen für den Planungszeitraum werden den Kosten und Ausgaben gegenüber gestellt. Dieses Vorgehen empfiehlt sich für Existenzgründer, denn mit dem Liquiditätsplan wird erfasst, ob die geplante Selbstständigkeit eher Gewinne oder Verluste abwerfen wird. Es ist wichtig, dass ausschließlich Einnahmen protokolliert werden, mit denen sicher gerechnet werden kann. Kosten dagegen können großzügiger veranschlagt werden.

Eine sichere Auftragslage kann oftmals nicht für einen längeren Zeitraum geplant werden. Daher gibt es Liquiditätspläne, die nur einige Tage oder eine Woche im Voraus aufgestellt werden. Den Zeitraum legt der Existenzgründer individuell fest. Es gibt keine diesbezüglichen Vorschriften. Eine Liquiditätsplanung wird von Behörden wie den Finanzämtern nur in begründeten Einzelfällen gefordert. Ein Unternehmen, das tief in den roten Zahlen steckt, muss zum Beispiel einen Liquiditätsplan für den Nachweis einer Besserung der Auftragslage vorlegen.

Wichtige Fakten:

  • der Liquiditätsplan kann für einen individuell definierten Zeitraum erstellt werden
  • Einnahmen und Ausgaben werden gegenüber gestellt
  • Liquiditätsplanung ist in der Regel nicht gesetzlich vorgeschrieben

Vorteile der Erstellung eines Liquiditätsplans

Der Liquiditätsplan wird erstellt, um einen Überblick über die Zahlungskraft des Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum zu bekommen. Aus diesem Plan kann auch ein Existenzgründer auf verschiedene Weise einen Nutzen ziehen. Zum einen ermittelt er seine Geldreserven, die er in dem betreffenden Zeitraum für Investitionen zur Verfügung haben wird.

Zum anderen erkennt er jedoch auch Risiken. Wenn die Liquiditätsplanung einen Fehlbetrag ergibt, ist es für den Existenzgründer möglich, umgehend darauf zu reagieren. Er hat die Möglichkeit, Aufträge in größerer Anzahl zu generieren oder große Investitionen zu verschieben. Das Risiko einer finanziellen Schieflage oder Zahlungsausfälle werden durch eine bewusste Liquiditätsplanung verhindert. Dies ist vor allem beim Start in die Selbstständigkeit wichtig.

Die Erstellung eines Liquiditätsplans ist nicht nur für Existenzgründer, sondern für alle Unternehmen unabhängig von der Größe ratsam. Es sollten möglichst kurze Zeiträume gewählt werden.

Liquiditätsplan im Rahmen der rollierenden Planung

Es ist ratsam, den Liquiditätsplan im Rahmen einer rollierenden Planung zu erstellen. Dabei handelt es sich um eine Übersicht der Einnahmen und Ausgaben, die permanent aktualisiert wird. Die Aufstellung einer rollenden Planung ist notwendig, wenn Aufträge kurzfristig abgewickelt werden.

Für Existenzgründer ist diese Art der Planung besonders vorteilhaft, da sie erst Erfahrungen mit der sich langsam entwickelnden Auftragslage sammeln müssen. Der Liquiditätsplan kann nur auf Schätzungen beruhen, da der Existenzgründer nicht exakt weiß, wie viele Aufträge innerhalb des Planungszeitraums eingehen.

Bei der rollenden Planung wird ein Planungsziel gesetzt, das auf Erfahrungswerten in der Branche beruht. In den Jahren nach der Existenzgründung ist es hilfreich, wenn die letzten 3 Geschäftsjahre als Grundlage genommen werden. Aus dieser Zeit kann ein guter Durchschnitt ermittelt werden.

Wichtig ist die Berücksichtigung von Veränderungen. Mitunter etabliert sich Konkurrenz oder am Standort gibt es durch bauliche Maßnahmen Veränderungen, die sich auf die Umsätze und somit auf die Liquiditätsplanung auswirken. Unabhängig davon, ob sich der Existenzgründer für eine starre Liquiditätsplanung oder eine rollierende Planung entscheidet: Es wichtig, alle Eventualitäten exakt und realitätsnah zu berücksichtigen. Wurde der Liquiditätsplan geschönt, hat niemand etwas davon. Die Zahlen stimmen nicht und das Unternehmen kann trotz einer positiven Planung in Schieflage geraten.

Wichtige Fakten:

  • der Liquiditätsplan sollte nur tatsächlich zu erwartende Einnahmen enthalten
  • alle Ausgaben müssen realistisch aufgelistet werden
  • Veränderungen in der Betriebsstruktur durch innere oder äußere Maßnahmen sollten im Liquiditätsplan aufgenommen werden

Liquiditätsplan für Existenzgründer und junge Unternehmen

Die Aufstellung des ersten Liquiditätsplans erfordert fundiertes Wissen, über das Existenzgründer mitunter nicht verfügen. In diesem Fall ist es wichtig, dass Hilfen in Anspruch genommen werden. In Existenzgründer-Seminaren werden die Grundlagen zur Erstellung von Geschäfts- und Liquiditätsplänen vermittelt. Wenn es die finanziellen Mittel erlauben, sollte der Gründer einen Fachmann mit der Erstellung der ersten Pläne beauftragen.

Die Investition lohnt sich in den meisten Fällen, denn ein hohes Liquiditätsdefizit kann bei jungen Unternehmen im schlimmsten Falle dazu führen, dass die Geschäftsidee scheitert. Ein realistischer Liquiditätsplan zeigt die Grenzen auf und zwingt zum Umdenken. Viele Unternehmer haben nach der Auswertung des Liquiditätsplans kleiner angefangen und waren mit dieser Strategie erfolgreich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Existenzgründer und junge Unternehmen keinesfalls auf die Aufstellung eines Liquiditätsplans verzichten.

Aufbau des Liquiditätsplans

Der Aufbau der Liquiditätsplanung ist nicht vorgeschrieben. In der modernen Buchhaltung wird eine Tabellenkalkulation oder ein Buchführungsprogramm genutzt, das die Liquiditätsplanung erlaubt. Ein einfacher Liquiditätsplan besteht aus zwei Tabellen, in denen die zu erwartenden Einnahmen sowie die Ausgaben übersichtlich erfasst werden. Die einzelnen Posten werden benannt und in ihrem Netto-Geldwert aufgeführt.

