Kosten einer MPU
Redaktion III

MPU ist die Abkürzung für „medizinisch-psychologische Untersuchung“. Darunter wird ein psychologischer Test verstanden, welcher als Begutachtung für die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorgenommen wird. Im Volksmund ist die MPU auch als Idiotentest bekannt. Im folgenden Ratgeber-Artikel beantworten wir sämtliche … Weiterlesen

MPU ist die Abkürzung für „medizinisch-psychologische Untersuchung“. Darunter wird ein psychologischer Test verstanden, welcher als Begutachtung für die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorgenommen wird. Im Volksmund ist die MPU auch als Idiotentest bekannt. Im folgenden Ratgeber-Artikel beantworten wir sämtliche Fragen zu den MPU Kosten und weitere Aspekte, die mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung und den anfallenden Kosten für das Gutachten einhergehen.

Wann wird eine MPU angeordet?

Die MPU wird von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, wenn berechtigte Zweifel an der Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr bestehen. Diese Zweifel ergeben sich aufgrund von vorgefallenen, schweren und wiederholten Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung. Dies ist zum Beispiel bei einer Promille-Überschreitung aufgrund von Alkohol am Steuer, bei Fahren unter Drogeneinfluss oder bei schlicht zu vielen Punkten in Flensburg der Fall.

MPU Kosten

Was kostet eine MPU?

Die MPU dient der Feststellung, ob der betroffene Fahrzeugführer geistig und körperlich in der Lage ist, am öffentlichen Verkehr ohne Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer teilzunehmen. Meist geht einer Anordnung zur MPU ein Entzug der Fahrerlaubnis voraus. Um die Fahrerlaubnis wieder zu erlangen, ist das Bestehen der MPU mit einem positiven Gutachten notwendig.

Infobox mit Staistiken zu MPUs in Deutschland

Ablauf einer MPU

MPU – was kommt auf mich zu?

Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis erreicht die Aufforderung zur MPU mit entsprechendem Termin Betroffene auf dem Postweg. Im Vorfeld wird zudem eine Rechnung für die MPU-Kosten zugesandt, welche noch vor dem Termin zu begleichen ist. Am Tag der MPU erhält der Untersuchungskandidat ein Informationsmerkblatt zum Untersuchungsablauf sowie zwei bis drei Fragebögen für die MPU.

Nach dem Ausfüllen der Fragebögen erfolgen die MPU-Tests. Diese setzen sich aus drei Sparten zusammen:

Aufbau der MPU-Tests zur Feststellung der Fahreignung:

  • Leistungstest
  • Medizinischer Test
  • Psychologischer Test

Leistungstest

Im Leistungstest werden die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie die Reaktionsfähigkeit des Patienten mithilfe eines Computers geprüft. Umfang und Details des Leistungstests werden durch den Gutachter bestimmt, der diese in Anlehnung an die vorliegenden Verkehrsvergehen sowie der jeweiligen Person individuell auswählt. Dieser Test der MPU dauert rund 20 Minuten.

Medizinischer Test

Beim medizinischen Test wird nach einen Untersuchungs-Gespräch der körperliche sowie neurologische Gesundheitszustand des Patienten festgestellt. Vor allem Reflex-, Nerven sowie Herz- und Kreislauf-Untersuchungen stehen im medizinischen Test im Fokus. Nach Alkohol- und Drogenfahrten werden insbesondere die Leberwerte ermittelt und Screenings durchgeführt. Blut- und/oder Urinuntersuchungen zählen standardmäßig zum medizinischen Test. Die Untersuchung nimmt ungefähr 30 Minuten in Anspruch.

Psychologischer Test

Das Hauptaugenmerk bei der MPU wird auf den psychologischen Test gelegt. In einem Gespräch hinterfragt der Gutachter die aktuelle Situation sowie die persönliche Entwicklung. Zur Sprache kommen eventuelle Veränderung seit Führerscheinentzug, Probleme mit Familie oder Freunden sowie eventuelle Besserungsabsichten und die berufliche Zukunft. Vor allem die Ansicht des Prüflings über den Grund des Führerschein-Entzugs spielen eine Rolle. Der psychologische Test findet in einem Einzelgespräch statt und dauert ungefähr 45 Minuten.

Zusammenfassung der MPU-Tests

  • Begutachtungsstelle setzt sich zwecks Terminvereinbarung mit dem zu prüfenden Kandidaten in Verbindung
  • Zahlen der Gebühr
  • Anmeldung in der Begutachtungsstelle zur Bestätigung des Erscheinens am Prüfungstag
  • Kontrolle aller notwendigen Dokumente und Zahlungsnachweis
  • Ausfüllen von Fragebögen
  • 20-minütiger Leistungstest am Computer
  • 30-minütige körperliche sowie labortechnische Untersuchungen
  • 45-minütiges Einzelgespräch mit einen psychologischen Gutachter
  • Nach circa zwei Wochen wird das Ergebnis der MPU dem Betroffenen zugesandt

Da in der Regel mehrere Prüflinge an dem Tag vorstellig werden, können Wartezeiten entstehen. Es ist zu empfehlen, sich den gesamten Tag für die MPU freizuhalten.

MPU Kosten

Wie hoch sind die Kosten einer medizinisch-psychologischen Untersuchung?

Je schwerer das Vergehen, desto höher sind die Kosten der MPU. Diese bestehen aus einer festgelegten Grundgebühr sowie zusätzlichen Kosten für unterschiedliche Vergehen.

Die Grundgebühr setzt sich aus den Kosten für den Leistungstest sowie die psychologische und körperliche Untersuchung zusammen. Weitere Kosten entstehen zusätzlich zu den Grundgebühren, die auf den jeweiligen Laboruntersuchungen basieren. Dazu zählen zum Beispiel Urin- und Bluttest oder Haaruntersuchungen zur Drogen- oder Alkoholkonsumanalyse.

