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Arbeitswelt

Was ist ein Nebenjob?

1. Was ist ein Nebenjob?

Ein Nebenjob ist eine Tätigkeit, die nicht ausschließlich zur Sicherung des Lebensunterhaltes dient. Es wird lediglich ein Zuverdienst erzielt. Von einer Nebentätigkeit spricht man, wenn man eine Beschäftigung neben dem eigentlichen Hauptberuf ausübt. Wobei auch die als Minijob bekannten Beschäftigungsverhältnisse in den Bereich der Nebentätigkeiten fallen. Hier gelten besondere Regeln, die noch ausführlich erläutert werden.

Das bei einem Nebenjob erzielte Arbeitsentgelt wird als Nebenverdienst bzw. – wie bereits erwähnt – als Zuverdienst bezeichnet.

Die sich aus dem Nebenjob ergebenden Rechte und Pflichten sind denen eines regulären Arbeitsverhältnisses gleichgestellt. Es kann sich um eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit handeln oder eben auch nicht. Dies ist entweder von der Dauer des Arbeitsverhältnisses oder der Höhe des erzielten Nebenverdienstes abhängig.

Eine Nebenbeschäftigung kann zusätzlich zum Hauptberuf bei einem anderen Arbeitgeber aufgenommen werden. Unter Umständen ist auch eine zusätzliche Beschäftigung bei ein und demselben Arbeitgeber möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine selbstständige Nebentätigkeit auszuüben. Von einer Nebentätigkeit spricht man auch bei einer unentgeltlichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit.

Kurze Zusammenfassung:
Ein Nebenjob wird in der Regel neben dem eigentlichen Hauptberuf ausgeübt.
Eine Form der Nebentätigkeit kann zum Beispiel ein Minijob auf 450-Euro-Basis sein.
Eine Nebenbeschäftigung kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sein.

2. Als was ist alles ein Nebenjob zu verstehen

Alle Beschäftigungen, die neben dem Hauptberuf ausgeübt werden, sind als Nebentätigkeit zu sehen. Es handelt sich um sogenannte personenbezogene Dauerschuldverhältnisse. Die Rechten und Pflichten werden wie bei einer Hauptbeschäftigung in einem Arbeitsvertrag geregelt. Dieser sollte in der Regel schriftlich verfasst werden, um Klarheit über die vereinbarten Details zu gewährleisten. Bei einer selbstständigen Nebentätigkeit empfiehlt sich ein Dienst- oder Werksvertrag.

Nebenjob

Typische Nebenjobs sind zum Beispiel Kellnern, Verkaufstätigkeiten oder Prospekte und Zeitungen verteilen. Die Art der Nebenbeschäftigung kann frei gewählt werden.

In Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz (GG) ist das Recht auf Berufsfreiheit verankert. Wörtlich heißt es dort: „Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.“ Dieser Passus gilt selbstverständlich auch für Nebenjobs. Wer allerdings bereits einer Hauptbeschäftigung nachgeht, sollte damit rechnen, dass er eine ausdrückliche Erlaubnis zur Aufnahme einer zusätzlichen Nebentätigkeit seitens seines Arbeitgebers benötigt.

Kurze Zusammenfassung:
Ein Nebenjob unterliegt den gleichen Rechten und Pflichten wie eine Hauptbeschäftigung.
Details zur Nebenbeschäftigung werden in einem Arbeitsvertrag, einem Dienstvertrag oder einem Werksvertrag festgehalten.
Bei einer Nebentätigkeit gilt die gesetzlich verankerte freie Berufswahl.

3. Unterschiede zum Minijob

Eine Nebentätigkeit kann ein Minijob sein. Für einen Minijob, der auch als geringfügige Beschäftigung oder 450 Euro Job bezeichnet wird, gelten zusätzliche Bestimmungen. Bleibt die Einkommenshöhe und die Arbeitsdauer unterhalb gesetzlich festgeschriebener Grenzen, liegt eine geringfügige Beschäftigung vor. Diese Tätigkeiten werden sehr oft von Studenten ausgeübt, sodass der Begriff „Studentenjob“ ebenfalls weite Verbreitung gefunden hat.

