Redaktion I

Der Kauf einer Wählerstimme ist in Deutschland gesetzlich verboten (§108b, §108e StGB) – und das vollkommen zu recht. In der Vergangenheit kam es jedoch immer wieder zu Fällen, in denen der ein oder andere sein Glück mit dem An- bzw. … Weiterlesen

Der Kauf einer Wählerstimme ist in Deutschland gesetzlich verboten (§108b, §108e StGB) – und das vollkommen zu recht. In der Vergangenheit kam es jedoch immer wieder zu Fällen, in denen der ein oder andere sein Glück mit dem An- bzw. Verkauf von Stimmen versucht hat

Für wie viel Geld würden Sie Ihre Wahlstimme verkaufen?

Wir als Finanzexperten haben uns nun im Vorfeld der Bundestagswahl einmal gefragt, was dem Einzelnen seine Stimme wert wäre? In einer Umfrage haben wir nun genau diese Thematik untersucht. Dafür haben wir die Bevölkerung befragt:

Würden Sie ihre Stimme zur Bundestagswahl verkaufen? Und wenn ja, für welchen Betrag? Das Ergebnis ist recht erfreulich.

So haben die Befragten geantwortet:

  • Für die klare Mehrheit von 66 % ist die Stimme bei der Wahl unverkäuflich. Besonders für Frauen und ältere Befragte. Bei den bis 30-Jährigen würden immerhin 50 % der Befragten die Stimme für 2.000 € oder weniger verkaufen. Bei den 46+ -Jährigen sind es dagegen 22 %.
  • Besonders Männer sind für den Stimmenverkauf affin. 43 % würden die eigene Stimme verkaufen, bei den Frauen sind dagegen nur 25 % zu einem solchen Schritt bereit.

Umfrageergebnis zum Verkauf der eigenen Wahlstimme

BetragTotalMännlichWeiblich18-30 Jahre31-45 Jahre46+ Jahre
100 €7,20%10,90%3,50%12,50%6,60%5,00%
250 €1,40%1,70%1,20%3,80%1,90%0,00%
500 €2,90%4,60%1,20%1,30%1,90%4,40%
1.000 €4,90%6,30%3,50%6,30%9,40%1,30%
2.000 €17,40%19,50%15,20%26,30%19,80%11,30%
Unverkäuflich66,10%56,90%75,40%50,00%60,40%78,00%

Daten zur Umfrage:

Für die Umfrage wurden insgesamt 345 Personen befragt. Davon sind 171 Personen männlich und 174 weiblich. Insgesamt wurde in drei Altersgruppen unterschieden. Zwischen 18 und 30 Jahren wurden 80 Personen befragt, zwischen 31 und 45 Jahren 106 Personen und 46 und älter 159 Personen.

Publiziert am von Redaktion I | Kommentare deaktiviert für Umfrage zur Bundestagswahl 2017: Für welchen Betrag würden die Deutschen Ihre Stimme verkaufen?
Förderung der Ausbildung
Redaktion III

Reicht die Vergütung, die ein Auszubildender von seinem Lehrbetrieb erhält, zum Wohnen und Leben nicht aus, kann dieser in Deutschland eine Ausbildungsförderung erhalten. Kann der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnen, weil die Ausbildungsstelle zu weit entfernt ist, fällt es … Weiterlesen

Reicht die Vergütung, die ein Auszubildender von seinem Lehrbetrieb erhält, zum Wohnen und Leben nicht aus, kann dieser in Deutschland eine Ausbildungsförderung erhalten. Kann der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnen, weil die Ausbildungsstelle zu weit entfernt ist, fällt es schwer, mit dem wenigen Geld jeden Monat über die Runden zu kommen. Schließlich müssen neben der Miete das Essen, die Fahrten, Telefon und Internet bezahlt werden.

Bei manchen Ausbildungen müssen Anschaffungen getätigt werden: Das fängt bei der geforderten Berufsbekleidung an und hört bei den Arbeitsmaterialien noch lange nicht auf. Um sich komplett auf die Bildung und Leistungen zu konzentrieren, steht Azubis die Ausbildungsförderung des Bundesministeriums zur Verfügung. Sämtliche Informationen zum Service der Ausbildungsförderung haben wir in unserem Ratgeber-Artikel zusammengetragen.

Arten der Ausbildungsförderung

Welche Ausbildungsförderungen gibt es?

Förderung durch BAföG

Für Schüler und Studenten in Deutschland gibt es finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Während Schüler das BAföG als Vollzuschuss erhalten, bekommen Studenten die Förderung hälftig als Zuschuss und zinsloses Darlehen. Das BAföG dient dazu, das Studium zu finanzieren und dass die Schüler und Studenten ihre Ausbildung beziehungsweise das Studium zügig absolvieren und anschließend schnell ins Berufsleben starten können. Wer diese Förderung erhält, muss damit rechnen, dass es nach der Ausbildung zur BAföG-Rückzahlung kommt.

Der Anspruch auf BAföG besteht bei einer schulischen Ausbildung oder bei einem Studium. Azubis einer betrieblichen Ausbildungen sind von den BAföG-Leistungen in der Regel ausgeschlossen. Für Azubis gibt es dagegen die BAB, Berufsausbildungsbeihilfe oder bei einer Behinderung Ausbildungsgeld.

Ausbildungsförderung

Wer erhält eine Ausbildungsförderung?

Hinweis: Wer hat Anspruch auf BAföG? Unser Ratgeber zum Thema BAföG-Voraussetzungen gibt alle nötigen Informationen.

Berufsausbildungsbeihilfe kurz BAB

Die Berufsausbildungsbeihilfe wird von der Agentur für Arbeit gezahlt, wenn der Azubi während einer betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung nicht mehr bei den Eltern wohnt, weil das Elternhaus zu weit vom Ausbildungsbetrieb entfernt liegt. Ist der Auszubildende bereits volljährig, lebt in einer Lebenspartnerschaft, ist verheiratet oder hat ein Kind, spielt die Entfernung von Elternhaus und Ausbildungsbetrieb keine Rolle bei der Gewährung der BAB.

Muss ich die Ausbildungsförderung zurückzahlen?