Übersicht der Grundgebühren der MPU nach Vergehen im Straßenverkehr:

Vergehen Grundgebühren inklusive Mehrwertsteuer
Straftat-Vergehen 347.48 Euro
Überschreiten der akzeptablen Verkehrspunkte in der Verkehrssünderkartei 347.48 Euro
Fahren unter Alkoholeinfluss 402,22 Euro
Fahren unter Drogeneinfluss 554.54 Euro
Fahren unter Alkoholeinfluss und hohem Punktekonto 575.96 Euro
Fahren unter Drogeneinfluss plus Punktevergehen 728.28 Euro
Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss 755.65 Euro

Rechnet man zur Grundgebühr die Kosten für Beratung und Seminare hinzu, kann der finanzielle Aufwand für die MPU höher ausfallen als die eigentlichen Führerschein Kosten.

MPU-Kosten für Beratungsgespräche

Wie teuer ist die MPU-Beratung?

In Anbetracht der hohen Durchfallquote bei der MPU von circa 50 Prozent und dem Fakt, dass der Test recht teuer ist, erscheint eine verkehrspsychologische Beratung als Vorbereitung auf die Fragen sinnvoll. Je nach Umfang und Dauer kann dieser Teil der MPU-Vorbereitung circa 1000 Euro betragen.

Für zahlreiche Betroffene hängt viel von dem Ergebnis der MPU ab. Sei es, weil sie den Führerschein aus beruflichen Gründen benötigen oder privat nicht aufs Auto verzichten wollen. Mit diesen Hintergedanken im Kopf wird kaum ein Prüfling gelassen zur MPU gehen. Nervosität, psychischer Stress und innerer Druck lassen die Konzentrationsfähigkeit sinken. Aus diesem Grund werden Beratungsgespräche angeboten, in denen der Betroffene alles Wesentliche über die MPU erfährt und zudem wertvolle Tipps erhält.

Woraus besteht die Beratung?

In der MPU-Beratung wird über die bisherigen Veränderungen des Betroffenen gesprochen und ob diese den Gutachter zufriedenstellen. Welche Vorbereitungen zu treffen sind und was den MPU-Kandidaten bei dem Eignungstest erwartet, wird ebenfalls während der Beratung detailliert erklärt. Im Gespräch werden Ansatzpunkte für eventuelle Verhaltensänderungen erarbeitet.

Es wird beraten, welche Laboruntersuchungen in puncto Alkohol- und Drogenscreening anstehen und in wieweit diese einen Drogen- oder Alkoholkonsum nachweisen. Diesbezüglich werden während der Beratung auch Ratschläge erteilt, ab wann kein Konsum vor der MPU erfolgen darf, um den Test erfolgreich zu bestehen.

Zur Vorbereitung erfolgt die Beratung wahlweise in Gruppen- oder Einzelsitzungen. Am Ende wird eine Bescheinigung über das Beratungsgespräch ausgestellt, welche zur Vorlage beim Gutachter dient.

Wie lange dauert die Beratung zur Alkohol/Drogen MPU?

Die Dauer für Alkohol- sowie Drogen-Beratungen hängt davon ab, ob Abstinenznachweise über einen gewissen Zeitraum zu erbringen sind. Der Nachweis zur Abstinenz kann sich über den Zeitraum von sechs bis maximal zwölf Monaten erstrecken. Während dieser Zeit ist die Beratung ratsam, um den Betroffenen in der Abstinenz mental zu stärken und gegebenenfalls bei einem Rückfall intervenieren zu können.

Was kostet eine Beratungsstunde?

Die Kosten der Beratung hängen davon ab, ob Einzel- oder Gruppengespräche gewählt werden. Der Preis eines Einzelgesprächs beläuft sich durchschnittlich auf 100 Euro pro Sitzung. Beratungen innerhalb einer Gruppe schlagen mit Kosten zwischen 50 Euro und 100 Euro zu buche.

Wie viele Beratungsstunden brauche ich zur Vorbereitung auf die MPU?

Für die Vorbereitung auf die MPU sind Beratungsgespräche im Umfang von zehn Stunden in Einzelsitzungen der Durchschnitt. Bei Gruppenberatungen liegt der Durchschnitt zwischen 15 und 20 Stunden, um gut vorbereitet in die MPU zu gehen.

MPU-Kosten für Vorbereitungskurse

Wie der Begriff bereits vermuten lässt, werden MPU Vorbereitungskurse zur Vorbereitung auf den Prüfungstag angeboten. Zur Auswahl stehen Seminare, die an einem Tag über mehrere Stunden stattfinden. Die Kosten belaufen sich je nach Umfang des Seminars zwischen 150 Euro und 300 Euro.

Alternativ stehen MPU Vorbereitungskurse zu Verfügung, welche sich meist über einen Zeitraum von vier bis zehn Wochen erstrecken. Während dieser Zeit finden in der Regel einmal wöchentlich die Vorbereitungskurse statt. Die Kosten für 18 Kurs-Stunden bewegen sich zwischen 600 Euro und 800 Euro, je nach Anbieter und Leistungsumfang.

Was beinhalten Seminare und Kurse für die MPU?

Während Kurse grundsätzlich immer unterschiedliche Themen angehen, beinhalten MPU Vorbereitungskurse alle relevanten Themenbereiche. Der MPU-Teilnehmer kann je nach Anliegen oder Vergehen das Seminar mit dem Themenkomplex wählen, der für ihn wichtig ist.

Um mehrere Themenbereiche abzudecken und sich darauf vorzubereiten, sind auch mehrere Seminare notwendig. Bei Seminaren mit unterschiedlichen Themen werden diese meist aufgrund der geringen zu Verfügung stehenden Stundenzahl weniger umfangreich behandelt. Die Inhalte beziehen sich überwiegend über mögliche Fragestellungen, Reaktionsübungen oder richtige Verhaltensweisen.

Wie viele Vorbereitungskurse muss man für die MPU belegen?

Die Anzahl der MPU Vorbereitungskurse hängt davon ab, welche Themen angeboten werden und um welches Vergehen es sich handelt. Bei Verstößen in Verbindung mit Alkohol oder Drogen am Steuern sind zwei MPU Vorbereitungskurse sinnvoll. Der eine ist speziell für Drogen- und Alkoholkonsumenten ausgelegt, während im anderen Kurs auf alle anderen allgemeinen Details hingearbeitet wird. Dementsprechend sind ein bis zwei Kurse je nach Grund für den Führerschein-Entzug erforderlich.