Im Gegensatz zu einem Nebenjob darf das mögliche Einkommen bei einem Minijob maximal 450 Euro betragen. Bei einem Nebenjob kann das Einkommen höher sein. Ist dies der Fall, tritt die Sozialversicherungspflicht in Kraft. Ein Minijob ist hingegen steuer-und sozialabgabenfrei.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal kann der zeitliche Rahmen sein, indem die Beschäftigung ausgeübt wird. Ein Nebenjob kann zum Beispiel ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis sein. Diese Art der Nebenbeschäftigung ist besonders bei Schülern und Studenten beliebt. Für den Zeitraum der Sommer- bzw. Semesterferien können sie einer kurzfristigen Nebentätigkeit nachgehen, die bei Einhaltung eines Freibetrages steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

Bei einem Minijob handelt es sich hingegen um ein länger andauerndes, meist zeitlich unbefristetes Arbeitsverhältnis. Die wöchentliche Arbeitszeit darf im Durchschnitt nicht mehr als 14,9 Stunden betragen. Insgesamt darf der Jahresarbeitslohn bei Einhaltung des auch hier geltenden gesetzlichen Mindestlohns nicht mehr als 5400 Euro betragen.

Kurze Zusammenfassung:
Nicht jeder Nebenjob ist ein Minijob.
Die Verdienstgrenzen für einen Minijob liegen bei 5400 Euro im Jahr. Für einen Nebenjob gibt es keine Verdienstgrenzen.
Minijob und Nebenjob können sich durch ihren zeitlichen Rahmen unterscheiden.

4. Welche Arten von Nebenjobs gibt es?

Grundsätzlich sind nahezu alle Berufe als Nebentätigkeit denkbar. Es gibt allerdings einige Berufssparten, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Hierzu zählen unter anderem der Kellner, die Putzfrau, der Zeitungsausträger, der Nachhilfelehrer, der Babysitter und die Verkaufshilfe.

In Deutschland gab es, einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zufolge, im Juni des Jahres 2011 5,7 Millionen Menschen, die einem Teilzeitjob nachgingen. Das waren ca. 25 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor. Die steigende Tendenz hat sich weiter fortgesetzt. Insbesondere im Einzelhandel und der Gastronomie handelt es sich bei ca. einem Fünftel aller Neuanstellungen um sogenannte Teilzeitjobs.

Formen der Nebenbeschäftigungen können neben dem Minijob, die kurzfristige Beschäftigung, auch als Saisonarbeit bekannt, sein. Hinzu kommen Schüler- und Studentenjobs. Und auch die Rentner drängen vermehrt zurück auf den Arbeitsmarkt. Ehrenamtliche Tätigkeiten zählen ebenfalls zu den Nebenjobs. Ebenso gibt es die Möglichkeit selbstständig oder freiberuflich tätig zu werden.

Kurze Zusammenfassung:
Es gibt Minijobs, Schüler-und Studentenjobs, kurzfristige Beschäftigungen, Rentnerjobs, Ehrenämter und selbstständige Tätigkeiten.
Die Zahl der Nebenbeschäftigungen nimmt kontinuierlich zu.

5. Wieviel darf man im Nebenjob dazuverdienen?

Bei einem Nebenjob darf man unbegrenzt hinzuverdienen. Anders bei einer geringfügigen Beschäftigung, für die eine Jahresobergrenze von derzeit 5400 Euro festgesetzt wurde. Bei einem sogenannten 450 Euro Job besteht keine Sozialversicherungspflicht. Übersteigt das Einkommen den Betrag von 450 Euro, sind Sozialabgaben zu zahlen. Es handelt sich dabei nach wie vor um einen Nebenjob. Dieser wird aber ab dieser Bemessungsgrenze sozialversicherungspflichtig.

Bei der Ausübung mehrerer 450 Euro Jobs gilt das gleiche maximale Einkommen. Die Summe der Erträge aus allen Nebentätigkeiten, darf nicht über 450 Euro monatlich liegen, um die Sozialversicherungsfreiheit zu erhalten. Wird die Grenze überschritten, wird immer der Nebenjob versicherungspflichtig, bei dem das höhere Einkommen erzielt wird.