Die Ausbildungsförderung BAB muss nicht zurückgezahlt werden. Die Berufsausbildungsbeihilfe will den Auszubildende helfen, wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden, die andernfalls einer beruflichen Qualifizierung im Wege stehen würden. Mit ihnen soll die berufliche Mobilität verbessert werden, wenn Jugendliche in der Nähe ihres Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsstelle finden können. Die Höhe der BAB richtet sich nach dem elterlichen Einkommen, nach der Höhe der vom Ausbildungsbetrieb gezahlten Vergütung, nach der Art der Unterkunft und eventuell nach dem Einkommen des Lebenspartners oder Ehegatten. Als Höchstbetrag kann der Auszubildende maximal 622 Euro monatlich erhalten.

Förderung von berufsvorbereitenden Maßnahmen

Nimmt der künftige Auszubildende vor seiner eigentlichen Berufsausbildung an einer sogenannten berufsvorbereitenden Maßnahme teil, wird diese unabhängig vom Einkommen der Eltern oder Partner gefördert. Für diese Maßnahmen übernimmt das Arbeitsamt neben den Kosten für den Lehrgang eventuelle Fahrtkosten und notwendige Kosten für die Kinderbetreuung. Diese werden teilweise pauschaliert und unabhängig vom Einkommen gezahlt.

Zweitausbildung fördern

Gilt die Ausbildungsförderung für eine zweite Berufsausbildung?

Die Berufsausbildungsbeihilfe ist eine Pflichtleistung zur Förderung von Arbeit und Ausbildung. Sie wird – abhängig von den entsprechenden Voraussetzungen zur Förderung – für die Absolvierung einer betrieblichen und außerbetriebliche Ausbildung gezahlt. Auch für eine berufsvorbereitende Maßnahme gilt diese Form der Ausbildungsförderung.

Die Berufsausbildungsbeihilfe kann sogar eine zweite Ausbildung ermöglichen. Das gilt, wenn junge Menschen zwar eine Ausbildung erfolgreich absolviert haben, trotzdem im gelernten Beruf ohne Perspektive sind. Ob eine solche Zweitausbildung in Form einer Weiterbildung oder Umschulung mit BAB gefördert wird, hängt vom Ermessen des Sachbearbeiters in der Agentur für Arbeit ab. Schließlich soll eine Ausbildung, mit der ein Jugendlicher eine Perspektive am Arbeitsmarkt erhält, nicht an finanziellen Mitteln zum Lebensunterhalt scheitern.

Die Beantragung der Berufsausbildungsbeihilfe

Wie stelle ich einen Antrag auf Ausbildungsförderung?

Will ein Auszubildender BAB von der Agentur für Arbeit bekommen, muss er die Ausbildungsförderung selbst beantragen. Dieser Antrag muss bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Zuständig ist jeweils die Agentur, in deren Bezirk der Wohnsitz des Auszubildenden liegt. Falls der Antrag auf BAB gestellt wird, wenn die Ausbildung begonnen hat, wird diese nicht rückwirkend gezahlt. Die Ausbildungsförderung gilt nur von dem Monat an, in dem sie beantragt wurde. Die Berufsausbildungsbeihilfe muss übrigens nicht zurückgezahlt werden. Die BAföG-Rückzahlung ist im Gegensatz dazu nicht von allen Empfängern zu umgehen. Studenten müssen die Hälfte dieser Ausbildungsförderung nach dem Studium zurückzahlen.

Die Voraussetzungen zur Förderung

Wer erhält die Ausbildungsförderung?

Wer eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf machen möchte, muss dafür einen Ausbildungsvertrag abschließen. Dann kann die Berufsausbildung auf Antrag gefördert werden. Gleiches gilt für die berufsvorbereitenden Maßnahmen. Neben deutschen Staatsangehörigen können ausländische Auszubildende gefördert werden. Da in diesen Fällen die gesetzlichen Regelungen nicht leicht zu durchschauen sind, sollte der zuständige Berater in der Agentur für Arbeit klären, ob die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden und eine BAB gewährt werden kann.

Dauer der Zahlung

Wie lange wird die Ausbildungsförderung gezahlt?

Wie hoch die Summe ist, welche von der Agentur für Arbeit als Berufsausbildungsbeihilfe gezahlt wird, hängt von zwei Faktoren ab: zum einen vom gesamten Bedarf des Auszubildenden ab, zum anderen von der Höhe des anrechenbaren Einkommens. Ein Auszubildender hat während der gesamten Dauer seiner Ausbildung oder berufsvorbereitenden Maßnahme einen Anspruch auf BAB. Bei einer Berufsausbildung entscheidet die Agentur für Arbeit zunächst für 18 Monate, andernfalls beträgt der Bewilligungszeitraum ein Jahr. Ist die Ausbildung danach noch nicht abgeschlossen, muss für den Erhalt der Ausbildungsförderung ein Folgeantrag gestellt werden.

Tipp: BAB Rechtzeitig beantragen! Die Berufsausbildungsbeihilfe sollte sofort nach der Unterzeichnung des Lehrvertrages beantragt werden. Prinzipiell kann der Antrag auf Ausbildungsförderung später gestellt werden, die Leistungen werden jedoch nicht rückwirkend gezahlt.

Umfang der Ausbildungsförderung

Was beinhaltet der Gesamtbedarf der BAB?

Für seine berufliche Ausbildung benötigt ein Azubi den Bedarf für seinen Lebensunterhalt, Fahrtkosten, Arbeitskleidung und sonstige Aufwendungen. Die von der Agentur für Arbeit gewährten Bedarfssätze sind pauschal. Sie müssen nicht dem tatsächlichen Aufwand entsprechen, den beispielsweise ein Auszubildender für seine Miete zahlen muss.

Wer neben dem Gehalt eine Ausbildungsförderung beantragt, sollte dabei bedenken, dass monatliche Aufwendungen nicht vollständig durch die BAB abgedeckt sind. Wird BAB für eine berufsvorbereitende Maßnahme gezahlt, ist darin keine Pauschale für Arbeitskleidung enthalten.

Höhe der Ausbildungsförderung

Wie hoch ist die Berufsausbildungsbeihilfe?