Beim Aufbau der Liquiditätsplanung ist es wichtig, einen Betrag für Kosten einzuplanen, die zusätzlich anfallen können. Dazu gehören vor allem Reparaturen oder Personalkosten. Eine zu knappe Kalkulierung führt zu verfälschten Ergebnissen.

Vor allem zu Beginn einer Selbstständigkeit ist es nicht möglich, die Einnahmen detailliert aufzuführen. Dies gelingt nur bei Aufträgen, die vom Kunden oder Auftraggeber bestätigt wurden. Hilfreich ist es, wenn die Auftraggeber bereits bekannt sind.

Es ist von Vorteil, sichere Einnahmen im Liquiditätsplan von erwarteten Einnahmen zu trennen. Wenn die Existenzgründung auf einer gesunden Geschäftsidee beruht, reicht es aus, mit den sicheren Einnahmen zu planen. Die unsicheren Einnahmen stellen eine zusätzliche Sicherheit dar. Sie werden aber in die Ausgabenplanung nicht einbezogen. Fließen die unsicheren Einnahmen und kann der Liquiditätsplan positiv aufgestellt werden, erwirtschaftet das Unternehmen am Ende der Planungsperiode einen Gewinn.

Die Planung mit unsicheren Einnahmen stellt ein Risiko dar, das umgangen werden sollte.

Sind alle Einnahmen und Ausnahmen aufgelistet, berechnet die Tabellenkalkulation oder das Buchhaltungsprogramm einen Überschuss oder einen Minusbetrag. Anhand dieser Berechnung kann der Existenzgründer die Planung für den vorher festgelegten Zeitraum herstellen.

Wichtige Fakten:

  • moderne Liquiditätsplan erfolgt mit einer Tabellenkalkulation oder einem Buchhaltungsprogramm
  • es sollten nur sichere Einnahmen berücksichtigt werden
  • im Liquiditätsplan wird mit den Netto-Geldwerten gerechnet

liquiditaetsplan

Ziel der Liquiditätsplanung

Eine solide Liquiditätsplanung hat das Ziel, von Anfang an eine dauerhafte Liquidität herzustellen. Dies gilt nicht nur für den Planungszeitraum oder das erste Geschäftsjahr nach der Existenzgründung, sondern auch darüber hinaus. Die dauerhafte Liquidität stellt eine gute Grundlage für Investitionen jeglicher Art dar. Der Existenzgründer kommt auch dann nicht in Schwierigkeiten, wenn sich die Auftragslage für einen begrenzten Zeitraum verschlechtert.

Bei handwerklichen Betrieben ist dies häufig in der Urlaubszeit der Fall. Der Handel verzeichnet Umsatzeinbußen nach Weihnachten oder Ostern. Die Auftragslage vieler Künstler ist im Winter schlechter als im Sommer. In einer guten Liquiditätsplanung werden diese Perioden erfasst und finden Berücksichtigung. Ein gesundes Unternehmen kann diese Zeiten gut überbrücken.

Wichtige Fakten:

  • eine gute Liquiditätsplanung berücksichtigt Flauten
  • Ziel der Liquiditätsplan ist die Herstellung einer dauerhaften Zahlungsfähigkeit

Unterschied zwischen Liquiditätsplan und Fakturierung

Es gibt einen Unterschied zwischen der Aufstellung eines Liquiditätsplans und der Fakturität, die Existenzgründer kennen sollten, um richtig darauf zu reagieren. Einzelunternehmer und junge Betriebe verfügen in den Jahren nach der Gründung noch nicht über ein so hohes Maß an Erfahrung. Es kommt zu Verwechslungen zwischen der Buchhaltung und dem Liquiditätsplan.

Was bedeutet Fakturierung?

In der Buchhaltung ist Fakturierung ein anderer Begriff für die Rechnungsstellung. Eine Rechnung darf erst ausgeschrieben werden, wenn das Unternehmen die in der Rechnung bezifferte Leistung erbracht hat. Dem Kunden wird eine Frist zur Zahlung der Rechnung gesetzt. Erst wenn diese Zahlung erfolgt ist und der Kunde die Rechnung nicht beanstandet, wird der Betrag in der Buchhaltung gutgeschrieben.

Bei der Fakturierung werden nur Leistungen erfasst, die tatsächlich erbracht wurden und für die Auszahlung reif sind. Im Liquiditätsplan geht es jedoch um eine Vorplanung. Es werden auch die Leistungen und Umsätze einbezogen, die noch nicht erbracht wurden, aber aufgrund der Beauftragung durch einen Kunden erwartet werden.

Im Handel ist die Liquiditätsplanung etwas schwieriger. Es kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, wie sich die Umsätze entwickeln. Dennoch sollten auch junge Unternehmen und Freiberufler, die noch nicht über ein hohes Maß an Erfahrungen verfügen, einen Liquiditätsplan zu ihrer eigenen Übersicht aufstellen.

In der Fakturierung werden tatsächlich erbrachte Leistungen erfasst, im Liquiditätsplan hingegen geplante und erwartete Leistungen.

Das gehört in einen Liquiditätsplan

Der Aufbau eines Liquiditätsplans ist nicht zwingend vorgeschrieben. Dennoch gibt es eine Struktur, die sich bewährt hat und von Kleinbetrieben und Unternehmen mit wenig Erfahrung genutzt werden kann.

Im Liquiditätsplan werden folgende Posten aufgenommen:

Einnahmen
Ausgaben
Erlöse aus den geplanten UmsätzenAufwendung für Löhne und Gehälter
Erlöse aus den EinkäufenAnschaffungskosten für Material und im Rahmen des Betriebsbedarfs
Einnahmen aus Zinsgutschriften und ProvisionenAusgaben für Versicherungen
Einnahmen aus EigenkapitalKreditzinsen
Einnahmen aus Fremdkapital (Kredit)Tilgungen, Steuern, Dividenden

Am Ende der Berechnung ergibt sich ein Liquiditätsüberschuss oder ein Liquiditätsdefizit. Ein Überschuss kann für Investitionen oder Anschaffungen von Betriebsvermögen verwendet werden. Wenn sich ein Defizit ergeben hat, sollte der Existenzgründer prüfen, ob er Ausgaben kürzen kann. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn in den Einnahmen Posten enthalten sind, die nur geschätzt, nicht aber vom Auftraggeber bestätigt worden sind.