Abstinenznachweise: MPU-Kosten für Blut-, Urintests und Haaranalysen

Wie viel kosten die Untersuchungen der MPU?

Ab 1,6 Promille und wiederholten Auffälligkeiten von Alkoholgenuss im Straßenverkehr geht die Führerschein-Behörde davon aus, dass ein Alkoholproblem besteht. Gleiches betrifft den Konsum von Drogen im Straßenverkehr. In beiden Fällen ist bei Bedarf ein sogenannter Abstinenznachweis zu erbringen.

Sowohl Urin- als auch Haartest werden zur Prüfung einer Abstinenz in Bezug auf Drogen- oder Alkoholkonsum angewandt. Der Urintest wird in der Regel viermal in sechs Monaten oder sechsmal in einem Jahr durchgeführt. Die Haaranalyse ist nur dann anwendbar, wenn die Haare nicht gefärbt oder gebleicht wurden. Die Kosten für einen Abstinenznachweis betragen zwischen 80 Euro und 250 Euro pro Untersuchung.

Kostenübersicht der Alkohol- und Drogentests bei der MPU

Drogennachweis:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Drogenscreening Standard – Amphetamine, Cannabis, Kokain, Opiate, Benzodiazepine, Methadon Urintest 95 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum – Standard + opioide Analgetika (Buprenorphin, Tilidin, Tramadol) Urintest 120 Euro
Drogenscreening Standard – Amphetamine, Cannabis, Cocain, Opiate, Methadon, Benzodiazepine Haartest 180 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum Standard + opioide Analgetika (Buprenorphin, Tilidin, Tramadol) Haartest 240 Euro

Alkoholtest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
ETG (Ethylglucuronid) Haartest 165 Euro
ETG (Ethylglucuronid) Urintest 80 Euro

Alkohol- und Drogentest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Drogenscreening Standard + ETG Urintest 145 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum + ETG
Drogenscreening Standard + ETG Haartest 300 Euro
Drogenscreening bei Opiatkonsum + ETG Haartest 370 Euro
Einzelsubstanznachweis Haartest 85 Euro pro Substanz

Medikamententest:

Leistung Probe Durchschnittlicher Preis
Psychoaktive Medikamente wie Barbiturate, Neuroleptika, Antidepressiva Urintest 50 Euro

MPU nicht bestanden

Was passiert, wenn ich bei der MPU durchfalle?

Wer die MPU nicht besteht, hat diese in der Regel neu zu beantragen. Die Kosten bei der Wiederholung der medizinisch-psychologischen Untersuchung sind in vollem Umfang erneut zu zahlen. Ein Rabatt wird nicht gewährt. Ist lediglich der Reaktionstest schlecht ausgefallen, bieten viele Gutachter eine Wiederholung an.

Wenn Zeit keine Rolle spielt, ist auch eine Wartezeit von 15 Jahren möglich, um die MPU zu umgehen. Nach dieser Zeit verjährt die Pflicht zur medizinisch-psychologischen Untersuchung und der Führerschein ist von der Führerscheinstelle wieder auszuhändigen.

MPU-Finanzierung

Wie bezahle ich die Kosten der MPU?

Wer das Geld für die Kosten einer MPU nicht vollständig zu Verfügung hat, dem bieten zahlreiche Gutachterstellen bequeme Zahlungen in Raten an. Mit einer solchen MPU-Ratenzahlung verringert sich die finanzielle Belastung, indem die Summe in mehreren Teilsummen zurückgezahlt wird.

Kein Geld für MPU – Kredit oder Darlehen aufnehmen?

Wer Abstinenznachweise erbringen muss, besitzt genügend Zeit bis zur eigentlichen MPU. So kann die Summe für die Kosten bequem angespart werden. Sollte dies nicht der Fall sein, bieten wir hier einen Kredit mit geringer Rückzahlungssumme an, der auch bei mittlerer Bonität eine schnelle Lösung bietet, damit an einer MPU teilgenommen werden kann, um den Führerschein wiederzuerlangen.

Kostenübernahme – MPU vom Arbeitsamt bezahlen lassen?

Als Hartz-IV-Empfänger fragt sich mit Sicherheit, ob es eine Kostenübernahme der MPU vom Arbeitsamt gibt. Man kann in diesem Falle einfach mal freundlich nachfragen und darauf hbinweisen, dass eine Fahrerlaubnis die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen. Wer nun denkt, dass es so einfach ist, sich die MPU vom Arbeitsamt zahlen zu lassen und zurückzuzhalen, der täuscht sich. Sollte nämlich die ARGE zustimmen, so muss das Geld auch wieder zurück ans Jobcenter gezahlt werden.

Sparen bei der MPU

Wie kann ich bei der MPU Geld sparen?

Grundsätzlich sollte nicht an Vorbereitungskursen oder Seminaren der MPU gespart werden, weil die Durchfallquote zu hoch ist und dadurch höhere Kosten für die Wiederholung entstehen, als für die Vorbereitung.
Bares Geld können MPU-Teilnehmer sparen, wenn die Angebote für Vorbereitungskurse und Seminare verglichen werden, da Anbieter unterschiedlich hohe Preise ansetzen.

Bei den Grundgebühren für die MPU gibt es kein Entkommen. Diese sind festgesetzt und nicht zu reduzieren.

Kann man die MPU wegen Verjährung umgehen?

Neben der Verjährungsfrist von 15 Jahren, nach denen der Strafbestand gelöscht wird und eine Fahrzeugerlaubnis erneut möglich ist, ist der Erwerb einer ausländischen Fahrerlaubnis fürs Auto eine Alternative. Es ist wegen der Verjährung erlaubt, innerhalb der EU einen Führerschein neu zu erwerben und mit diesem auf deutschen Straßen zu fahren. Voraussetzung ist aber, dass ein Wohnort im EU-Ausland gemeldet und keine Sperrfrist in Deutschland vorhanden ist. Natürlich ist sich an die im Ausland geltenden Gesetze wie Mindestalter zu halten.