  • Lebt der Auszubildende bei den Eltern, gibt es keine BAB.
  • Lebt der Auszubildende in seinem eigenen Haushalt, weil die Ausbildungsstätte zu weit von der Wohnung der Eltern entfernt ist, bekommt er 372 Euro an Grundbedarf und pauschal 166 Euro für eine notwendige Miete. Ist die Miete nachweisbar höher, kann er maximal 84 Euro Zuschlag bekommen.
  • Lebt der Auszubildende in einem Internat oder Wohnheim und wird dort verpflegt, bekommt er 96 Euro BAB und die entsprechenden Kosten für Unterbringung und Verpflegung werden übernommen. Ist der Auszubildende noch nicht volljährig, übernimmt die Agentur für Arbeit ein zusätzliches Entgelt für eine dann notwendige sozialpädagogische Begleitung.

Förderung der Fahrtkosten

Die Agentur für Arbeit übernimmt notwendige Fahrtkosten in Höhe von maximal 476 Euro im Monat. Das gilt für den Fall, dass die Entfernung zwischen dem Wohnort der Familie und der Ausbildungsstätte so groß ist, dass tägliches Pendeln für den Auszubildenden nicht zumutbar ist und gewährt eine Heimfahrt zur Familie im Monat.

Ausbildungsförderung bei Beeinträchtigung

Ist ein Auszubildender entweder sozial benachteiligt oder lernbeeinträchtigt, kann ebenfalls eine entsprechende Förderung bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Da die jeweilige Förderung vom Einzelfall abhängig ist, sollte das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter gesucht werden. Dieser unterstützt den Auszubildenden, falls er ohne eine solche Förderung keine Ausbildungsstelle bekommt oder seine Ausbildung andernfalls nicht erfolgreich abschließen kann. Droht aus finanzieller Notlage heraus der Abbruch der Ausbildung, kann die Agentur für Arbeit eine Unterstützung gewähren.

Alternativen zur Finanzierung

Was ist, wenn ich keine Ausbildungsförderung erhalte?

Wenn die Ausbildungsvergütung nicht ausreicht, die Eltern keine Unterstützung bieten und die Agentur für Arbeit keine Berufsausbildungsbeihilfe gewährt, kann ein Kredit für Azubis oder Ausbildungskredit beantragt werden. Viele Banken und Sparkassen bieten für Auszubildende spezielle Kredite an, bei denen die Zinssätze besonders günstig sind. Die jeweiligen Konditionen des Kredites und der Rückzahlung hängen von der gewählten Bank ab.

Wohngeld und Kindergeld als Ausbildungsförderung

Falls die Agentur für Arbeit keine BAB zahlt, weil der Auszubildende keinen Anspruch darauf hat, kann er Wohngeld beantragen. Dafür muss der Azubi nachweisen, dass er nicht bei den Eltern wohnt und für Miete und Nebenkosten selbst aufkommen muss. Zudem muss er den Ablehnungsbescheid für die BAB bei der Wohngeldstelle vorlegen. Solange der Auszubildende jünger als 25 Jahre ist, bekommen die Eltern Kindergeld in der Ausbildung. Wer nicht mehr zu Hause wohnt und von den Eltern nicht unterstützt wird, kann dann das Geld von den Eltern einfordern.

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Kosten einer MPU
Redaktion III

MPU ist die Abkürzung für „medizinisch-psychologische Untersuchung“. Darunter wird ein psychologischer Test verstanden, welcher als Begutachtung für die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorgenommen wird. Im Volksmund ist die MPU auch als Idiotentest bekannt. Im folgenden Ratgeber-Artikel beantworten wir sämtliche … Weiterlesen

MPU ist die Abkürzung für „medizinisch-psychologische Untersuchung“. Darunter wird ein psychologischer Test verstanden, welcher als Begutachtung für die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorgenommen wird. Im Volksmund ist die MPU auch als Idiotentest bekannt. Im folgenden Ratgeber-Artikel beantworten wir sämtliche Fragen zu den MPU Kosten und weitere Aspekte, die mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung und den anfallenden Kosten für das Gutachten einhergehen.

Wann wird eine MPU angeordet?

Die MPU wird von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, wenn berechtigte Zweifel an der Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr bestehen. Diese Zweifel ergeben sich aufgrund von vorgefallenen, schweren und wiederholten Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung. Dies ist zum Beispiel bei einer Promille-Überschreitung aufgrund von Alkohol am Steuer, bei Fahren unter Drogeneinfluss oder bei schlicht zu vielen Punkten in Flensburg der Fall.

MPU Kosten

Was kostet eine MPU?

Die MPU dient der Feststellung, ob der betroffene Fahrzeugführer geistig und körperlich in der Lage ist, am öffentlichen Verkehr ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer teilzunehmen. Meist geht einer Anordnung zur MPU ein Entzug der Fahrerlaubnis voraus. Um die Fahrerlaubnis wieder zu erlangen, ist das Bestehen der MPU mit einem positiven Gutachten notwendig.

Infobox mit Staistiken zu MPUs in Deutschland

Ablauf einer MPU

MPU – was kommt auf mich zu?

Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis erreicht die Aufforderung zur MPU mit entsprechendem Termin Betroffene auf dem Postweg. Im Vorfeld wird zudem eine Rechnung für die MPU-Kosten zugesandt, welche noch vor dem Termin zu begleichen ist. Am Tag der MPU erhält der Untersuchungskandidat ein Informationsmerkblatt zum Untersuchungsablauf sowie zwei bis drei Fragebögen für die MPU.

Nach dem Ausfüllen der Fragebögen erfolgen die MPU-Tests. Diese setzen sich aus drei Sparten zusammen:

Aufbau der MPU-Tests zur Feststellung der Fahreignung:

  • Leistungstest
  • Medizinischer Test
  • Psychologischer Test

Leistungstest

Im Leistungstest werden die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie die Reaktionsfähigkeit des Patienten mithilfe eines Computers geprüft. Umfang und Details des Leistungstests werden durch den Gutachter bestimmt, der diese in Anlehnung an die vorliegenden Verkehrsvergehen sowie der jeweiligen Person individuell auswählt. Dieser Test der MPU dauert rund 20 Minuten.

Medizinischer Test

Beim medizinischen Test wird nach einen Untersuchungs-Gespräch der körperliche sowie neurologische Gesundheitszustand des Patienten festgestellt. Vor allem Reflex-, Nerven sowie Herz- und Kreislauf-Untersuchungen stehen im medizinischen Test im Fokus. Nach Alkohol- und Drogenfahrten werden insbesondere die Leberwerte ermittelt und Screenings durchgeführt. Blut- und/oder Urinuntersuchungen zählen standardmäßig zum medizinischen Test. Die Untersuchung nimmt ungefähr 30 Minuten in Anspruch.