Abschreibungen werden im Liquiditätsplan grundsätzlich nicht berücksichtigt.

Liquiditätsplan und Businessplan

Liquiditätsplan und Businessplan bilden in vielen Unternehmen eine Einheit. Im Businessplan wird eine Geschäftsidee beschrieben. Gleichzeitig wird definiert, wie die Idee finanziert und umgesetzt werden kann. In Verbindung mit einem Liquiditätsplan steht der Businessplan auf einer soliden Grundlage. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Geschäftsplan mit einem Liquiditätsplan verbunden ist, der einen Liquiditätsüberschuss ausweist.

Wer sich selbstständig machen will, ist häufig verpflichtet, einen Geschäftsplan vorzulegen. Dies wird insbesondere dann notwendig, wenn für die Geschäftsidee Kredite beansprucht oder steuerliche Vergünstigungen angeboten werden. Die Geschäftsidee muss für die Gewährung eines Kredit für Selbstständige Aussicht auf Erfolg haben. Mit einem positiven Liquiditätsplan kann diese Erfolgsstrategie unterlegt werden.

Businessplan und Liquiditätsplan sollten immer stimmig sein. Es ist wichtig, die Einnahmen zu belegen und die Ausgaben realistisch zu definieren. Wenn finanzielle Hilfen beansprucht werden, erfolgt in der Regel eine exakte Überprüfung der eingereichten Unterlagen.

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GEZ Befreiung
Redaktion I

GEZ ist die Abkürzung für die Gebühreneinzugszentrale. Das Unternehmen kassiert die Forderungen der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender wie ARD und ZDF im Auftrag der Rundfunkanstalten. Die GEZ-Gebühr wurde im Jahre 2013 in eine Haushaltsumlage umgewandelt und ist mittlerweile unter den … Weiterlesen

GEZ ist die Abkürzung für die Gebühreneinzugszentrale. Das Unternehmen kassiert die Forderungen der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender wie ARD und ZDF im Auftrag der Rundfunkanstalten. Die GEZ-Gebühr wurde im Jahre 2013 in eine Haushaltsumlage umgewandelt und ist mittlerweile unter den Namen Rundfunkbeitrag oder Beitragsservice bekannt. Die bis dato geltenden Regelungen schlossen Personen, die keinen Fernseher besaßen und den Radioempfang nicht nutzten, von den Zahlungen aus.

Nach Inkrafttreten der neuen Regelung zahlt jeder den Rundfunkbeitrag, unabhängig davon, ob er das Angebot der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender nutzt oder nicht. Dies führte zu Protesten vor allem von den Bürgern, die keinen Fernseher besitzen und keine öffentlich-rechtlichen Radiosendern hören. Dennoch werden alle Bürger zur Zahlung verpflichtet und es gibt nur wenige Ausnahmen. Zu diesen gehören Bürger mit einem geringen Einkommen, Schüler, Studenten und Menschen, die aufgrund ihres Handicaps keinen Nutzen von den Programmen haben. Hierzu zählen insbesondere Menschen mit einer Seh- oder Hörbehinderung.

Höhe und Fälligkeit der Rundfunkgebühren

Die GEZ-Gebühr wird monatlich berechnet und kostet 17.50 Euro. Die Berechnung des Betrags erfolgt für jeden Haushalt. Es wird ein Haushaltsvorstand ermittelt, der zur Zahlung der Gebühr veranlagt wird. Der Beitragsservice ist alle 3 Monate fällig und kann proaktiv überwiesen oder mit einer Einzugsermächtigung gezahlt werden. Das Argument, dass Radio und Fernsehen nicht genutzt werden oder das in dem Haushalt nur private Sender angeschaut werden, zählt nicht.

Laut der Argumentation und Informationen der Rundfunksendeanstalten reicht es aus, wenn der Empfang durch das Aufstellen eines Fernsehgerätes oder Radios theoretisch möglich ist. Haushalte ohne Fernsehen und Radio wehren sich erfolglos gegen den Rundfunkbeitrag. Es wird argumentiert, dass moderne Smartphones, Tablet-PC’s und Computer die Nutzung der Inhalte ermöglichen. Ein Beweis zur Nicht-Nutzung des Service und der Inhalte ist nicht möglich. Daher kann die Gebühr von jedem Haushalt eingefordert werden – unabhängig von der Nutzung von ARD und Co.

Wenn die Rundfunkgebühren vom Bürger nicht gezahlt werden, drohen Mahn- und Vollstreckungsverfahren. Über die Medien wurde bekannt, dass säumige Gebührenzahler, die nachweislich keine Empfangsgeräte besaßen, in Erzwingungshaft genommen wurden. Demnach macht es keinen Sinn, sich gegen die Abgabe zu wehren. Es kann jedoch geprüft werden, ob nicht eine Befreiung von der Rundfunkgebühr infrage kommt. Die Abmeldung und Befreiung vom Beitrag ist jedoch nur für bestimmte Personengruppen vorgesehen.

Wichtig

Eine GEZ-Befreiung erfolgt auf Antragstellung. Sie kann unter Umständen rückwirkend gewährt werden. Aus diesem Grund sollte der Antrag sofort nach dem Bekanntwerden der Option zur GEZ-Befreiung gestellt werden.

Voraussetzungen für die Befreiung von der Rundfunkgebühr

Die Voraussetzungen, nach denen eine Befreiung von der Rundfunkgebühr beantragt werden kann, sind eng gesteckt. Sie gilt nur für einen bestimmten Personenkreis, kann sich aber auch auf die Personen auswirken, die mit im Haushalt leben.