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Redaktion I

Am 24. September ist es so weit: die Bundestagswahlen stehen vor der Tür. Millionen Wahlberechtigte haben dann – zumindest indirekt – die Möglichkeit, sich für eine neue Regierung auszusprechen – oder die alte im Amt zu bestätigen. Der gesamte Ablauf … Weiterlesen

Am 24. September ist es so weit: die Bundestagswahlen stehen vor der Tür. Millionen Wahlberechtigte haben dann – zumindest indirekt – die Möglichkeit, sich für eine neue Regierung auszusprechen – oder die alte im Amt zu bestätigen. Der gesamte Ablauf mag jedoch wohl geplant sein. Wer dabei oft in den Hintergrund gerät, sind die Wahlhelfer. Diese sorgen für einen reibungslosen Ablauf und für die genauen Ergebnisse zum Sonntagabend.

Was verdient ein Wahlhelfer in Deutschland?

Die eigentlich ehrenamtliche Tätigkeit bleibt dabei jedoch nicht unvergütet. Die Helfer erhalten für ihren Einsatz das sogenannte Erfrischungsgeld. Wir haben einmal ermittelt, wie dieses in den 30 größten Städten Deutschlands ausfällt – mit unterschiedlichsten Ergebnissen.

Erfrischungsgelder im Vergleich

StadtUrnenwahlhelferBriefwahlhelfer
Durchschnitt40 €35 €
Augsburg100 €100 €
Mannheim60 €60 €
Stuttgart55 €55 €
Duisburg55 €55 €
Berlin50 €35 €
Dortmund50 €40 €
Wuppertal50 €45 €
Gelsenkirchen50 €50 €
Karlsruhe50 €50 €
Frankfurt am Main45 €45 €
Mönchengladbach40 €20 €
Bochum40 €30 €
Bonn40 €30 €
Düsseldorf40 €30 €
Aachen40 €40 €
Bielefeld40 €40 €
Essen40 €40 €
Kiel40 €40 €
Köln40 €40 €
Chemnitz35 €30 €
Braunschweig35 €35 €
München35 €35 €
Wiesbaden35 €35 €
Bremen35 €40 €
Dresden30 €25 €
Leipzig30 €25 €
Hamburg30 €30 €
Hannover30 €30 €
Münster25 €25 €
Nürnberg25 €25 €
Quelle: Wahlämter
Publiziert am von Redaktion I | Kommentare deaktiviert für Wahlhelfer in Deutschland: Das bekommen die Unterstützer für ihren Einsatz
BAföG-Voraussetzungen
Redaktion III

Seit 45 Jahren steht BAföG für Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen. Das Studieren geht mit finanziellen Belastungen einher. Die Finanzierungshilfe BAföG verfolgt das Ziel, jungen Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen und sozialen Situation – ein Studium zu ermöglichen. Für den Erhalt … Weiterlesen

Seit 45 Jahren steht BAföG für Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen. Das Studieren geht mit finanziellen Belastungen einher. Die Finanzierungshilfe BAföG verfolgt das Ziel, jungen Menschen – unabhängig von ihrer finanziellen und sozialen Situation – ein Studium zu ermöglichen. Für den Erhalt der Förderung erfüllen die Studenten die BAföG-Voraussetzungen. Die passenden Informationen zur Studienfinanzierung haben wir in unserem Ratgeber-Artikel zusammengetragen.

Allgemeine Informationen zum Thema BAföG

Um mit dem BAföG Ausbildung ooder Studium zu finanzieren, müssen die notwendigen BAföG-Voraussetzungen erfüllt sein. Es wird geprüft, ob diese vom Studenten erfüllt werden und dieser gefördert werden kann. Dabei kontrollieren sie die Förderungsfähigkeit der Ausbildung.

BAföG – was ist die finanzielle Hilfe?

Die Abkürzung BAföG steht für das Bundesausbildungsförderungsgesetz, eine Finanzhilfe zur Förderung einer Ausbildung. Jährlich nehmen sie in Deutschland über 600.000 Studierende und 300.000 Schüler in Anspruch. Im Jahr 2016 betrug die Zahl der BAföG-Begünstigten 823.000. Zu dem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt.

Wer erhält im allgemeinen die Förderung?

Grundsätzlich besteht Anspruch auf BAföG beim Studium oder einer schulischen Ausbildung. Studierende erhalten die Leistungen zu 50 Prozent als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen. Anspruchsberechtigte Schüler profitieren von einem Vollzuschuss. Das Ziel der sozialen Leistungen besteht darin, den Lernenden einen schnellen Schul- oder Studienabschluss zu ermöglichen.

BAföG-Voraussetzungen

Voraussetzungen fürs BAföG

Wie hoch fällt das BAföG im Regelfall aus?

Den Grundbedarf der Antragsteller deckt die finanzielle Hilfe mit 399 Euro. Bei Bedarf erhalten die Studierenden eine zusätzliche Wohnpauschale sowie einen Kranken- oder Pflegeversicherungszuschlag. Der Höchstsatz beträgt insgesamt 735 Euro. Auf Nachweis bekommen sie weitere Zuschläge, beispielsweise für die Kinderbetreuung.

Die BAföG-Voraussetzungen – wer erhält die Unterstützung?

Welches Studium und welche Ausbildung sind förderungswürdig?

Anspruch auf das BAföG haben ausschließlich Studierende im Vollzeitstudium. Hierbei spielt es keine Rolle, für welche Studienrichtung sich die Lernenden entscheiden. Kommt es zu einem Fachrichtungswechsel, geschieht dies spätestens nach dem dritten Fachsemester. Andernfalls verlieren die Begünstigten den Anspruch auf die Förderung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei einem Master-Studiengang BAföG zu beantragen. Der Antrag erhält die Bewilligung, wenn es sich um einen konsekutiven Master-Studiengang handelt.

Zudem benötigen die Studenten den Bachelor-Abschluss. Das Staatsexamen oder das Diplom zählen nicht zu den gültigen Voraussetzungen für BAföG. Auszubildende besitzen keinen Anspruch auf das Studenten-BAföG. Bei Bedarf erhalten sie die Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB.

Bis zu welchem Alter erhalten Studierende BAföG?