Psychologischer Test

Das Hauptaugenmerk bei der MPU wird auf den psychologischen Test gelegt. In einem Gespräch hinterfragt der Gutachter die aktuelle Situation sowie die persönliche Entwicklung. Zur Sprache kommen eventuelle Veränderung seit Führerscheinentzug, Probleme mit Familie oder Freunden sowie eventuelle Besserungsabsichten und die berufliche Zukunft. Vor allem die Ansicht des Prüflings über den Grund des Führerschein-Entzugs spielen eine Rolle. Der psychologische Test findet in einem Einzelgespräch statt und dauert ungefähr 45 Minuten.

Zusammenfassung der MPU-Tests

  • Begutachtungsstelle setzt sich zwecks Terminvereinbarung mit dem zu prüfenden Kandidaten in Verbindung
  • Zahlen der Gebühr
  • Anmeldung in der Begutachtungsstelle zur Bestätigung des Erscheinens am Prüfungstag
  • Kontrolle aller notwendigen Dokumente und Zahlungsnachweis
  • Ausfüllen von Fragebögen
  • 20-minütiger Leistungstest am Computer
  • 30-minütige körperliche sowie labortechnische Untersuchungen
  • 45-minütiges Einzelgespräch mit einen psychologischen Gutachter
  • Nach circa zwei Wochen wird das Ergebnis der MPU dem Betroffenen zugesandt

Da in der Regel mehrere Prüflinge an dem Tag vorstellig werden, können Wartezeiten entstehen. Es ist zu empfehlen, sich den gesamten Tag für die MPU freizuhalten.

MPU Kosten

Wie hoch sind die Kosten einer medizinisch-psychologischen Untersuchung?

Je schwerer das Vergehen, desto höher sind die Kosten der MPU. Diese bestehen aus einer festgelegten Grundgebühr sowie zusätzlichen Kosten für unterschiedliche Vergehen.

Die Grundgebühr setzt sich aus den Kosten für den Leistungstest sowie die psychologische und körperliche Untersuchung zusammen. Weitere Kosten entstehen zusätzlich zu den Grundgebühren, die auf den jeweiligen Laboruntersuchungen basieren. Dazu zählen zum Beispiel Urin- und Bluttest oder Haaruntersuchungen zur Drogen- oder Alkoholkonsumanalyse.

Übersicht der Grundgebühren der MPU nach Vergehen im Straßenverkehr:

Vergehen Grundgebühren inklusive Mehrwertsteuer
Straftat-Vergehen 347.48 Euro
Überschreiten der akzeptablen Verkehrspunkte in der Verkehrssünderkartei 347.48 Euro
Fahren unter Alkoholeinfluss 402,22 Euro
Fahren unter Drogeneinfluss 554.54 Euro
Fahren unter Alkoholeinfluss und hohem Punktekonto 575.96 Euro
Fahren unter Drogeneinfluss plus Punktevergehen 728.28 Euro
Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss 755.65 Euro

Rechnet man zur Grundgebühr die Kosten für Beratung und Seminare hinzu, kann der finanzielle Aufwand für die MPU höher ausfallen als die eigentlichen Führerschein Kosten.

MPU-Kosten für Beratungsgespräche

Wie teuer ist die MPU-Beratung?

In Anbetracht der hohen Durchfallquote bei der MPU von circa 50 Prozent und dem Fakt, dass der Test recht teuer ist, erscheint eine verkehrspsychologische Beratung als Vorbereitung auf die Fragen sinnvoll. Je nach Umfang und Dauer kann dieser Teil der MPU-Vorbereitung circa 1000 Euro betragen.

Für zahlreiche Betroffene hängt viel von dem Ergebnis der MPU ab. Sei es, weil sie den Führerschein aus beruflichen Gründen benötigen oder privat nicht aufs Auto verzichten wollen. Mit diesen Hintergedanken im Kopf wird kaum ein Prüfling gelassen zur MPU gehen. Nervosität, psychischer Stress und innerer Druck lassen die Konzentrationsfähigkeit sinken. Aus diesem Grund werden Beratungsgespräche angeboten, in denen der Betroffene alles Wesentliche über die MPU erfährt und zudem wertvolle Tipps erhält.

Woraus besteht die Beratung?

In der MPU-Beratung wird über die bisherigen Veränderungen des Betroffenen gesprochen und ob diese den Gutachter zufriedenstellen. Welche Vorbereitungen zu treffen sind und was den MPU-Kandidaten bei dem Eignungstest erwartet, wird ebenfalls während der Beratung detailliert erklärt. Im Gespräch werden Ansatzpunkte für eventuelle Verhaltensänderungen erarbeitet.

Es wird beraten, welche Laboruntersuchungen in puncto Alkohol- und Drogenscreening anstehen und in wieweit diese einen Drogen- oder Alkoholkonsum nachweisen. Diesbezüglich werden während der Beratung auch Ratschläge erteilt, ab wann kein Konsum vor der MPU erfolgen darf, um den Test erfolgreich zu bestehen.

Zur Vorbereitung erfolgt die Beratung wahlweise in Gruppen- oder Einzelsitzungen. Am Ende wird eine Bescheinigung über das Beratungsgespräch ausgestellt, welche zur Vorlage beim Gutachter dient.

Wie lange dauert die Beratung zur Alkohol/Drogen MPU?

Die Dauer für Alkohol- sowie Drogen-Beratungen hängt davon ab, ob Abstinenznachweise über einen gewissen Zeitraum zu erbringen sind. Der Nachweis zur Abstinenz kann sich über den Zeitraum von sechs bis maximal zwölf Monaten erstrecken. Während dieser Zeit ist die Beratung ratsam, um den Betroffenen in der Abstinenz mental zu stärken und gegebenenfalls bei einem Rückfall intervenieren zu können.

Was kostet eine Beratungsstunde?

Die Kosten der Beratung hängen davon ab, ob Einzel- oder Gruppengespräche gewählt werden. Der Preis eines Einzelgesprächs beläuft sich durchschnittlich auf 100 Euro pro Sitzung. Beratungen innerhalb einer Gruppe schlagen mit Kosten zwischen 50 Euro und 100 Euro zu buche.

