Rendite

Was ist eine Rendite?

Die Rendite ist der Effektivzins von Wertpapieren. Sie berechnet sich folgendermaßen:

(Nominalzins oder Dividende + Kursveränderung) x 100 / Kaufkurs des Wertpapiers

Zur Berechnung der Rendite werden also der Nominalzins oder die Dividende und die Kursveränderung addiert, mit 100 multipliziert und durch den Kaufkurs des Wertpapiers dividiert. Die Rendite fällt bei einem gleichen Zinssatz umso höher aus, je niedriger der Wertpapierkurs ist. Hat eine Anleihe einen Nennwert von 100 und liegt der Nominalzins bei 10 Prozent, liegt der Renditewert bei einem Kurswert von 90 bei 11,11 Prozent.

Mit der Rendite wird der jährliche prozentuale Gesamterfolg einer Geld- oder Kapitalanlage gemessen. Sie dient zur Beurteilung der Rentabilität eines Objektes. Mit ihr können der Zinsertrag einer Sparanlage, die laufende Verzinsung verzinslicher Wertpapiere oder die Dividendenzahlung von Aktien gemessen werden. Die Bruttorendite drückt den Gewinn bei Einbeziehung aller Kosten einer Kapitalanlage aus und wird auch als Effektivverzinsung bezeichnet. Die Nettorendite drückt den reinen Kurs- oder Zinsgewinn aus. Der erweiterte Renditebegriff bezeichnet den Kapitalertrag, doch kann damit auch der Erfolg einer direkten Beteiligung gemessen werden. Die Beteiligung ist nicht nur in Form von Kapital, sondern auch in Form von Immobilien, Rohstoffen und eigener Arbeit möglich. Die Rendite berechnet sich aus dem Ertrag, der am Ende der Wertschöpfungskette ermittelt wird. Bei einer Investition, zu dem Rohstoffe beigesteuert werden, muss der Wert der Rohstoffe als Bezugswert ermittelt werden. Er ist für den Investor die Grundlage, um den Ertrag für das Finanzprodukt zu ermitteln. Die Rendite ist die Differenz zwischen Ertrag und Aufwand im Verhältnis zum Aufwand. Sie stellt die Verhältnismäßigkeit zwischen eingezahltem und ausgezahltem Kapital bei einem Finanzprodukt dar. Sie steht im Verhältnis zum Risiko. Das Risiko ist umso höher, je höher die Rendite ist.

Funktionsweise der Rendite

Die Rendite fällt umso höher aus, je höher das Risiko für eine Geldanlage ist. Sie drückt den direkten Erfolg einer direkten Beteiligung aus und zeigt, wie gut oder schlecht sich ein früher angelegter Geldbetrag entwickelt. Der Kurs für eine Geldanlage kann abhängig von Angebot und Nachfrage am Markt steigen oder fallen. Er kann also mehr oder weniger als 100 Prozent des eingesetzten Kapitals betragen. Privatanleger, aber auch institutionelle Anleger müssen entscheiden, ob sie bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, um eine höhere Rendite zu erzielen, oder ob sie auf Sicherheit setzen und dafür mit einer konstanten Rendite zufrieden sind. Abhängig von der Ertragslage hilft der Renditewert, die verschiedenen Angebote auf dem Kapitalmarkt zu vergleichen. Anleger können ermitteln, welcher Nominalzins bei einer Geldanlage notwendig ist, um den gleichen Renditewert mit vergleichbaren Produkten zu erzielen. Bei Wertpapieren bestimmt der Renditewert den Kurs eines Wertpapiers. Der Kurs drückt den aktuellen Preis des Wertpapiers aus. Der aktuelle Renditewert besteht aus dem aktuellen Preis des Wertpapiers, dem Nominalzins und dem Wertpapierpreis nach einem Jahr. Komplizierter sieht es bei der Berechnung einer Anleihenrendite aus, da der Nominalzins dabei nicht allein herangezogen wird. Auch die Restlaufzeit und der aktuelle Kurs werden einbezogen. Die Anleihenrendite ist in der Regel nicht identisch mit dem Nominalzins. Sie bezeichnet die Effektivverzinsung eines Wertpapiers. Der Nominalzinssatz ist bei Anleihen mit einer längeren Laufzeit zumeist höher. Um die Renditestruktur von Anleihen zu ermitteln, wird eine Renditestrukturkurve genutzt. Als grafische Darstellung drückt sie das Verhältnis der Rendite bis zur Fälligkeit und der Restlaufzeit aus.

Welche Renditearten gibt es?

Dividendenrendite

Bei Aktiengeschäften wird die Dividendenrendite angegeben. Sie drückt das Verhältnis von Aktienkurs und ausgezahlter Dividende aus. Die Dividende ist der Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Anleger können anhand der Dividendenrendite den Ertrag bei verschiedenen Aktien ermitteln.

Rendite aus Anleihen

Die Anleihenrendite ist die Effektivverzinsung eines Wertpapiers und setzt sich aus Nominalzins, Restlaufzeit und aktuellem Kurs zusammen. Der Nominalzins ist zumeist umso höher, je länger die Laufzeit ist.

Rendite aus Wertpapieren

Die Wertpapierrendite wird durch den Kurs eines Wertpapiers ausgedrückt, der aus dem aktuellen Preis für ein Wertpapier besteht. Die Wertpapierrendite wird aus aktuellem Wertpapierpreis, Nominalzins und Wertpapierpreis in einem Jahr bestimmt. Sie ist abhängig vom künftig zu erzielenden Preis.