Die Altersgrenze beim BAföG im Bachelor-Studiengang liegt beim 30. Lebensjahr. Obgleich Ausnahmefälle existieren, erfüllen ältere Studenten die nötigen Voraussetzungen für die Sozialleistung nicht. Beim Master-Studiengang bekommen Lernende bis zum 35. Lebensjahr die finanzielle Unterstützung. Durch das ununterbrochene Erziehen eigener Kinder bis zum zehnten Lebensjahr verschiebt sich die Altersgrenze abermals. Ebenfalls profitieren ältere Studierende vom BAföG, wenn:

  • sie eine zweite Ausbildung absolvieren,
  • die Berufsausbildung die Hochschulzugangsberechtigung darstellt,
  • familiäre Gründe ein früheres Aufnehmen der Ausbildung verhindern,
  • die Bedürftigkeit aus einer einschneidenden Veränderung der persönlichen Verhältnisse resultiert.

Bis zu welchem Vermögen erhalten Studierende BAföG?

Profitieren die Studenten von eigenem Vermögen, setzen sie dieses für ihre Ausbildung ein. Dies gilt bis auf einen anrechnungsfreien Betrag von 7.500 Euro. Bei verheirateten Auszubildenden oder solchen mit Kindern erhöht sich der Freibetrag pro Person um 2.100 Euro. Das Kapital von Eltern oder dem Lebenspartner rechnen die zuständigen Ämter nicht auf den Bedarf an. Das gilt nicht für das Einkommen, das diese aus dem Vermögen erzielen.

Wie hoch darf das Einkommen der Eltern sein?

Beim Beantragen des BAföGs spielt das Einkommen der Eltern aus dem letzten Kalenderjahr eine Rolle. Die Freibeträge für die Erziehungsberechtigten hängen von ihrer Lebenssituation und der Anzahl der Kinder ab. Bei einem verheirateten Paar beträgt er monatlich 1.605 Euro. Leben die Eltern getrennt, sinkt er auf 1.070 Euro. Des Weiteren beachten die Ämter, ob zu der Familie Geschwister, die sich ebenfalls in der Ausbildung befinden, gehören.

Bis zu welcher Höhe ist eigenes Einkommen in Bezug auf BAföG unschädlich?

Um den Anspruch auf die finanzielle Unterstützung nicht zu verlieren, darf das monatlich erzielte Einkommen einen Wert von 450 Euro nicht überschreiten. Andernfalls erfüllen die Studierenden nicht länger die Voraussetzungen für das BAföG. Verdient der BAföG-Bezieher mehr, verringert sich die Zahlung oder sie fällt komplett aus.

BAföG im Zweitstudium und im Master

Wann erhalten Studierende in der zweiten Ausbildung BAföG?

Nach § 7 Abs. 2 BAföG erhalten die Studierenden die finanzielle Unterstützung für eine einzige weitere Ausbildung. Im Vorfeld absolvieren die Antragsteller eine mindestens dreijährige, berufsqualifizierende Ausbildung. Hierbei handelt es sich um das Bachelor-Studium. Besteht der Student die Abschlussprüfung der ersten Ausbildung nicht, besteht kein weiterer Anspruch auf eine Förderung der Zweitausbildung. Für das Master-Studium besteht BAföG-Anspruch, sofern dieser sich als konsekutiv erweist. Das Ziel dieser Studienform besteht darin, die Kenntnisse aus dem Bachelor-Studium zu vertiefen.

Elternunabhängiges BAföG – was ist das?

Elternunabhängiges BAföG erhalten beispielsweise Vollwaisen oder Studenten, die den Aufenthaltsort der Eltern nicht kennen. Zudem greift die Regelung, wenn die Erziehungsberechtigten aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen keinen Unterhalt im Inland zahlen. Des Weiteren stellen seit fünf Jahren Erwerbstätige mit einem bestimmten Mindesteinkommen den Antrag.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Liegt keiner der oben genannten Fälle vor, weisen die Antragsteller eine dreijährige berufsqualifizierende Ausbildung und eine anschließende ebenso lange Erwerbstätigkeit nach. Bei einer kürzeren Ausbildungszeit steigt die Dauer der nachgewiesenen beruflichen Tätigkeit.

BAföG im Ausland erhalten

Wann ist es möglich BAföG im Ausland zu beziehen?

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Option, die finanzielle Unterstützung im Ausland zu beziehen. In der Europäischen Union sowie in der Schweiz erhalten die Lernenden eine vollständige Förderung der Ausbildung in:

  • Berufsfachschulen,
  • zweijährigen Fachschulen,
  • höheren Fachschulen,
  • Akademien
  • und Hochschulen.

Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in- und ausländischer Ausbildungsstätten erlaubt ebenfalls den BAföG-Anspruch. Die Aufenthalte außerhalb Deutschlands liegen bei sechs Monaten oder einem Semester. Die Dauer sinkt auf zwölf Wochen, sofern das Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation stattfindet.

Besteht der Anspruch auf BAföG für in Deutschland studierende Ausländer?

Ein BAföG-Anspruch für Studierende besteht auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Die Förderungsberechtigung hängt vom Aufenthaltstitel und den individuellen BAföG-Voraussetzungen ab. Sie bestehen beispielsweise in:

  • einer Daueraufenthalts-Bescheinigung,
  • einer unbefristeten Arbeitserlaubnis,
  • der Heirat mit einem EU-Bürger,
  • der Erwerbstätigkeit in Deutschland vor der Ausbildung
  • oder einem Elternteil als EU-Bürger.

Höhe für die finanzielle Unterstützung

Eine Tabelle für den BAföG-Erhalt in Abhängigkeit vom Einkommen

Anrechnungs-Betrag aus dem Einkommen Förderungs-Betrag für bei den Eltern lebende Studenten Förderungs-Betrag  für allein lebende Studenten
kein Einkommen 537 Euro 735 Euro
50 Euro 487 Euro 685 Euro
150 Euro 387 Euro 585 Euro
400 Euro 137 Euro 335 Euro

 

Beantragung und Ablauf beim BAföG

Wie und wo beantragen Studierende BAföG?