Wie viele Beratungsstunden brauche ich zur Vorbereitung auf die MPU?

Für die Vorbereitung auf die MPU sind Beratungsgespräche im Umfang von zehn Stunden in Einzelsitzungen der Durchschnitt. Bei Gruppenberatungen liegt der Durchschnitt zwischen 15 und 20 Stunden, um gut vorbereitet in die MPU zu gehen.

MPU-Kosten für Vorbereitungskurse

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, werden MPU Vorbereitungskurse zur Vorbereitung auf den Prüfungstag angeboten. Zur Auswahl stehen Seminare, die an einem Tag über mehrere Stunden stattfinden. Die Kosten belaufen sich je nach Umfang des Seminars zwischen 150 Euro und 300 Euro.

Alternativ stehen MPU Vorbereitungskurse zu Verfügung, welche sich meist über einen Zeitraum von vier bis zehn Wochen erstrecken. Während dieser Zeit finden in der Regel einmal wöchentlich die Vorbereitungskurse statt. Die Kosten für 18 Kurs-Stunden bewegen sich zwischen 600 Euro und 800 Euro, je nach Anbieter und Leistungsumfang.

Was beinhalten Seminare und Kurse für die MPU?

Während Kurse grundsätzlich immer unterschiedliche Themen angehen, beinhalten MPU Vorbereitungskurse alle relevanten Themenbereiche. Der MPU-Teilnehmer kann je nach Anliegen oder Vergehen das Seminar mit dem Themenkomplex wählen, der für ihn wichtig ist.

Um mehrere Themenbereiche abzudecken und sich darauf vorzubereiten, sind auch mehrere Seminare notwendig. Bei Seminaren mit unterschiedlichen Themen werden diese meist aufgrund der geringen zu Verfügung stehenden Stundenzahl weniger umfangreich behandelt. Die Inhalte beziehen sich überwiegend über mögliche Fragestellungen, Reaktionsübungen oder richtige Verhaltensweisen.

Wie viele Vorbereitungskurse muss man für die MPU belegen?

Die Anzahl der MPU Vorbereitungskurse hängt davon ab, welche Themen angeboten werden und um welches Vergehen es sich handelt. Bei Verstößen in Verbindung mit Alkohol oder Drogen am Steuern sind zwei MPU Vorbereitungskurse sinnvoll. Der eine ist speziell für Drogen- und Alkoholkonsumenten ausgelegt, während im anderen Kurs auf alle anderen allgemeinen Details hingearbeitet wird. Dementsprechend sind ein bis zwei Kurse je nach Grund für den Führerschein-Entzug erforderlich.

Abstinenznachweise: MPU-Kosten für Blut-, Urintests und Haaranalysen

Wie viel kosten die Untersuchungen der MPU?

Ab 1,6 Promille und wiederholten Auffälligkeiten von Alkoholgenuss im Straßenverkehr geht die Führerschein-Behörde davon aus, dass ein Alkoholproblem besteht. Gleiches betrifft den Konsum von Drogen im Straßenverkehr. In beiden Fällen ist bei Bedarf ein sogenannter Abstinenznachweis zu erbringen.

Sowohl Urin- als auch Haartest werden zur Prüfung einer Abstinenz in Bezug auf Drogen- oder Alkoholkonsum angewandt. Der Urintest wird in der Regel viermal in sechs Monaten oder sechsmal in einem Jahr durchgeführt. Die Haaranalyse ist nur dann anwendbar, wenn die Haare nicht gefärbt oder gebleicht wurden. Die Kosten für einen Abstinenznachweis betragen zwischen 80 Euro und 250 Euro pro Untersuchung.

Kostenübersicht der Alkohol- und Drogentests bei der MPU

Drogennachweis:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Drogenscreening Standard – Amphetamine, Cannabis, Kokain, Opiate, Benzodiazepine, Methadon Urintest 95 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum – Standard + opioide Analgetika (Buprenorphin, Tilidin, Tramadol) Urintest 120 Euro
Drogenscreening Standard – Amphetamine, Cannabis, Cocain, Opiate, Methadon, Benzodiazepine Haartest 180 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum Standard + opioide Analgetika (Buprenorphin, Tilidin, Tramadol) Haartest 240 Euro

Alkoholtest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
ETG (Ethylglucuronid) Haartest 165 Euro
ETG (Ethylglucuronid) Urintest 80 Euro

Alkohol- und Drogentest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Drogenscreening Standard + ETG Urintest 145 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum + ETG
Drogenscreening Standard + ETG Haartest 300 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum + ETG Haartest 370 Euro
Einzelsubstanznachweis Haartest 85 Euro pro Substanz

Medikamententest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Psychoaktive Medikamente wie Barbiturate, Neuroleptika, Antidepressiva Urintest 50 Euro

MPU nicht bestanden

Was passiert, wenn ich bei der MPU durchfalle?

Wer die MPU nicht besteht, hat diese in der Regel neu zu beantragen. Die Kosten bei der Wiederholung der medizinisch-psychologischen Untersuchung sind in vollem Umfang erneut zu zahlen. Ein Rabatt wird nicht gewährt. Ist lediglich der Reaktionstest schlecht ausgefallen, bieten viele Gutachter eine Wiederholung an.

Wenn Zeit keine Rolle spielt, ist auch eine Wartezeit von 15 Jahren möglich, um die MPU zu umgehen. Nach dieser Zeit verjährt die Pflicht zur medizinisch-psychologischen Untersuchung und der Führerschein ist von der Führerscheinstelle wieder auszuhändigen.

MPU-Finanzierung

Wie bezahle ich die Kosten der MPU?

Wer das Geld für die Kosten einer MPU nicht vollständig zu Verfügung hat, dem bieten zahlreiche Gutachterstellen bequeme Zahlungen in Raten an. Mit einer solchen MPU-Ratenzahlung verringert sich die finanzielle Belastung, indem die Summe in mehreren Teilsummen zurückgezahlt wird.

Kein Geld für MPU – Kredit oder Darlehen aufnehmen?

Wer Abstinenznachweise erbringen muss, besitzt genügend Zeit bis zur eigentlichen MPU. So kann die Summe für die Kosten bequem angespart werden. Sollte dies nicht der Fall sein, bieten wir hier einen Kredit mit geringer Rückzahlungssumme an, der auch bei mittlerer Bonität eine schnelle Lösung bietet, damit an einer MPU teilgenommen werden kann, um den Führerschein wiederzuerlangen.