 Stetige Rendite

Bei der stetigen Rendite handelt es sich um eine finanzmathematische Rechengröße zur besseren Berechnung von Risiken. Da sie auf Logarithmen basiert, wird sie auch als logarithmische Rendite bezeichnet.

Diskrete Rendite

Die diskrete Rendite drückt das Wachstum der Rendite von einem Zeitpunkt zu einem anderen aus.

Zeitgewichtete Rendite

Die zeitgewichtete Rendite wird auch als Durchschnittsrendite bezeichnet und gibt die Entwicklung einer Kapitalanlage über einen längeren Zeitraum an. Dabei wird kein Geld entnommen und kommt kein Geld hinzu.

Kapitalgewichtete Rendite

Die kapitalgewichtete Rendite drückt ein Renditeergebnis über einen längeren Zeitraum aus. Ein- oder Auszahlungen können dabei berücksichtigt werden. Die Angabe des Renditewerts erfolgt zumeist über ein Jahr als Durchschnittsrendite.

Aktienrendite

Die Aktienrendite misst den Anlageerfolg eines Aktieninvestments und setzt sich aus Dividendenrendite und Kursgewinnrendite zusammen.

Mietrendite

Vermieter ermitteln mit der Mietrendite den Ertragswert ihrer Immobilie.

Cashflowrendite

Die Cashflowrendite wird bei Firmeninvestments herangezogen und drückt aus, wie viel Prozent des Umsatzes umgesetzt werden müssen, um einen finanzwirtschaftlichen Ertrag zu erzielen.

Rendite einer Geldanlage

Die Geldanlagenrendite dient dem Vergleich verschiedener Angebote von Anlagemöglichkeiten. Anleger können ermitteln, welcher Zinssatz bei einer Geldanlage erforderlich ist, um mit ähnlichen Produkten den gleichen Renditewert zu erzielen.

Wie stehen Rendite und Risiko zueinander?

Zwischen dem Renditewert und dem Risiko besteht ein direkter Zusammenhang. Das ist vor allem bei risikoreichen Geldanlagen zu beobachten. Aktien, Fonds und der Forexhandel versprechen häufig hohe Renditen, doch ist das Risiko nicht zu unterschätzen. Es besteht die Möglichkeit, hohe Gewinne zu erzielen, doch besteht auch ein hohes Risiko von Totalverlusten. Je höher die Renditeerwartungen, desto höher ist das Risiko. Bei Aktien, aber auch bei anderen Geldanlagen kann ein bestimmter Renditewert versprochen werden, der jedoch aufgrund der Situation am Markt von Jahr zu Jahr schwanken kann. Das Risiko stellt die Unsicherheit dar, ob die zu erwartenden Renditen tatsächlich eintreten. Die Wertentwicklung einer Anlageform schwankt im Zeitverlauf umso stärker, je höher das Risiko ist. Die Volatilität drückt aus, wie schwankend eine Anlageform ist. Sie misst die Unregelmäßigkeit der Renditeentwicklung. Um die Volatilität zu berechnen, wird die Standardabweichung herangezogen. Sie misst die Stärke der Schwankungen der einzelnen Renditen der Perioden um einen Mittelwert. Eine Anlage ist umso volatiler, je größer die Schwankungsbreite ist. Das bedeutet ein umso höheres Risiko und einen umso höheren Renditewert. Der Renditewert kann aus dem Ertrag einer risikolosen Anlage zuzüglich einer Risikoprämie berechnet werden. Funktioniert der Finanzmarkt, sind Geldanlagen mit einer höheren Renditeerwartung einem höheren Risiko von Kursschwankungen ausgesetzt. Wäre das anders, würden sich Anleger für risikoärmere Anlagen entscheiden. Der Preis dieser risikoärmeren Anlage würde durch diese Nachfrage erhöht werden. Das würde zu einem Renditeverlust führen.

Was ist unter einer Annualisierung zu verstehen?

Eine Annualisierung ist die Hochrechnung auf ein Jahr. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu schaffen, können Quartalsgewinnwachstumsraten eines Unternehmens oder Konjunkturdaten auf ein Jahr hochgerechnet werden. Die Berechnung erfolgt mit Hilfe des geometrischen Mittels. Renditen können annualisiert werden, um zu ermitteln, welchen Ertrag eine Geldanlage im Schnitt jährlich erbringt. Das ermöglicht die Gegenüberstellung von Gewinnen und Verlusten bei Geldanlagen. Um Renditewerte zu annualisierten, wird folgende Formel verwendet: Summe der jährlichen Renditen dividiert durch Zahl der Jahre. Auch Verluste werden dabei herangezogen und als negative Renditen ausgewiesen.

Wie kommt es zu Renditeschwankungen und wie werden diese gemessen?

Renditeschwankungen sind in der Veränderung von Zinsniveau, Volatilität des Aktienmarktes, Konjunkturerwartungen und Bonität begründet. Auch Einflussfaktoren für die Renditeberechnung führen zu Renditeschwankungen. Solche Faktoren sind der Kursverlauf und die Laufzeit einer Anlage. Die Renditeschwankungen werden als Volatilität bezeichnet. Die Volatilität wird von Verlustrisiken und Gewinnschwankungen bestimmt.Die Messung der Renditeschwankungen erfolgt mit der Standardabweichung. Sie drückt aus, wie stark die Renditen der Perioden um einen Mittelwert schwanken. Je höher die Standardabweichung ist, desto volatiler ist eine Anlage. Zur Berechnung der Standardabweichung wird eine mathematische Formel herangezogen. Die Standardabweichung wird mit dem Buchstaben Sigma ausgedrückt.

Zurück zum Finanzlexikon.

Noch nicht bewertet