Die finanzielle Unterstützung beantragen die Lernenden schriftlich mithilfe eines Formblatts beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Den Antrag stellen sie nach Vollendung des 15. Lebensjahrs eigenständig. Alternativ übernimmt das ein gesetzlicher Vertreter. Zudem besteht seit dem 1. August 2016 die Option einer elektronischen Antragsstellung. Das geschieht über eID oder De-Mail. Beide Verfahren ermöglichen die sichere Übermittlung der persönlichen Daten und Dokumente.

Wie lange erhalten Auszubildende BAföG?

Die Förderungsdauer hängt maßgeblich von der Art der Ausbildung ab. Schüler erhalten die finanzielle Unterstützung, solange sie die Ausbildungsstätte aufsuchen. Unterrichtsfreie Zeit sowie das Wiederholen einer Klasse schränken die Begünstigung nicht ein. Besuchen die Antragteller das Abendgymnasium, bekommen sie BAföG während der letzten drei Schulhalbjahre. Bei Studierenden richtet sich die Zahlungsdauer nach der Regelstudienzeit in der jeweiligen Fachrichtung. Lernen sie an Akademien oder Fachhochschulen, erbringen sie nach dem fünften Semester Leistungsnachweise, um die BAföG-Voraussetzungen zu erfüllen.

Wer muss Studienleistungen vorweisen?

Bei Schülern findet keine Leistungskontrolle statt. Studierende senden einen Leistungsnachweis, um den Anspruch auf BAföG nicht zu verlieren. Diesen verlangt das zuständige Amt nach dem vierten Semester. Zudem besteht die Nachweispflicht, sofern die Studienzeit die durchschnittliche Studiendauer überschreitet. In seltenen Fällen reicht der Ausdruck der individuell erreichten ECTS-Credits.

Wer verliert seinen Anspruch auf BAföG?

Bei einem Abbruch des Studiums sowie nicht geleisteten Leistungsnachweisen verlieren die Studierenden ihren Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Gleiches geschieht unter Umständen bei einem Fachrichtungswechsel. Nehmen die Lernenden diesen ohne gesetzlich anerkannten Grund vor, wirkt sich die Maßnahme auf den BAföG-Anspruch aus.

Alternative Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums

Erhalten die Studierenden keinen Anspruch auf BAföG, nehmen sie beispielsweise einen Studentenkredit auf. Hierbei profitieren die Antragsteller von günstigen Konditionen. Die großen Begabtenförderungswerke bieten für herausragende Leistungen Stipendien an. Des Weiteren besteht ein Anspruch auf Wohngeld, sofern der Schüler oder Student nicht im Elternhaus lebt. Eine weitere Variante besteht darin, das Kindergeld als Ausbildungsförderung zu verwenden. Überweisen die Eltern den monatlichen Betrag, unterstützt dieser die Finanzierung des Studiums. Das Kindergeld erhalten sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Die Voraussetzungen für eine BAföG-Rückzahlung

Wer zahlt die finanzielle Unterstützung zurück?

Die Verpflichtung zur BAföG-Rückzahlung betrifft Studierende an Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien. Schüler erhalten einen Vollzuschuss, sodass keine Rückzahlungen anfallen. Hierbei begleichen die Studenten spätestens fünf Jahre nach ihrem Studienabschluss die Hälfte der gezahlten Fördersumme. Die Maximalgrenze der Schulden liegt seit dem Jahr 2001 bei 10.000 Euro. Zahlreiche Betroffene zahlen den Betrag in Raten zurück. Deren Höhe beträgt pro Monat 315 Euro. Höhere Summen entstehen, sofern sie den Betrag sonst nicht in der Rückzahlungsfrist begleichen.

Wann zahlen sie das BAföG zurück?

Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer. Das Bundesverwaltungsamt informiert die Betroffenen über den Ablauf des Geschehens und die Höhe der Raten. Bei einer Ausbildung an einer Akademie beginnt die Rückzahlfrist fünf Jahre nach Ende der vorgesehenen Ausbildungszeit.

Ab welchem Einkommen muss das BAföG zurückgezahlt werden?

Überschreitet das Einkommen der Darlehensnehmer 1.145 Euro, besteht die Pflicht, das BAföG zurückzuzahlen. Der Betrag erhöht sich in einer Ehe um 570 Euro. Zudem steigt der Freibetrag bei jedem leiblichen Kind um weitere 520 Euro.

In welchem Fall beantragen Betroffene eine Stundung?

Verfügen die Darlehensnehmer über ein geringes Einkommen, beantragen sie eine Reduzierung der Raten oder eine Stundung. Um die Voraussetzungen für die BAföG-Stundung zu erfüllen, reichen die Antragsteller ihre Einkommensnachweise ein. Die Stundung erfolgt für ein Jahr, in dem die Zinsen weiterlaufen.

Veröffentlicht unter Ausbildung | Kommentare deaktiviert für BAföG Voraussetzungen – Anspruch auf Förderung fürs Studium
Schulische Ausbildung
Redaktion III

Bei einer schulischen Ausbildung findet im Gegensatz zur herkömmlichen keine betriebliche Ausbildung statt. Die Ausbildung zum jeweiligen Beruf erfolgt ausschließlich über eine schulische Einrichtung. Überwiegend wird diese in Berufsfachschulen absolviert. Im Fachjargon nennt sich dies vollschulische Ausbildung, die im Gegensatz … Weiterlesen

Bei einer schulischen Ausbildung findet im Gegensatz zur herkömmlichen keine betriebliche Ausbildung statt. Die Ausbildung zum jeweiligen Beruf erfolgt ausschließlich über eine schulische Einrichtung. Überwiegend wird diese in Berufsfachschulen absolviert. Im Fachjargon nennt sich dies vollschulische Ausbildung, die im Gegensatz zu einer normalen Ausbildung in einem Unternehmen steht.

Die schulische Berufsausbildung ist als Tagesunterricht ausführbar, wie es von einer herkömmlichen Schulklasse bekannt ist, oder aber berufsbegleitend als Abendschule zu besuchen. Manche Berufe sind nur über eine vollschulische Ausbildung zu erlernen. In einigen Branchen sind bereits vorhandene Ausbildungen durch eine schulische Ausbildung erweiterbar.