Kostenübernahme – MPU vom Arbeitsamt bezahlen lassen?

Als Hartz-IV-Empfänger fragt sich mit Sicherheit, ob es eine Kostenübernahme der MPU vom Arbeitsamt gibt. Man kann in diesem Falle einfach mal freundlich nachfragen und darauf hbinweisen, dass eine Fahrerlaubnis die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Wer nun denkt, dass es so einfach ist, sich die MPU vom Arbeitsamt zahlen zu lassen und zurückzuzhalen, der täuscht sich. Sollte nämlich die ARGE zustimmen, so muss das Geld auch wieder zurück ans Jobcenter gezahlt werden.

Sparen bei der MPU

Wie kann ich bei der MPU Geld sparen?

Grundsätzlich sollte nicht an Vorbereitungskursen oder Seminaren der MPU gespart werden, weil die Durchfallquote zu hoch ist und dadurch höhere Kosten für die Wiederholung entstehen, als für die Vorbereitung.
Bares Geld können MPU-Teilnehmer sparen, wenn die Angebote für Vorbereitungskurse und Seminare verglichen werden, da Anbieter unterschiedlich hohe Preise ansetzen.

Bei den Grundgebühren für die MPU gibt es kein Entkommen. Diese sind festgesetzt und nicht zu reduzieren.

Kann man die MPU wegen Verjährung umgehen?

Neben der Verjährungsfrist von 15 Jahren, nach denen der Strafbestand gelöscht wird und eine Fahrzeugerlaubnis erneut möglich ist, ist der Erwerb einer ausländischen Fahrerlaubnis fürs Auto eine Alternative. Es ist wegen der Verjährung erlaubt, innerhalb der EU einen Führerschein neu zu erwerben und mit diesem auf deutschen Straßen zu fahren. Voraussetzung ist aber, dass ein Wohnort im EU-Ausland gemeldet und keine Sperrfrist in Deutschland vorhanden ist. Natürlich ist sich an die im Ausland geltenden Gesetze wie Mindestalter zu halten.

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Redaktion I

Am 24. September ist es so weit: die Bundestagswahlen stehen vor der Tür. Millionen Wahlberechtigte haben dann – zumindest indirekt – die Möglichkeit, sich für eine neue Regierung auszusprechen – oder die alte im Amt zu bestätigen. Der gesamte Ablauf … Weiterlesen

Am 24. September ist es so weit: die Bundestagswahlen stehen vor der Tür. Millionen Wahlberechtigte haben dann – zumindest indirekt – die Möglichkeit, sich für eine neue Regierung auszusprechen – oder die alte im Amt zu bestätigen. Der gesamte Ablauf mag jedoch wohl geplant sein. Wer dabei oft in den Hintergrund gerät, sind die Wahlhelfer. Diese sorgen für einen reibungslosen Ablauf und für die genauen Ergebnisse zum Sonntagabend.

Was verdient ein Wahlhelfer in Deutschland?

Die eigentlich ehrenamtliche Tätigkeit bleibt dabei jedoch nicht unvergütet. Die Helfer erhalten für ihren Einsatz das sogenannte Erfrischungsgeld. Wir haben einmal ermittelt, wie dieses in den 30 größten Städten Deutschlands ausfällt – mit unterschiedlichsten Ergebnissen.

Erfrischungsgelder im Vergleich

StadtUrnenwahlhelferBriefwahlhelfer
Durchschnitt40 €35 €
Augsburg100 €100 €
Mannheim60 €60 €
Stuttgart55 €55 €
Duisburg55 €55 €
Berlin50 €35 €
Dortmund50 €40 €
Wuppertal50 €45 €
Gelsenkirchen50 €50 €
Karlsruhe50 €50 €
Frankfurt am Main45 €45 €
Mönchengladbach40 €20 €
Bochum40 €30 €
Bonn40 €30 €
Düsseldorf40 €30 €
Aachen40 €40 €
Bielefeld40 €40 €
Essen40 €40 €
Kiel40 €40 €
Köln40 €40 €
Chemnitz35 €30 €
Braunschweig35 €35 €
München35 €35 €
Wiesbaden35 €35 €
Bremen35 €40 €
Dresden30 €25 €
Leipzig30 €25 €
Hamburg30 €30 €
Hannover30 €30 €
Münster25 €25 €
Nürnberg25 €25 €
Quelle: Wahlämter
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BAföG-Voraussetzungen
Redaktion III

Seit 45 Jahren steht BAföG für Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen. Das Studieren geht mit finanziellen Belastungen einher. Die Finanzierungshilfe BAföG verfolgt das Ziel, jungen Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen und sozialen Situation – ein Studium zu ermöglichen. Für den Erhalt … Weiterlesen

Seit 45 Jahren steht BAföG für Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen. Das Studieren geht mit finanziellen Belastungen einher. Die Finanzierungshilfe BAföG verfolgt das Ziel, jungen Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen und sozialen Situation – ein Studium zu ermöglichen. Für den Erhalt der Förderung erfüllen die Studenten die BAföG-Voraussetzungen. Die passenden Informationen zur Studienfinanzierung haben wir in unserem Ratgeber-Artikel zusammengetragen.

Allgemeine Informationen zum Thema BAföG

Um mit dem BAföG Ausbildung ooder Studium zu finanzieren, müssen die notwendigen BAföG-Voraussetzungen erfüllt sein. Es wird geprüft, ob diese vom Studenten erfüllt werden und dieser gefördert werden kann. Dabei kontrollieren sie die Förderungsfähigkeit der Ausbildung.

BAföG – was ist die finanzielle Hilfe?

Die Abkürzung BAföG steht für das Bundesausbildungsförderungsgesetz, eine Finanzhilfe zur Förderung einer Ausbildung. Jährlich nehmen sie in Deutschland über 600.000 Studierende und 300.000 Schüler in Anspruch. Im Jahr 2016 betrug die Zahl der BAföG-Begünstigten 823.000. Zu dem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt.

Wer erhält im allgemeinen die Förderung?

Grundsätzlich besteht Anspruch auf BAföG beim Studium oder einer schulischen Ausbildung. Studierende erhalten die Leistungen zu 50 Prozent als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen. Anspruchsberechtigte Schüler profitieren von einem Vollzuschuss. Das Ziel der sozialen Leistungen besteht darin, den Lernenden einen schnellen Schul- oder Studienabschluss zu ermöglichen.

