Sind Internetversicherungen sinnvoll?

Die Zahl der Internetversicherungen, mit deren Hilfe Risiken bei der Internetnutzung abgedeckt werden sollen, wächst derzeit stetig. Für 3 bis 10 Euro im Monat wollen verschiedene Anbieter Hilfe und Rückendeckung beim Vorgehen gegen Datenmissbrauch oder Mobbing im Netz, aber auch gegen Abofallen und Abmahnungen bieten. Ein Versicherer verspricht mit seiner Internet-Rechtsschutzversicherung für monatlich 26 Euro neben dem Identitätsschutz für Surfer sogar Rund-um-die-Uhr Hilfe beim Löschen von peinlichen Bildern und Kommentaren im Netz.
Doch sind diese neuen Versicherungsprodukte auch wirklich sinnvoll? Dieser Beitrag soll einige Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Internetversicherungen zur Risikoabdeckung bei der Internetnutzung geben.

Aktuelle Meldungen scheinen die Notwendigkeit zu bestätigen

Sind Internetschutzpolicen sicher?
Die Zahl der Internetschutzpolicen wächst derzeit stetig. Doch sind diese neuen Versicherungsprodukte auch wirklich sinnvoll? Was leisten sie wirklich?

Dass ein Bedarf besteht, scheint unbestreitbar. Dies sieht auch der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Peter Grieble so und stellte fest, dass viele Surfer Schutz gegen massenhafte Abmahnungen von Anwaltskanzleien und gegen Datenklau gut gebrauchen könnten.
Und auch der aktuelle Fall, der gerade die Medien und Gemüter beschäftigt, scheint ihm Recht zu geben. Cyberkriminellen ist es gelungen, in den Besitz der Daten von 18 Millionen E-Mail Postfächern – darunter rund 3 Millionen deutsche – zu kommen. Mit den gestohlenen Login Daten, sind diese theoretisch in der Lage, Viren und Spam zu verschicken, aber auch fremde Identitäten anzunehmen und im Namen ahnungsloser User Straftaten im Netz zu begehen. In diesem konkreten Fall bietet unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Aufklärung und Hilfe. Auf der Website des BSI erfahren Sie, ob Sie betroffen sein könnten und welche Maßnahmen Sie treffen sollten.

Internetversicherungen: Es gibt noch viel zu verbessern

Bei den Internetversicherungen handelt es sich um mehr oder weniger abgewandelte und auf die Gegebenheiten in der Onlinewelt zugeschnittene Rechtsschutzversicherungen. Einige können zu bestehenden Rechtsschutzpaketen hinzugebucht werden.
Viele der Produkte sind allerdings noch lückenhaft und vielfach verbesserungswürdig und kein Anbieter kann einen wirklichen Rund-um-Schutz bieten. Einerseits wissen Geschädigte oft gar nicht, gegen wen sie vorgehen sollten, wenn sie durch anonyme Datendiebe einen Schaden erleiden oder in Misskredit geraten, denn anonyme Cyperkriminelle können nur schwer zur Rechenschaft gezogen werden. Solange keine Klage erhoben werden kann, gibt es auch keinen Versicherungsfall.
Doch auch wenn ein wirklicher Versicherungsfall vorliegt, werden oft bei weitem nicht alle Kosten übernommen, denn viele Produkte sind gedeckelt bzw. es wird nur die Erstberatung durch den Anwalt bezahlt. Laut Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen werden für Hilfe vom Anwalt etwa 200 Euro übernommen. Wenn dieser gegen eine teure Abmahnung oder bösartige Kommentare im Netz vorgehen soll, werden allerdings schnell 400 bis 500 Euro fällig.

Peinliche Bilder, Videos und Kommentare – das Risiko bleibt

Auch hier gibt es zahlreiche Fallstricke und Unwägbarkeiten. Die Versicherer kommen in der Regel nur für Schäden auf, die nach dem Abschluss des Vertrages entstanden sind. Oft lässt sich aber nicht genau feststellen, seit wann die betreffenden Inhalte im Netz aufgetaucht sind. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten, peinliche Inhalte auch vollständig zu löschen meist gering, da deutsche Dienste Schwierigkeiten haben dürften, die Löschung von Inhalten auf Servern in Ländern außerhalb Europas tatsächlich zu überwachen.
Fazit: Internetversicherungen gehören zu den Versicherungen, bei denen man sich wirklich zweimal überlegen sollte, ob der Abschluss überhaupt Sinn macht. Sie weisen nicht nur zahlreiche Lücken auf, sondern sind oftmals überflüssig, zumal einige Risiken sogar von bestehenden Versicherungen abgedeckt sind. Beispielsweise springt oft auch die Haftpflichtversicherung ein, wenn ein User aus Versehen Viren und Trojaner verbreitet und damit einen Schaden angerichtet hat.
Auch scheint sich für die gefürchteten Abmahnungen eine Lösung anzubahnen, die eine Internetversicherung überflüssig macht. Laut Verbraucherschützerin Weidenbach, plant der Gesetzgeber in Kürze die Abmahngebühren von derzeit mehreren Hundert Euro auf 150 Euro zu deckeln. Spätestens dann dürfte eine Internetversicherung entbehrlich sein.

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