Unterschiede zwischen „normaler“ und

schulischer Ausbildung

Eine normale Ausbildung setzt sich in der Regel aus einer teilschulischen und praktischen Ausbildung in einem Betrieb oder Unternehmen zusammen. Dies wird Kombinations-Ausbildung genannt. Dabei besucht der Auszubildende die Ausbildungs-Arbeitsstätte, um dort praktische Kenntnisse sowie berufsrelevante Arbeitsabläufe zu erlernen.

Parallel dazu wird die Berufsschule besucht. Diese findet in der Regel in einem wöchentlichen Rhythmus statt. Ähnlich wie bei einem dualen Studium handelt es sich bei einer normalen Ausbildung also um ein duales System: Der Berufsschulbesuch und die betriebliche Ausbildungstätigkeit sind Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Abschluss.

 

Schulische Ausbildung

Schulische Ausbildung

Bei der vollschulischen Ausbildung steht der Besuch der Schule im Vordergrund, um das Ausbildungsziel zu erreichen. In vielen Berufszweigen mit schulischer Ausbildung werden Praktika und/oder Anerkennungsjahre in einem Ausbildungsbetrieb verlangt. Diese finden pro Woche oder als Block über Wochen oder Monate statt. Ein Azubi durchläuft exakt den umgekehrten Prozess wie bei einer normalen kombinierten Ausbildung.

Gilt eine schulische Ausbidung als Berufsausbildung?

Zudem sind kombinierte Berufsausbildungen bundeseinheitlich geregelt und Ausbildungsinhalte in ganz Deutschland identisch. Prüfungen finden vor der IHK oder anderen Kammern statt. Schulische Ausbildungen sind in der Regel Ländersache und deshalb nicht grundsätzlich bundesweit anerkannt. Ausnahmen bilden hier zum Beispiel einige Meisterschulen, die ebenfalls ohne betriebliche Anstellung in Vollzeit-Schulunterricht das Ausbildungsziel erreichen lassen.

Kann jeder eine schulische Ausbildung machen?

Welcher Abschluss wird für eine vollschulische Ausbildung benötigt?

Jeder hat die Möglichkeit, eine schulische Ausbildung zu absolvieren. Jedoch muss der angehende Azubi je nach Beruf oder Branche einige Voraussetzungen erfüllen. Die meisten Schulen verlangen für den Beginn einer schulischen Ausbildung einen Realschulabschluss. In einigen Fällen besteht aber auch die Möglichkeit, mit einem Hauptschulabschluss genommen zu werden. Zusätzlich führen manche Schulen für die Aufnahme Eignungstests durch. Ein Mindesnotendurchschnitt ist eher selten Voraussetzung.

Zudem sind für einige Berufe, wie beispielsweise in der Gesundheits- oder Medizinbranche, die einwandfreie Gesundheit mittels Gesundheits-Zeugnis nachzuweisen.

In Abhängigkeit der Länder-Regelungen liegt das Mindestalter für eine schulische Ausbildung meist zwischen 16 Jahren und 18 Jahren.

Voraussetzungen für eine schulische Weiterbildung

Weiterbildungen in Form einer vollschulischen Ausbildung erfordern überwiegend eine abgeschlossene Berufsausbildung in derselben Branche, in der die Weiterbildung erwünscht ist. Voraussetzung für eine Meisterschule ist beispielsweise ein Gesellenbrief, der nach der normalen Berufsausbildung erteilt wird. Wer eine berufliche Zusatzqualifikation wie OP-Schwester absolvieren möchte, hat im Vorfeld die normale Ausbildung zur Krankenschwester erfolgreich abzuschließen. Zusätzlich sind anschließend einige Praxisjahre in dem Beruf aufzuweisen.

Berufe und Branchen mit schulischer Ausbildung

Welche Berufe können über eine schulische Ausbildung erlernt werden?

Im Folgenden sind Berufsbereiche beziehungsweise Berufsbranchen zu finden, die ausschließlich über eine schulische Ausbildung erlernt werden können. Diese schulischen Ausbildungen gibt es:

Liste rein schulischer Ausbildungsberufe

Gesundheitswesen Alten-, Kranken- sowie Heilerziehungspflege, Logopädie, Ergo- sowie Physiotherapie
Sozialwesen Kindergärtner und andere Erzieherberufe sowie Assistenz im Sozial- und Gesundheitswesen
Gestaltung Medien- und Kommunikationsdesign, Mode- und Textildesign sowie Assistenz in der Gestaltungtechnik
Technik Informatikassistenz, Technische Assistenz in der Biologie, Medizin sowie Chemie
Fremdsprachen Fremdsprachenkorrespondenz sowie Dolmetscher
Weiterbildungen sowie Zusatzqualifikationen z.B. Management- und Direktionsassistenz, Betriebswirtschaft, Medizin- und Pflege, Meistertitel

Ablauf und Dauer einer schulischen Ausbildung

Wie lang ist die Dauer einer schulischen Ausbildung?

Die Dauer einer schulischen Ausbildung ist grundsätzlich abhängig von dem angestrebten Ausbildungsberuf sowie unter Umständen von der beruflichen Vorbildung und/oder des Schulabschlusses. In der Regel beträgt die Dauer zwischen einem und dreieinhalb Jahren.

Zur Auswahl stehen staatlich-öffentliche sowie private Berufsfachschulen. In manchen Berufsbereichen sind die Schulen Ausbildungsstätten angegliedert. Das ist beispielsweise bei Krankenhäusern der Fall, die überwiegend über eine eigene Berufsfachschule verfügen, wo Zusatzqualifikationen in schulischer Ausbildung erreichbar sind.

Zudem wird zwischen einer Grundbildung und Berufsausbildung unterschieden. Eine Grundbildung nimmt in der Regel ein bis zwei Jahre schulische Ausbildung in Anspruch. Eine berufsspezifische Ausbildung dauert hingegen zwischen zwei und dreieinhalb Jahre. Die schulische Ausbildung endet mit dem Bestehen schriftlicher sowie praktischer oder mündlicher Prüfungen.