BAföG-Voraussetzungen

Voraussetzungen fürs BAföG

Wie hoch fällt das BAföG im Regelfall aus?

Den Grundbedarf der Antragsteller deckt die finanzielle Hilfe mit 399 Euro. Bei Bedarf erhalten die Studierenden eine zusätzliche Wohnpauschale sowie einen Kranken- oder Pflegeversicherungszuschlag. Der Höchstsatz beträgt insgesamt 735 Euro. Auf Nachweis bekommen sie weitere Zuschläge, beispielsweise für die Kinderbetreuung.

Die BAföG-Voraussetzungen – wer erhält die Unterstützung?

Welches Studium und welche Ausbildung sind förderungswürdig?

Anspruch auf das BAföG haben ausschließlich Studierende im Vollzeitstudium. Hierbei spielt es keine Rolle, für welche Studienrichtung sich die Lernenden entscheiden. Kommt es zu einem Fachrichtungswechsel, geschieht dies spätestens nach dem dritten Fachsemester. Andernfalls verlieren die Begünstigten den Anspruch auf die Förderung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei einem Master-Studiengang BAföG zu beantragen. Der Antrag erhält die Bewilligung, wenn es sich um einen konsekutiven Master-Studiengang handelt.

Zudem benötigen die Studenten den Bachelor-Abschluss. Das Staatsexamen oder das Diplom zählen nicht zu den gültigen Voraussetzungen für BAföG. Auszubildende besitzen keinen Anspruch auf das Studenten-BAföG. Bei Bedarf erhalten sie die Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB.

Bis zu welchem Alter erhalten Studierende BAföG?

Die Altersgrenze beim BAföG im Bachelor-Studiengang liegt beim 30. Lebensjahr. Obgleich Ausnahmefälle existieren, erfüllen ältere Studenten die nötigen Voraussetzungen für die Sozialleistung nicht. Beim Master-Studiengang bekommen Lernende bis zum 35. Lebensjahr die finanzielle Unterstützung. Durch das ununterbrochene Erziehen eigener Kinder bis zum zehnten Lebensjahr verschiebt sich die Altersgrenze abermals. Ebenfalls profitieren ältere Studierende vom BAföG, wenn:

  • sie eine zweite Ausbildung absolvieren,
  • die Berufsausbildung die Hochschulzugangsberechtigung darstellt,
  • familiäre Gründe ein früheres Aufnehmen der Ausbildung verhindern,
  • die Bedürftigkeit aus einer einschneidenden Veränderung der persönlichen Verhältnisse resultiert.

Bis zu welchem Vermögen erhalten Studierende BAföG?

Profitieren die Studenten von eigenem Vermögen, setzen sie dieses für ihre Ausbildung ein. Dies gilt bis auf einen anrechnungsfreien Betrag von 7.500 Euro. Bei verheirateten Auszubildenden oder solchen mit Kindern erhöht sich der Freibetrag pro Person um 2.100 Euro. Das Kapital von Eltern oder dem Lebenspartner rechnen die zuständigen Ämter nicht auf den Bedarf an. Das gilt nicht für das Einkommen, das diese aus dem Vermögen erzielen.

Wie hoch darf das Einkommen der Eltern sein?

Beim Beantragen des BAföGs spielt das Einkommen der Eltern aus dem letzten Kalenderjahr eine Rolle. Die Freibeträge für die Erziehungsberechtigten hängen von ihrer Lebenssituation und der Anzahl der Kinder ab. Bei einem verheirateten Paar beträgt er monatlich 1.605 Euro. Leben die Eltern getrennt, sinkt er auf 1.070 Euro. Des Weiteren beachten die Ämter, ob zu der Familie Geschwister, die sich ebenfalls in der Ausbildung befinden, gehören.

Bis zu welcher Höhe ist eigenes Einkommen in Bezug auf BAföG unschädlich?

Um den Anspruch auf die finanzielle Unterstützung nicht zu verlieren, darf das monatlich erzielte Einkommen einen Wert von 450 Euro nicht überschreiten. Andernfalls erfüllen die Studierenden nicht länger die Voraussetzungen für das BAföG. Verdient der BAföG-Bezieher mehr, verringert sich die Zahlung oder sie fällt komplett aus.

BAföG im Zweitstudium und im Master

Wann erhalten Studierende in der zweiten Ausbildung BAföG?

Nach § 7 Abs. 2 BAföG erhalten die Studierenden die finanzielle Unterstützung für eine einzige weitere Ausbildung. Im Vorfeld absolvieren die Antragsteller eine mindestens dreijährige, berufsqualifizierende Ausbildung. Hierbei handelt es sich um das Bachelor-Studium. Besteht der Student die Abschlussprüfung der ersten Ausbildung nicht, besteht kein weiterer Anspruch auf eine Förderung der Zweitausbildung. Für das Master-Studium besteht BAföG-Anspruch, sofern dieser sich als konsekutiv erweist. Das Ziel dieser Studienform besteht darin, die Kenntnisse aus dem Bachelor-Studium zu vertiefen.

Elternunabhängiges BAföG – was ist das?

Elternunabhängiges BAföG erhalten beispielsweise Vollwaisen oder Studenten, die den Aufenthaltsort der Eltern nicht kennen. Zudem greift die Regelung, wenn die Erziehungsberechtigten aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen keinen Unterhalt im Inland zahlen. Des Weiteren stellen seit fünf Jahren Erwerbstätige mit einem bestimmten Mindesteinkommen den Antrag.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Liegt keiner der oben genannten Fälle vor, weisen die Antragsteller eine dreijährige berufsqualifizierende Ausbildung und eine anschließende ebenso lange Erwerbstätigkeit nach. Bei einer kürzeren Ausbildungszeit steigt die Dauer der nachgewiesenen beruflichen Tätigkeit.

BAföG im Ausland erhalten

Wann ist es möglich BAföG im Ausland zu beziehen?

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Option, die finanzielle Unterstützung im Ausland zu beziehen. In der Europäischen Union sowie in der Schweiz erhalten die Lernenden eine vollständige Förderung der Ausbildung in:

  • Berufsfachschulen,
  • zweijährigen Fachschulen,
  • höheren Fachschulen,
  • Akademien
  • und Hochschulen.

Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in- und ausländischer Ausbildungsstätten erlaubt ebenfalls den BAföG-Anspruch. Die Aufenthalte außerhalb Deutschlands liegen bei sechs Monaten oder einem Semester. Die Dauer sinkt auf zwölf Wochen, sofern das Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation stattfindet.

Besteht der Anspruch auf BAföG für in Deutschland studierende Ausländer?

Ein BAföG-Anspruch für Studierende besteht auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Die Förderungsberechtigung hängt vom Aufenthaltstitel und den individuellen BAföG-Voraussetzungen ab. Sie bestehen beispielsweise in:

  • einer Daueraufenthalts-Bescheinigung,
  • einer unbefristeten Arbeitserlaubnis,
  • der Heirat mit einem EU-Bürger,
  • der Erwerbstätigkeit in Deutschland vor der Ausbildung
  • oder einem Elternteil als EU-Bürger.

Höhe für die finanzielle Unterstützung

Eine Tabelle für den BAföG-Erhalt in Abhängigkeit vom Einkommen

Anrechnungs-Betrag aus dem Einkommen Förderungs-Betrag für bei den Eltern lebende Studenten Förderungs-Betrag  für allein lebende Studenten
kein Einkommen 537 Euro 735 Euro
50 Euro 487 Euro 685 Euro
150 Euro 387 Euro 585 Euro
400 Euro 137 Euro 335 Euro

 

Beantragung und Ablauf beim BAföG

Wie und wo beantragen Studierende BAföG?

Die finanzielle Unterstützung beantragen die Lernenden schriftlich mithilfe eines Formblatts beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Den Antrag stellen sie nach Vollendung des 15. Lebensjahrs eigenständig. Alternativ übernimmt das ein gesetzlicher Vertreter. Zudem besteht seit dem 1. August 2016 die Option einer elektronischen Antragsstellung. Das geschieht über eID oder De-Mail. Beide Verfahren ermöglichen die sichere Übermittlung der persönlichen Daten und Dokumente.

Wie lange erhalten Auszubildende BAföG?

Die Förderungsdauer hängt maßgeblich von der Art der Ausbildung ab. Schüler erhalten die finanzielle Unterstützung, solange sie die Ausbildungsstätte aufsuchen. Unterrichtsfreie Zeit sowie das Wiederholen einer Klasse schränken die Begünstigung nicht ein. Besuchen die Antragteller das Abendgymnasium, bekommen sie BAföG während der letzten drei Schulhalbjahre. Bei Studierenden richtet sich die Zahlungsdauer nach der Regelstudienzeit in der jeweiligen Fachrichtung. Lernen sie an Akademien oder Fachhochschulen, erbringen sie nach dem fünften Semester Leistungsnachweise, um die BAföG-Voraussetzungen zu erfüllen.

Wer muss Studienleistungen vorweisen?

Bei Schülern findet keine Leistungskontrolle statt. Studierende senden einen Leistungsnachweis, um den Anspruch auf BAföG nicht zu verlieren. Diesen verlangt das zuständige Amt nach dem vierten Semester. Zudem besteht die Nachweispflicht, sofern die Studienzeit die durchschnittliche Studiendauer überschreitet. In seltenen Fällen reicht der Ausdruck der individuell erreichten ECTS-Credits.

Wer verliert seinen Anspruch auf BAföG?

Bei einem Abbruch des Studiums sowie nicht geleisteten Leistungsnachweisen verlieren die Studierenden ihren Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Gleiches geschieht unter Umständen bei einem Fachrichtungswechsel. Nehmen die Lernenden diesen ohne gesetzlich anerkannten Grund vor, wirkt sich die Maßnahme auf den BAföG-Anspruch aus.

Alternative Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums

Erhalten die Studierenden keinen Anspruch auf BAföG, nehmen sie beispielsweise einen Studentenkredit auf. Hierbei profitieren die Antragsteller von günstigen Konditionen. Die großen Begabtenförderungswerke bieten für herausragende Leistungen Stipendien an. Des Weiteren besteht ein Anspruch auf Wohngeld, sofern der Schüler oder Student nicht im Elternhaus lebt. Eine weitere Variante besteht darin, das Kindergeld als Ausbildungsförderung zu verwenden. Überweisen die Eltern den monatlichen Betrag, unterstützt dieser die Finanzierung des Studiums. Das Kindergeld erhalten sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Die Voraussetzungen für eine BAföG-Rückzahlung

Wer zahlt die finanzielle Unterstützung zurück?

Die Verpflichtung zur BAföG-Rückzahlung betrifft Studierende an Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien. Schüler erhalten einen Vollzuschuss, sodass keine Rückzahlungen anfallen. Hierbei begleichen die Studenten spätestens fünf Jahre nach ihrem Studienabschluss die Hälfte der gezahlten Fördersumme. Die Maximalgrenze der Schulden liegt seit dem Jahr 2001 bei 10.000 Euro. Zahlreiche Betroffene zahlen den Betrag in Raten zurück. Deren Höhe beträgt pro Monat 315 Euro. Höhere Summen entstehen, sofern sie den Betrag sonst nicht in der Rückzahlungsfrist begleichen.

Wann zahlen sie das BAföG zurück?

Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. Das Bundesverwaltungsamt informiert die Betroffenen über den Ablauf des Geschehens und die Höhe der Raten. Bei einer Ausbildung an einer Akademie beginnt die Rückzahlfrist fünf Jahre nach Ende der vorgesehenen Ausbildungszeit.

Ab welchem Einkommen muss das BAföG zurückgezahlt werden?

Überschreitet das Einkommen der Darlehensnehmer 1.145 Euro, besteht die Pflicht, das BAföG zurückzuzahlen. Der Betrag erhöht sich in einer Ehe um 570 Euro. Zudem steigt der Freibetrag bei jedem leiblichen Kind um weitere 520 Euro.

In welchem Fall beantragen Betroffene eine Stundung?

Verfügen die Darlehensnehmer über ein geringes Einkommen, beantragen sie eine Reduzierung der Raten oder eine Stundung. Um die Voraussetzungen für die BAföG-Stundung zu erfüllen, reichen die Antragsteller ihre Einkommensnachweise ein. Die Stundung erfolgt für ein Jahr, in dem die Zinsen weiterlaufen.

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