Betreut eine Familie beispielsweise ein erwachsenes Kind mit einer Behinderung in ihrem Haushalt, ist das Kind von der Rundfunkgebühr befreit. In diesem Fall gilt die Befreiung auch für die Eltern, solange sie das Kind pflegen und in ihrem Haushalt betreuen. Lebt das Kind allein in einem betreuten Wohnen, kann es sich ebenfalls von dem Rundfunkbeitrag befreien lassen.

Wichtig

Leben mehrere sozial schwache Menschen oder Personen mit Handicap zusammen in einer Wohnung, kann die Befreiung vom Beitragsservice beantragt werden.

Vor allem Menschen mit Handicap und Senioren mit geringem Einkommen sind mit der Antragstellung für die Befreiung von der Rundfunkgebühr überfordert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie auf die Möglichkeit der Befreiung von den Rundfunkgebühren hingewiesen werden. Da der Antrag umfangreich ist und zahlreicher Nachweise bedarf, sollte Hilfe durch die Familie oder eine andere betreuende Person gewährleistet werden.

Die Befreiung der Rundgebühr ist möglich, wenn die Voraussetzungen, die zur Befreiung berechtigen, eingetreten sind. Die GEZ-Befreiung wird so lange gewährt, wie die Voraussetzungen vorliegen. Die Personen müssen sich selbst über die gesetzlichen Grundlagen informieren. Automatisch wird niemand vom Rundfunkbeitrag befreit.

Wichtig

Eine Befreiung von der Rundfunkgebühr erfolgt niemals auf Lebenszeit. Auch bei Menschen mit schweren Behinderungen muss der Antrag nach Ablauf der Befreiungszeit neu gestellt werden.

GEZ Befreiung

Möglichkeit der Befreiung von der GEZ-Gebühr für bestimmte Personengruppen

Verschiedene Personengruppen kommen für die Befreiung von der GEZ-Gebühr infrage. Grundsätzlich wird die Antragstellung jedoch zunächst von der zuständigen Behörde geprüft. Dies gilt auch bei Vorliegen einer eindeutigen Ausgangslage.

Wird die Befreiung vom Beitragsservice bewilligt, gilt sie ab Antragstellung. Dies gilt auch dann, wenn die Bearbeitung des Antrags länger gedauert hat. Um einem Mahnverfahren vorzubeugen, sollte die Gebühr zunächst fristgerecht gezahlt werden. Wenn die Befreiung bewilligt wurde, werden zu viel gezahlte Leistungen von der GEZ zurückerstattet.

Befreiung vom Rundfunkbeitrag für einkommensschwache Haushalte

Einkommensschwache Haushalte können sich von der Rundfunkgebühr befreien lassen. Es ist jedoch zu beachten, dass das Einkommen aller Mitglieder eines Haushalts zusammengerechnet wird. Es reicht nicht aus, wenn die Frau beispielsweise wenig verdient. Der Mann gilt mit seinem Einkommen als Hauptverdiener. Der Haushalt zählt nicht als befreit und muss die Gebühren an den Beitragsservice entrichten.

Harz-IV-Empfänger gelten automatisch als einkommensschwache Haushalte, da sie vom festgelegten Existenzminimum leben. Das Existenzminimum bildet die Grundlage für die Möglichkeit, sich von den Rundfunkgebühren befreien zu lassen.

Neben Hartz-IV-Empfängern können Rentner, die nur die Mindestrente bekommen oder aufgestockt werden, eine Befreiung beantragen. Hier gilt, dass alle Personen im Haushalt als einkommensschwach gelten müssen. Wenn ein Rentner-Ehepaar, das zusammen in einem Haushalt lebt, eine volle Rente und eine Mindestrente bezieht, wird die GEZ-Befreiung nicht genehmigt.

Geringverdiener, die knapp über dem Existenzminimum leben, können auch für eine Befreiung von der GEZ-Gebühr infrage kommen. Letztlich entscheidet das Einkommen. Bei einem geringen Verdienst in Höhe des Mindestlohns ist die Möglichkeit der Befreiung von der GEZ-Gebühr wahrscheinlich.

Befreiung von der GEZ-Gebühr aufgrund geringem Einkommens ist möglich für:

  • Hartz IV Empfänger
  • Rentner mit Mindestrente oder Aufstocker
  • Bezieher geringer Einkommen bei Zahlung von Mindestlohn

Rundfunkbeitrag für Menschen mit Behinderung

Menschen mit Handicap können aus verschiedenen Gründen eine Befreiung des Rundfunkbeitrags beantragen. Zu den Berechtigten zählen in erster Linie Menschen, die den Empfang von Fernsehen oder Hörfunk aufgrund ihrer Behinderung nicht wahrnehmen können.

Dazu gehören:

  • blinde Menschen
  • Menschen mit einer schweren Hörbehinderung
  • Schwerstbehinderte
  • Menschen mit geistiger Behinderung, die nicht in der Lage sind, die Inhalte zu erfassen

Darüber hinaus können Menschen, die nach einem Unfall oder nach einer schweren Erkrankung schwerbehindert sind, eine Ermäßigung bekommen. Sie zahlen einen Beitrag von 5,83 Euro im Monat, und zwar unabhängig von ihrem tatsächlichen Einkommen.

Auch Betroffene, die seit ihrer Geburt eine schwere Behinderung haben, können die Ermäßigung in Anspruch nehmen. Es kann sich um Körperbehinderungen oder Einschränkungen nach schweren Erkrankungen wie Krebs handeln, die grundsätzlich eine Wahrnehmung der gesendeten Inhalte erlauben. Voraussetzung ist der Besitz eines Schwerbehinderten-Ausweises mit dem Vermerk „RF“ und einer Schwerbeschädigung von mindestens 80 Prozent.

Befreiung für Schüler, Studenten und Azubis

Schüler, Studenten und Azubis brauchen keine Rundfunkgebühr zahlen, wenn sie im Haushalt ihrer Eltern leben. Der Vater oder die Mutter entrichten als Haushaltsvorstand die Rundfunkgebühr. Diese schließt das Kind auch dann ein, wenn es erwachsen ist. Voraussetzung für diese Regelung ist, dass das erwachsene Kind mit dem Hauptwohnsitz unter der Adresse der Eltern dauerhaft gemeldet ist.