Kurze Zusammenfassung:
Das Einkommen bei einem Nebenjob ist nicht limitiert.
Bei einem sozialversicherungsfreien Minijob dürfen durchschnittlich lediglich 450 Euro Einkommen im Monat erzielt werden.

6. Darf jeder einen Nebenjob haben?

Jeder, der sich etwas dazu verdienen möchte, kann einen Nebenjob ausüben. Das Tätigkeitsfeld kann sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich liegen. Ein Nebenjob ist eine gute Möglichkeit, um das Einkommen ein wenig aufzubessern.

Wer bereits einer Hauptbeschäftigung nachgeht, sollte sich von seinem Arbeitgeber eine entsprechende Erlaubnis einholen. In vielen Arbeitsverträgen gibt es eine Klausel, die diese Genehmigung zwingend voraussetzt. Ohne Einhaltung dieser vertraglichen Vereinbarung könnte die Kündigung drohen! Ausgeschlossen ist aus verständlichen Gründen die Arbeitsaufnahme bei einem Konkurrenzunternehmen. Sollte die Arbeitsleistung durch die Nebentätigkeit nachlassen, kann der Hauptarbeitgeber eine Nebentätigkeit ebenfalls untersagen.

Im sogenannten Zeitarbeitsgesetz ist die maximale wöchentliche Arbeitszeit festgelegt. Sie beträgt derzeit 48 Stunden und darf nicht überschritten werden. Ähnliches gilt für die Zeit des Urlaubs. Dieser wird gewährt, damit sich der Arbeitnehmer erholen kann. Arbeiter er in dieser Zeit in einer Nebentätigkeit, die dem eigentlichen Beruf entspricht, ist die Erholung nicht mehr ausreichend gewährleistet.

Kurze Zusammenfassung:
Grundsätzlich darf jeder eine Nebentätigkeit aufnehmen.
Es kann unter Umständen die Erlaubnis des Hauptarbeitgebers erforderlich sein.
Die Regelungen des Zeitarbeitsgesetztes müssen eingehalten werden.

7. Arbeitslose, Rentner, behinderte Menschen

Menschen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Unter Ihnen sind zahlreiche Arbeitslose vertreten. Viele sogenannte Langzeitarbeitslose üben eine Nebentätigkeit aus. Der Prozentsatz liegt wesentlich höher, als so mancher vernuten würde. Leider ist eine Teilzeitbeschäftigung oder ein Nebenjob nur in wenigen Fällen das Sprungbrett in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Gerade in Einzelhandel und Gastronomie herrscht ein großer Bedarf an „günstigen“ Arbeitskräften. Und nicht zuletzt aus diesen Gründen werden gerade in diesen Bereichen viele Minijobs angeboten. Die Zahl derer, die zumindest eine Teilzeitstelle erhalten, ist deutlich eingeschränkt. Aber auch eine lange andauernde Teilzeitbeschäftigung führt zu weiteren Problemen in der Zukunft. Sie kann sich nachteilig auf die Rente auswirken, wodurch „Altersarmut“ droht.

Diese Altersarmut ist es, die bereits viele Rentner dazu zwingt einer zusätzlichen Nebenbeschäftigung nachzugehen. Ein Großteil der Rentner fühlt sich darüber hinaus einfach zu rüstig, um den Lebensabend mit Nichtstun zu verbringen. Ein Nebenjob ist eine Chance, nach wie vor am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Für Rentner, die vorzeitig in den Ruhestand getreten sind gilt, dass sie bis zu ihrem 65. Lebensjahr maximal 400 Euro im Monat hinzuverdienen dürfen.

Behinderte Menschen üben ebenfalls gerne eine Nebentätigkeit aus. Das Angebot ist hier deutlich eingegrenzt. Heimarbeit und die Teilnahme an Umfragen sind für behinderte Menschen gut geeignet.

Kurze Zusammenfassung:
Viele Arbeitslose üben eine Nebentätigkeit aus.
Rentner bessern Ihr Einkommen mit einem Nebenjob auf und stärken ihre Aktivität.
Es gibt Nebenjobs, die für behinderte Menschen geeignet sind.

