[Infografik] Süßes, Saures und Bares – Halloween-Umsatz in Deutschland lässt die Kassen klingeln

Hexenhüte, Kürbisköpfe und Horrorhäuser: Seit Halloween auch in Deutschland angekommen ist, hat sich das Fest für den Handel zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Doch nicht nur rund um den 31. Oktober haben wir Spaß an Schauergeschichten und fürchterlichen Gestalten.

VEXCASH suchte in verlassenen Häusern und Gräbern, um eine faszinierend-furchteinflößende Infografik auf die knochigen Beine zu stellen. Was der Deutsche im Jahr für Kürbis und Co. ausgibt und wie sich die Medien unserer Angst bedienen, lesen Sie im folgenden Artikel.

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Halloween: Ein „Furcht“-bar gutes Geschäft

Vor zwei Jahrzehnten war Halloween hierzulande noch größtenteils ziemlich unbekannt. Mittlerweile ist das Fest rund um Kürbisse, Süßigkeiten und Geistermasken für Gruselfans kaum noch wegzudenken. Drei von vier deutschen Familien feiern Halloween und freuen sich mit Ihren Kindern zusammen auf die Zeit der Hexen und Dämonen. Dabei ist Berlin mit über 84% Gruselfans die Halloween-Hauptstadt.

Das freut natürlich auch den Einzelhandel. Schätzungsweise 200 Millionen Euro Umsatz werden jedes Jahr von Kostüm- und Spielwarenherstellern, Süßigkeitenproduzenten und Veranstaltern generiert. Im Vergleich zu den monströsen Einnahmen von 6,7 Milliarden Euro in den USA ein Tropfen auf den heißen Grabstein, doch der „Zweite Karneval“ rettet viele Geschäfte über die kleine Dürreperiode vor der Weihnachtszeit hinweg.

42 Millionen Euro Umsatz mit Halloween-Kostümen und Co. – Trotz Stagnation klingeln die Kassen

Allein für Kostüme, Schminksets und gruselige Accessoires geben wir 42 Millionen Euro aus, und das obwohl der Umsatz die letzten Jahre rückläufig ist.

Neben den Kostüm-Klassikern Zombies, Vampire, Hexen und Geister setzen vor allem aktuelle Filme und Serien Trends bei Verkleidungs-Liebhabern. Auf den unzähligen Halloween-Partys geben sich dieses Jahr also wieder Comic-(Anti-)Helden wie Joker, Harley Quinn und Co. die Klinke in die Hand.

Besonders viel Mühe geben sich die Deutschen bei der Halloween-Ausstattung ihrer Kinder. Im Durchschnitt geben wir 24,91 Euro für die Kostüme unserer Sprösslinge aus. Zusammen mit Dekoration, Süßigkeiten und Partys kommt da schon ein stattliches Sümmchen zusammen. Wer trotz knapper Kasse nicht auf den kompletten Halloween-Spaß verzichten möchte, kann dann auch mit einem Sofortkredit Abhilfe schaffen.

Trend zu Halloweenpartys (statt Familien-Event)

Berlin ist mit 84 Prozent Grusel-Fans die Halloween-Hauptstadt Deutschlands. Allein hier laden Veranstalter auf über 35 nächtliche Halloween-Partys und locken mit gespenstischer Dekoration, professionellen Make-up-Artists und schaurigen Spielchen. Aber auch acht von zehn Freizeitparks oder Erlebniswelten locken mit thematisch passenden Events und bessern so ihre Kassen auf. Zusätzliche Gewinnner sind die Taxifahrer, die am Halloween-Wochenende eines der umsatzstärksten Geschäfte nach Karneval und Silvester einfahren.

10 Millionen Euro: Jährliches Umsatz-Wachstum bei Süßwaren

Im Gegensatz  zu der leicht schwächelnden Kostümbranche verzeichnen die Halloween’schen Gaumenfreuden in den letzten Jahren einen steigenden Absatz. Gruselige Fruchtgummi-Augen, Schokoladenmonster und Gespensterplätzchen werden von 55% der Deutschen an die klingelnden „Trick or Treaters“ verteilt. Dabei entstand 2015 ein Umsatz von 10 Millionen Euro für Süßwarenhersteller – ein plus von über 66% im Vergleich zum Vorjahr.

Kürbis-Paradies: Bayern dominiert den Gemüsemarkt

Bild © Unsplash/Aaron Burden
Bild © Unsplash/Aaron Burden

Doch auch für die einheimischen Bauern ist die Halloween-Saison ein gefundenes Fressen. Sie ernteten im letzten Jahr 70.000 Kürbisse, von denen alleine über 15.000 an Privathaushalte gingen. Knapp 40 Prozent der Deutschen nutzen das farbenfrohe Gemüse nicht nur zum Suppe kochen, sondern schnitzten daraus auch gruselige Fratzen und dekorierten Haus und Garten.

Spitzenreiter in der Kürbis-Produktion ist Bayern. Knapp ein Viertel der geernteten Kürbisse stammen aus dem bayerischen Freistaat.

Millionen mit dem medialen Schrecken

Nicht nur an Halloween wird mit unserer Angst Geld verdient. Schon früh erkannten Literatur, Kino und Fernsehen das lukrative Geschäft mit den schaurigen Geschichten.

Literatur

Dabei schufen klassische Horror-Romane wie Bram Stokers Dracula oder Mary Shellys Frankenstein ikonisch-monströse Figuren, die vielfach rezipiert uns auch heute noch einen Schauer über den Rücken laufen lassen.

Bild © Unsplash/Tertia van Rensburg
Bild © Unsplash/Tertia van Rensburg

Der wahre Meister des Schreckens in der Horror-Literatur bleibt jedoch Stephen King. Seine bis heute fast 80 Romane, darunter Genre-Meilensteine wie Carrie oder Friedhof der Kuscheltiere, verkauften sich weltweit über 350 Millionen mal. Mit 76 Verfilmungen festigt King zudem seine Stellung als meist verfilmter Autor.

Kino

Das Horror-Genre ist für Filmproduzenten ein Geschenk des Himmels: Niedrige Produktionskosten stehen zumeist enormen Einspielergebnissen gegenüber.

Nicht weniger als  8 von 20  Filmen mit der größten Gewinnspanne sind Horrorfilme, darunter sind Kassenschlager wie Paranormal Activity, Blair With Project und Halloween zu finden. Das erfolgreichste Horror-Franchise ist mit der Einbeziehung der Inflation die Exorzist-Reihe (2.255 Millionen Euro), gefolgt von den Torture Porn-Filmen von Saw (1.014 Millionen Euro) und den sarkastischen Splattern der Scream-Reihe (951 Millionen Euro).

Das Publikum ist breit gefächtert, doch vor allem junge Leute lieben es sich gruseln zu lassen: 87 Prozent der deutschen Jugendlichen schauen sich regelmäßig Horrorfilme an.

Fernsehen

Auch im Fernsehen dürfen Zombies, Vampire und unheimliche Monster nicht fehlen. Knapp die Hälfte der Deutschen schaltet bei Horror-Serien wie The Walking Dead oder American Horror Story den Fernseher oder das Streaming-Portal ein. Allein im Free-TV werden in der Halloween-Woche über 50 themenrelevante Filme oder Serien-Episoden ausgetrahlt.

Das Angebot auf den marktführenden Streaming-Portalen von Netflix und Amazon Prime ist dabei noch umfassender. Ein absteigender Trend ist dabei nicht in Sicht. Das mediale Geschäft mit den Horror-Thematiken ist einfach nicht totzukriegen.