Leben erwachsene Kinder, die sich noch in der Ausbildung befinden, allein, so haben sie die Möglichkeit, sich vom Rundfunkbeitrag befreien zu lassen. Dies ist möglich, wenn sie die Voraussetzungen für einkommensschwache Personen erfüllen. Bei der Antragstellung wird das gesamte Einkommen ermittelt. Es darf nicht über den Grenzen liegen, die als Existenzminimum definiert sind. Kommen mehrere Einkommensanteile zusammen, weil BaFöG, Beihilfe durch die Eltern und das Einkommen aus einem Nebenjob zusammenfließen, können die Einkommensgrenzen überschritten sein. In diesem Fall können Schüler, Studenten und Auszubildende eventuell unter die Härtefallregelung fallen.

Wichtig

Die Regelungen über einen Härtefall gelten für alle Antragsteller, deren Einkommen knapp über den festgelegten Grenzen angesiedelt ist. Ob die Regelung zur Anwendung kommt oder nicht, entscheidet der Beitragsservice auf Antrag.

GEZ-Befreiung beim Anspruch auf Wohngeld

Wohngeldempfänger beziehen in der Regel nur ein geringes Einkommen. Daher kommen viele Wohngeldempfänger auch für eine Befreiung der GEZ-Gebühren in Betracht. Dies funktioniert aber nicht automatisch. Wie bei allen anderen Berechtigten ist auch bei Wohngeldempfängern eine Antragstellung auf Rundfunk-Befreiung notwendig.

Wichtige Fakten:

  • die GEZ-Gebühr wird grundsätzlich nur auf Antrag erlassen oder reduziert
  • berechtigt sind Bezieher geringer Einkommen, Schüler, Studenten und Menschen mit Handicap
  • die GEZ-Befreiung wird nicht auf Lebenszeit gewährt
  • eine rückwirkende Befreiung des Rundfunkbeitrags ist auf Antrag möglich

Ablauf der Antragstellung zur GEZ-Befreiung

Die Antragstellung zur Befreiung für die Rundfunkgebühren kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Als klassische Variante erfolgt die Anforderung des Antrags direkt bei der Rundfunkgebühren-Zentrale. Dias Formular mit Antragsunterlagen werden auf dem Postweg zugestellt und können auf gleichem Wege wieder zurückgesendet werden. Maßgeblich für die Antragstellung ist das Datum des Poststempels.

Alternativ ist es möglich, den Antrag auf Beitrags-Befreiung online auszufüllen und zu übermitteln. Grundsätzlich müssen verschiedene Unterlagen eingereicht werden. Zu diesen Unterlagen gehören:

  • Einkommensnachweise
  • Schwerbehindertenausweis
  • Nachweis über Bezug von Hartz IV, BaFöG oder anderen Sozialleistungen

Auf Anfrage kann die Einrichtung weiterer Unterlagen erforderlich werden. Die Anträge werden nach Eingang behandelt. Abhängig vom Antragsaufkommen kann die Wartezeit bis zum Bescheid mehrere Wochen betragen. Dies spielt aber keine Rolle und ist kein Nachteil für den Antragsteller, da der Zeitraum für die Bewilligung ab Antragstellung gilt.

Wichtig

In begründeten Fällen können Bürger die GEZ Befreiung rückwirkend beantragen. Der Zeitraum beträgt bis zu 3 Jahre. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass die Gründe schon vor der Antragstellung vorlagen. Gelingt dies, wird die GEZ-Befreiung rückwirkend gewährt. Überzahlte Beträge werden dem Antragsteller erstattet.

Bewilligungsdauer des Antrages auf GEZ Befreiung

Die Bewilligungsdauer für die Befreiung von den Rundfunkgebühren ist von der Ursache für die Befreiung abhängig. Liegt beispielsweise eine Schwerbehinderung vor, die dauerhaft attestiert ist, kann die Bewilligung grundsätzlich auf Lebenszeit erfolgen. Dies wird aber häufig nicht so gehandhabt.

In der Regel fragt die Rundfunkgebühren-Zentrale nach einem Ablauf von 3 bis 5 Jahren nach und fordert neue Nachweise an. Die Einrichtung ist dann obligatorisch, um die Befreiung zu erhalten.

Bezieher geringer Einkommen bekommen häufig nur eine Bewilligung für ein Jahr. Nach dem Ablauf dieses Zeitraums werden die Einkommensverhältnisse neu geprüft. Es sind einige Dinge zu beachten:

  • die Antragstellung muss nach Ablauf des Bewilligungszeitraums proaktiv erfolgen
  • Unterlagen sind innerhalb der gesetzten Frist einzureichen
  • die Gebührezentrale entscheidet, in welchem Zeitraum sie neue Nachweise benötigt

Somit handelt es sich bei der Bewilligungsdauer um Einzelfallentscheidungen, die von der persönlichen Situation des Antragstellers abhängen. In der Regel sind die Bewilligungszeiträume bei Menschen mit Behinderung deutlich länger als bei Beziehern niedriger Einkommen.

Wichtig

Veränderungen in den Einkommensverhältnissen müssen der GEZ unverzüglich gemeldet werden, vor allem dann, wenn durch das höhere Einkommen eine Zahlungspflicht entsteht. Der Aus- oder Umzug eines Menschen mit Handicap bedarf der Meldung, weil sich für den Haushalt Veränderungen bei der Zahlungspflicht ergeben könnten.

Maßnahmen bei der Ablehnung des Antrags

Wird der Antrag auf Befreiung des Rundfunkbeitrags abgelehnt, hat der Antragsteller das Recht, in den Widerspruch zu gehen. Der Zeitraum für den Widerspruch wird auf dem Ablehnungsbescheid vermerkt und beträgt in der Regel einen Monat.

Der Widerspruch hat nur Erfolg, wenn im Rahmen der Antragsprüfung Fehler in der Berechnung erfolgt sind oder Unterlagen nicht berücksichtigt wurden. Im Zweifelsfalle ist der Widerspruch sinnvoll, weil in diesem Fall eine erneute Prüfung des Antrags erfolgt.