8. Welche Rechte und Pflichten ergeben sich aus einem Nebenjob?

Neben den bereits erwähnten Rechten und Pflichten gibt es noch ein paar grundlegende Dinge, die beachtet werden sollten. Auch wenn es nicht zwingend verpflichtend ist, eine Nebentätigkeit beim Hauptarbeitgeber anzuzeigen, muss eine diesbezügliche Nachfrage wahrheitsgemäß beantwortet werden. Um einer außerordentlichen Kündigung aus dem Weg zu gehen, ist es ratsam, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. Sofern die eigentliche Tätigkeit nicht leidet und es keine weiteren Beeinträchtigungen gibt, steht einem Einverständnis nichts im Wege. Für Beamte gelten hier besondere Regeln. Für sie ist eine Nebentätigkeit in jedem Fall anzeigepflichtig. Dies betrifft auch genehmigungsfreie Beschäftigungen nach § 100 BGB.

Kurze Zusammenfassung:

Eine Nebenbeschäftigung sollte mit dem Einverständnis des Arbeitgebers aufgenommen werden.

9. Sind Nebenjobs versicherungspflichtig?

Nebentätigkeiten sind sozialversicherungspflichtig, sofern der Verdienst über 450 Euro im Monat liegt. Wird dieser Grenzwert überschritten, fallen die üblichen Sozialabgaben an. Dies sind vom Arbeitnehmer zu tragen.

Geringfügige Beschäftigungen sind nicht versicherungspflichtig. Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind nicht zu entrichten. Daher besteht kein Versicherungsschutz. Die Meldung eines 450 Euro Jobs beim Finanzamt ist nicht erforderlich. Der Arbeitgeber zahlt eine pauschale Lohnsteuer. Beiträge für die Rentenversicherung sind in Höhe von 15 % zu entrichten. Die Differenz zum Beitragssatz ist vom Arbeitgeber zu tragen.

Kurze Zusammenfassung:
Nebenjobs sind grundsätzlich versicherungspflichtig.
Für geringfügige Beschäftigungen gelten besondere Regelungen bezüglich der Sozialversicherung. Sie sind beitragsfrei.

10. Sind Nebenjobs steuerpflichtig?

Die Steuerregelungen für Nebenjobs besagen, dass Beiträge zur Lohn- und Einkommenssteuer gemäß der Steuerklasse des Arbeitnehmers zu entrichten sind. Liegt eine Hauptbeschäftigung vor, gilt die Steuerklasse VI. Bei Nebenjobs, bei denen das Einkommen unter 450 Euro liegt, sind pauschal 2 % Steuern abzuführen. Diese sind vom Arbeitgeber zu entrichten. Er könnte
die Kosten beim Arbeitnehmer geltend machen. Dies entspricht allerdings nicht der gängigen Praxis.

Kurze Zusammenfassung:
Nebenjobs sind steuerpflichtig.
Ausnahme – die pauschal besteuerten Minijobs

11. Wie findend man einen passenden Nebenjob?

Es gibt viele Gründe, das monatliche Budget etwas aufzustocken. Sei es der Wunsch nach etwas mehr finanziellem Spielraum oder weil der Hauptberuf nicht genug abwirft, um die Kosten zu decken – ein Nebenjob bietet viele Möglichkeiten. Nicht unbeachtet sollte es bleiben, dass jeder Nebenjob nicht nur etwas mehr Geld in die Kasse spült, sondern auch eine zusätzliche Belastung ist. Es ist also wichtig darauf zu achten wie man schnell Geld verdienen möchte, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Was sollte ein Nebenjob bieten können? Und was gilt es auf der Suche zu beachten?

– das Betätigungsfeld sollte Identifikationsmöglichkeiten bieten
– die Vergütung sollte angemessen sein
– es sollten ausreichende eigene Qualifikationen vorliegen
– der Weg zur Arbeitsstätte sollte möglichst kurz sein
– der Job sollte ins zeitliche Management passen

Ohne Eigeninitiative passiert nichts! Die rechtzeitige Suche nach offenen Jobs bietet bessere Perspektiven. Nicht zu vergessen die geeigneten Bewerbungsunterlagen. Sie können Tür und Tor öffnen.

Mögliche Quellen für die Jobsuche:

– Internetrecherche
– Zeitungsinserate
– direkt bei der Firma vorsprechen
– im Bekanntenkreis nachfragen

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