Wichtig

Der Widerspruch muss innerhalb der festgesetzten Frist bei der Rundfunkanstalt eingegangen sein. Andernfalls gilt die Frist als verwirkt und die Gebühren unterliegen der Fälligkeit.

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Gründungszuschuss
Redaktion I

Der Gründungszuschuss vom Arbeitsamt kann für die Existenzgründung in Anspruch genommen werden und ist für diejenigen angedacht, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchten. Voraussetzung ist eine Projektbeschreibung oder ein Businessplan, der im Optimalfall in Verbindung mit einem … Weiterlesen

Der Gründungszuschuss vom Arbeitsamt kann für die Existenzgründung in Anspruch genommen werden und ist für diejenigen angedacht, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchten. Voraussetzung ist eine Projektbeschreibung oder ein Businessplan, der im Optimalfall in Verbindung mit einem Liquiditätsplan vorgelegt wird.

Die Arbeitsagentur prüft die Geschäftsidee auf ihre Erfolgsaussichten und Tragfähigkeit. Darüber hinaus kann es wichtig sein, dass der Existenzgründer eine gute Bonität vorweist. Private Schulden sind häufig ein Hindernis bei der Existenzgründung.

Der Gründungszuschuss orientiert sich in seiner Höhe an den Investitionen, die der Existenzgründer für die Selbstständigkeit plant. In der Regel werden jedoch nicht alle Investitionen gedeckt. In diesem Fall ist es wichtig, dass der Gründer entsprechend reagiert. Er hat die Möglichkeit, seine Pläne zu ändern und zunächst mit einer geringeren Investition zu starten. Alternativ ist es möglich, Eigenkapital zu investieren oder eine weitere Finanzierung, etwa ein Gründerdarlehen, zu beantragen.

Wichtig

Der Weg in die Selbstständigkeit sollte auf einer soliden Grundlage stehen. Eine Überschuldung kann auch bei gutem Start ein Hindernis für den geschäftlichen Erfolg sein. Besser ist es, wenn die ersten Investitionen kleiner gehalten werden, sodass die Mittel aus dem Gründerzuschuss ausreichen.

Voraussetzungen für den Antrag auf Gründerzuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Transferleistung, die gesetzlich festgeschrieben ist. Der Zuschuss soll die Gründung einer eigenen Existenz fördern. Sie erfolgt auf der Grundlage der §§ 93 f. des Dritten Sozialgesetzbuches.

Die Leistung kann von allen in Anspruch genommen werden, die sich zum Zeitpunkt der Gründung arbeitslos gemeldet haben und Regelleistungen beziehen. Die Pläne müssen auf eine hauptberufliche Selbständigkeit abzielen. Der Existenzgründer darf demnach nicht in eine nichtselbstständige Tätigkeit zurückkehren und etwa auf dem Weg der nebenberuflichen Selbstständigkeit die Existenzgründung versuchen. Gefördert wird nur, wer eine dauerhafte hauptberufliche Selbstständigkeit anstrebt und damit den Weg aus der Arbeitslosigkeit erfolgreich gehen kann.

Um in den Genuss der Förderung zu kommen, sind verschiedene Voraussetzungen gegeben, die durch das Arbeitsamt geprüft werden. Die Agentur für Arbeit gewährt den Zuschuss, wenn der Antragsteller alle der eng gesteckten Anforderungen erfüllt.

Vorliegen und Dauer der Arbeitslosigkeit

Als wichtigste Voraussetzung für den Gründungszuschuss gilt die gemeldete Arbeitslosigkeit. Nach einer betriebsbedingten Kündigung ist es nicht möglich, unmittelbar in die Selbstständigkeit überzugehen und einen Gründungszuschuss zu erhalten. Die Arbeitslosigkeit muss mindestens einen Tag bestehen, um die Antragstellung erfolgreich durchführen zu können.

Wichtig

In der Regel erfolgen betriebsbedingte Kündigungen unter Einhaltung der Kündigungsfrist, also Monate vor der Entlassung. Von einer Kündigung betroffene Mitarbeiter haben die Pflicht, sich unverzüglich beim Arbeitsamt zu melden. Eine geplante Existenzgründung kann bereits beim Erstgespräch thematisiert werden. Auch Vorbereitungen wie die Erstellung eines Businessplans sind möglich. Die Antragstellung erfolgt dann nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit, die bei guter Vorbereitung besonders kurz gehalten werden kann.

Anspruch auf Arbeitslosengeld

Existenzgründer, die einen Gründungszuschuss beanspruchen möchten, müssen während ihrer nichtselbstständigen Tätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben haben. Es ist festgelegt, dass dieser Anspruch für mindestens 150 Tage erworben worden sein muss. Hat der Arbeitslose aufgrund einer kurzen Arbeitsdauer oder einem vergangenen Bezug von Arbeitslosengeld einen geringeren Anspruch erworben, kann kein Gründerzuschuss beantragt werden.

Geschäftsidee mit Gewinnerzielungsabsicht

Die erfolgreiche Überprüfung der Geschäftsidee ist ebenfalls Voraussetzung für die Beanspruchung des Gründerzuschusses. Der Arbeitslose legt in einer Profilbeschreibung oder in einem Businessplan dar, wie er sich seine Selbstständigkeit vorstellt. Das Jobcenter nimmt keinen Einfluss auf die Art der Beschäftigung. Es schreibt dem Arbeitslosen keine Branche vor, in der er eine Selbstständigkeit anstreben sollte. Es überprüft die eingereichten Unterlagen im Hinblick auf eine Gewinnerzielungsabsicht.

Dies bedeutet, dass die Selbstständigkeit die Aussicht haben muss, erfolgreich zu sein. Ziel des Gründerzuschusses ist es, den Arbeitslosen in eine Beschäftigung zu bekommen. Im Idealfall braucht er für den Rest seines Berufslebens kein Arbeitslosengeld mehr zu beanspruchen. Wenn eine Geschäftsidee außergewöhnlich, aber vielversprechend ist, wird der Gründerzuschuss bewilligt.

Wichtig

Das Jobcenter hat einen sehr guten Einblick in die ortsüblichen Branchen und kennt den Bedarf an Arbeitskräften genau. Der Existenzgründer kann davon ausgehen, dass die Entscheidung über die Bewilligung der Geschäftsidee auf einer soliden Basis getroffen wird.

Erfüllung persönlicher und fachlicher Voraussetzungen

Das Arbeitsamt prüft nicht nur die Geschäftsidee, sondern auch die persönlichen Voraussetzungen des angehenden Gründers. Für viele Jobs, die auf selbstständiger Basis ausgeübt werden sollen, sind bestimmte Qualifikationen erforderlich. Kann der Arbeitslose diese Qualifikationen nicht nachweisen, muss er mit einer Ablehnung seines Antrags auf Gründungszuschuss rechnen.

Gleiches gilt, wenn der Mitarbeiter des Jobcenters an der persönlichen Eignung zweifelt. Eine selbstständige Tätigkeit erfordert bestimmte charakterliche Stärken. Dazu zählen Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Fleiß und auch eine positive Einstellung.

Erhält der Mitarbeiter des Jobcenters den Eindruck, dass die Selbstständigkeit nur dem Bezug des Gründerzuschusses dienen soll, kann die Gewährung versagt werden. Besagt der Lebenslauf, dass viele Tätigkeiten aufgenommen und gewechselt wurden, kann sich dies ebenfalls negativ auf die Bewilligung ausüben.

Wichtig

Gegen die Entscheidung, den Antrag auf Gründerzuschuss zu versagen, kann der Arbeitslose Widerspruch einlegen. So erreicht er, dass seine Eignung und auch die Geschäftsidee an höherer Stelle nochmals geprüft werden.

Anrechnung früherer Förderungen

Es gibt einige Fälle, in denen die Leistung von Seiten des Jobcenters ausgeschlossen wird. Dieser Leistungsausschluss tritt auch ein, wenn die Geschäftsidee gut ist und der Arbeitslose seine persönliche Eignung bewiesen hat. Der Leistungsausschluss ist in folgenden Fällen gerechtfertigt:

  • der Arbeitslose hat das 65. Lebensjahr erreicht
  • das Arbeitslosengeld unterliegt der Sperrfrist
  • der letzte Bezug eines Gründerzuschusses nach SGB III ist noch keine 24 Monate her
Wichtig

Wenn eine Sperrfrist angeordnet wurde, weil sich der Arbeitslose nicht rechtzeitig gemeldet oder proaktiv ohne berechtigte Gründe gekündigt hat, kann der Gründerzuschuss nach Ende dieser Sperrfrist bewilligt werden.

Auch gegen den Leistungsausschluss kann der Arbeitslose Rechtsmittel einlegen, um auf diese Weise eine erneute Prüfung des Falles zu erlangen.

Wichtige Fakten:

  • Arbeitslosigkeit muss vorliegen
  • Anspruch auf Arbeitslosengeld muss bestehen
  • fachliche und persönliche Eignung muss nachgewiesen sein
  • frühere Förderungen müssen mehr als 24 Monate zurückliegen
  • Gewinnerzielungsabsicht der Selbstständigkeit ist nachzuweisen
  • die Selbstständigkeit ist hauptberuflich anzustreben
  • die Arbeitslosigkeit wird durch die Selbstständigkeit beendet

Höhe des Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit

Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen gewährt. Während der ersten Phase hat der Existenzgründer Recht auf das volle Arbeitslosengeld. Dieses ist abhängig von seinem letzten Gehalt und davon, ob Kinder in dem Haushalt leben. Es beträgt mindestens 60 Prozent des letzten Nettolohns oder -gehalts.

Gründungszuschuss

Darüber hinaus wird eine Pauschale von 300 EUR monatlich gezahlt, die für die Sozialabgaben verwendet werden können. Die Pauschale für die Sozialabgaben kann um weitere neun Monate verlängert werden und wird somit maximal 15 Monate lang gezahlt.

Wichtig

Der Gründungszuschuss allein reicht für die Deckung der Lebenshaltungskosten und für notwendige Investitionen, die mit der Selbstständigkeit in Zusammenhang stehen, nicht aus. Er soll lediglich der Sicherung der Existenz dienen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Existenzgründer über Rücklagen verfügt oder weitere Hilfen in Anspruch nimmt.

Gewährung eines Gründungszuschusses ohne Arbeitslosigkeit

Für die Beantragung eines Gründungszuschusses spielt der Status des Antragstellers eine große Rolle. Erfolgt die Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus, besteht kein Recht auf den Gründerzuschuss vom Arbeitsamt. Wer nicht arbeitslos ist, kann keinen Gründungszuschuss bekommen.

Es besteht für Freiberufler und Selbstständige jedoch die Möglichkeit zb auf Vexcash einen Kredit für Selbstständige zu beantragen. Auch unsere Partnerplattform KREDITUP bietet besondere Produkte an, die speziell auf Gründer zugeschnitten sind.

Wenn sich der Existenzgründer aus einer Anstellung heraus selbstständig machen möchte, können ebenfalls verschiedene Hilfen gewährt werden. Aus diesen Gründen ist es wichtig, die Ausgangssituation bei dem Antrag auf Zuschuss zur Existenzgründung umfassend darzulegen.

Wichtig

Unabhängig von der Ausgangssituation sind alle Hilfen für Existenzgründer immer an das jeweilige Projekt gebunden. Aus diesem Grund ist der Gründer verpflichtet, eine Projektbeschreibung oder einen Geschäftsplan vorzulegen.

Gründungszuschuss für Freiberufler

Wird anstelle der Selbstständigkeit eine freiberufliche Tätigkeit angestrebt, gelten für Arbeitslose die gleichen Grundlagen für die Beantragung des Gründungszuschusses wie für die Planung einer Selbstständigkeit. Allerdings ist es für Freiberufler schwerer, ihr Projekt oder ihre Geschäftsidee überzeugend zu präsentieren.

Neben Ärzten, Rechtsanwälten und Heilpraktikern üben vor allem Künstler und Wissenschaftler einen freien Beruf aus. Entsprechend eng sind die Grenzen für die Genehmigung eines Gründungszuschusses für eine freiberufliche Tätigkeit gesteckt.

Angehende Freiberufler, die nicht arbeitslos waren, können keinen Gründungszuschuss beantragen. Es gibt jedoch für sie die Möglichkeit, ein Darlehen zur Existenzgründung zu beantragen.

Gründungszuschuss bei Festanstellung

Soll die Selbstständigkeit aus einer Festanstellung heraus aufgenommen werden, besteht keine Möglichkeit, den Gründerzuschuss zu bekommen. Der Anspruch wird erst erworben, wenn eine Arbeitslosigkeit eingetreten ist und kein Leistungsausschluss vorliegt. Plant der Existenzgründer aus einer Festanstellung heraus den Gang in die Selbstständigkeit, ist die Selbstständigkeit im Nebenberuf zunächst eine gute Wahl. Auf diese Weise kann ausgetestet werden, ob die Selbstständigkeit oder die freiberufliche Tätigkeit mit einem Erfolg beginnt. Zur Deckung von Investitionen kann hier ein Gründerdarlehen beantragt werden.

Wichtig
  • ohne Arbeitslosigkeit besteht kein Anspruch auf Gründerzuschuss
  • die Beantragung eines Gründerdarlehens ist möglich
  • die Regelungen gelten einheitlich für Selbstständige und Freiberufler

Steuerliche Aspekte

Ein bewilligter Antrag auf Gründungszuschuss braucht nicht versteuert zu werden. Außerdem unterliegt der Zuschuss nicht dem Vorbehalt der Progression. Er wird in voller Höhe an den Existenzgründer ausgezahlt und steht zur freien Verwendung zur Verfügung.

Mögliche Nachteile der Förderung durch den Gründungszuschuss

Die Bewilligung des Gründerzuschusses ist für viele Existenzgründer nur ein kleiner Teil der Gesamtfinanzierung. Die Selbstständigkeit kann in ganz wenigen Fällen allein mit dem Gründungszuschuss erfolgreich gestartet werden. Es ist von Vorteil, wenn die Pläne für die Selbstständigkeit fortgeschritten sind, bevor der Gründungszuschuss in Anspruch genommen wird. Ein zu schneller Gang in die Selbstständigkeit ohne Geschäftsplan und Recherchen besitzt kaum Tragfähigkeit. Vor allem dann, wenn kaum weitere Mittel für die Finanzierung der Selbstständigkeit und der eigenen Existenz vorhanden sind.

Das Arbeitslosengeld wird für ein halbes Jahr von der Arbeitsagentur gezahlt. Der Zeitraum ist viel zu kurz, um eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufzubauen. In der Regel benötigen Selbstständige dafür drei bis fünf Jahre. Die Pauschale von 300 Euro Förderung monatlich deckt nicht einmal die Kosten der Miete ab. Auch die Kosten für die Krankenversicherung liegen über diesem Betrag, wenn sich der Existenzgründer für eine freiwillige Mitgliedschaft entscheidet. Eine zu schnelle Entscheidung in Erwartung der Förderung ist in den meisten Fällen nachteilig, wenn die Selbstständigkeit nicht ausreichend geplant wurde.

Wichtig

Der Arbeitslose sollte sich niemals zur Selbstständigkeit überreden lassen. Bei kleinsten Zweifeln ist die Suche nach einer neuen Anstellung die bessere Wahl.

Unterschiede: Gründungszuschuss vs. Gründerdarlehen

Der Gründungszuschuss wird gern mit dem Gründerdarlehen verwechselt. Ein Gründerdarlehen wird von der KfW-Bank oder von anderen Kreditinstituten vergeben. Es muss in Raten zurückgezahlt werden. Ähnlich wie beim Gründungszuschuss benötigt auch das Gründerdarlehen eine Projektbeschreibung oder einen detaillierten Businessplan. Auch die Eignung und die Zukunftsaussichten für die Geschäftsidee werden geprüft.

Wichtig

Gründerdarlehen und Gründungszuschuss vom Arbeitsamt können bei Vorliegen der Voraussetzungen parallel zueinander gewährt werden.

Anders als der Gründerzuschuss kann das Gründerdarlehen von Selbstständigen in Anspruch genommen werden, die nicht aus einer Arbeitslosigkeit hinaus selbstständig werden möchten. Es wird nebenberuflich Selbstständigen gewährt, die planen, ihre Geschäftsidee auszubauen und in eine hauptberufliche Arbeit umzuwandeln.

Im Gegensatz zu einem Bankkredit hat das Gründerdarlehen verschiedene Vorteile. Dazu gehören:

  • niedrige Zinsen
  • langer Rückzahlungszeitraum
  • Rücksichtnahme auf finanzielle Engpässe durch Stundung oder Reduzierung der Raten

Trotz aller Vorzüge handelt es sich um ein Darlehen, das den Gründer finanziell belastet. Aus diesem Grund sollte die Aufnahme gründlich überdacht werden. Neben dem Gründungszuschuss können vor der Aufnahme eines Darlehens andere Optionen in Betracht gezogen werden. Zu diesen gehören:

  • Eigenkapital
  • Hilfe durch Freunde oder Verwandte
  • Verkauf von Vermögenswerten

In der Regel dauert es einige Zeit, bis sich ein neu gegründetes Unternehmen auf dem Markt etabliert hat. Einzelunternehmer müssen ihre Geschäftsidee zunächst bekannt machen. Die ersten Monate und mitunter auch Jahre sind oftmals nicht leicht. Viel Arbeit steht nicht selten ein nur geringer Gewinn gegenüber. Aus diesem Grund ist es von Vorteil, wenn der Existenzgründer so wenig wie möglich finanziell belastet ist.

Wenn der Gründungszuschuss für die Erhaltung der Existenz ausreicht, ist es von Vorteil, wenn auf die Aufnahme weiterer Darlehen verzichtet wird. Sollte ein Darlehen benötigt werden, ist das Gründungsdarlehen einem Bankkredit in jedem Fall vorzuziehen.

Wichtig

Auch das Gründungsdarlehen ist an die gute Bonität des Darlehensnehmers geknüpft. Bei privaten Zahlungsschwierigkeiten kann der Antrag des Gründungsdarlehens abgelehnt werden.

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