Hinweis:

Im Falle einer Kündigung der schulischen Ausbildung, gilt es wie bei anderen Arbeits- und Ausbildungsveträgen auf die Kündigungsfristen zu achten.

Vergütung in der schulischen Ausbildung

Gibt es Geld bei einer schulischen Ausbildung?

Während bei einer kombinierten Berufsausbildung eine Vergütung gezahlt wird, erhält ein Schüler in der schulischen Ausbildung keine Bezahlung. Ausnahmen sind im Kranken- und Altenpflegebereich zu finden, wenn die schulische Ausbildung an einem Ausbildungsvertrag eines Krankenhauses oder einer Altenpflegeinstitution geknüpft ist. Hier bekommt der Azubi ein Gehalt während der schulischen Ausbildung gezahlt.

Für private Berufsfachschulen fallen in Deutschland in der Regel sogar Schulgebühren an, die der Azubi selbst zu tragen hat.

Achtung:

Da während einer schulischen Berufsausbildung keine Sozialabgaben geleistet werden, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ob ein Anspruch auf Sozialhilfe (Hartz 4) besteht, hängt von der Bedürftigkeit des Azubis ab.

Förderung und Finanzierung der schulischen Berufsausbildung

In den meisten Fällen ist keine Vergütung während der schulischen Ausbildung zu erwarten. Trotzdem begleiten Kosten wie Lebensunterhalt, Schulbedarf sowie gegebenenfalls Schulgebühren die schulische Ausbildung, sodass im Vorfeld die Finanzierung bedacht werden muss.

Kindergeld in der schulischen Ausbildung

Bis zum 18. Lebensjahr wird von der Familienkasse das Kindergeld an die Eltern gezahlt. Darüer hinaus besteht ein Anspruch auf Kindergeld, wenn sich das Kind in der ersten Berufsausbildung befindet. Ein Anspruch auf Zahlung besteht bis zum Ende der Ausbildung.

Schulische Ausbildung und Förderung durch BAföG

Schüler können auf staatliche Unterstützung hoffen und BAföG beantragen. Ob und in welcher Höhe die Ausbildungsförderung gewährt wird, hängt von mehreren Faktoren ab:

    • Wohnsitz bei den Eltern oder Alleinlebend
    • Einkommen und Unterhaltspflicht der Eltern
    • Eigenes Einkommen über 450 Euro
    • Maximales förderungsfähiges Alter 30 Jahre
    • Über 30 Jahre alt nur nach Ausfallzeiten durch Krankheit, Schwangerschaft oder Pflege von Angehörigen
    • Es handelt sich um die Erstausbildung

Ein Azubi hat nur Anspruch auf BAföG, wenn er nicht mehr bei den Eltern lebt. Die Höhe des BAföG während einer schulischen Ausbildung hängt vom Einkommen der Eltern ab und beträgt maximal 504 Euro (Höchstsatz Grundbetrag). Ein Schüler-BAföG muss nach Abschluss der schulischen Ausbildung nicht zurückerstattet werden, wie das zum Beispiel bei einem Studium der Fall ist. Bei Studenten kommt es nämlich zur BAföG-Rückzahlung für einen Teil ihrer Förderung.

Tipp: Wenn du BAföG beziehst, erhälst du für deine schulische Ausbildung eine GEZ-Befreiung. Dazu musst du nur einen Nachweis an den Beitragsservice senden.

 

Förderung durch Bildungskredite

Bei einem Bildungskredit handelt es sich um ein Darlehen, welches für die schulische Ausbildung aufnehmen lässt. Es wird über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, gewährt und kann auch zusätzlich zum BAföG beantragt werden. Kreditsummen zwischen 1.000 Euro und 7.200 Euro sind möglich. Einmalauszahlungen bis zu 3.600 Euro sind für hohe Aufwendungen gedacht, wie zum Beispiel Schulgebühren oder teure Anschaffungskosten. Die Tilgung erfolgt über monatliche Ratenzahlungen plus Zinsen.

Ausbildungskredit für eine schulische Ausbildung

Die schulische Ausbildung ohne BAföG zu finanzieren oder ohne Förderung vom Jobcenter stemmen zu müssen, erfordert andere Formen der Finanzierung. Eine Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung bei einer schulischen Ausbildung besteht in der Aufnahme eines Kredits.

Diese Form der Finanzierung für eine schulische Ausbildung ist an ein eigenes Einkommen gebunden. Das bedeutet, Kredite für Azubis werden von Banken und Sparkassen zwar gern gegeben, aber der Kreditnehmer hat über Einkünfte zu verfügen. BAföG sowie Kindergeld zählen nicht zum Einkommen. Die Zusammenarbeit mit einem zweiten Kreditnehmer ist eine Möglichkeit, die Chancen auf einen positiven Kreditantrag zu erhöhen.

Die Vorteile von Krediten für Auszubildende sind niedrige Zinsen und kleine Monatsraten. Letzteres ermöglicht Auszubildenden ihre finanzielle Belastung bei der Tilgung gering zu halten. Zudem ist der Kredit von VEXCASH für 30 Tage eine Lösung, wenn schnell und kurzfristig zur Überbrückung Geld benötigt wird.

Selbstständige Finanzierung durch einen Nebenjob

Neben der schulischen Ausbildung ist es dem Schüler erlaubt, einem Nebenjob nachzugehen. Werden staatliche Fördermittel zur finanziellen Unterstützung gewährt, darf der Nebenjob lediglich bis zu 20 Stunden in der Woche in Anspruch nehmen. Bei dem Bezug von BAföG existiert eine Verdienstgrenze: Bis zu 450 Euro darf der Azubi bei einer geringfügigen Beschäftigung dazuverdienen

Fahrtkostenzuschuss in der schulischen Ausbildung

Das Gehalt in der schulischen Ausbildung ist entweder sehr gering oder gar nicht vorhanden. Als Ausgleich können Azubis einen Zuschuss zu den Fahrtkosten für ihre schulische Ausbildung beim Arbeitgeber beantragen. Dieser kann im Anschluss einen Teil oder die gesamten Fahrtkosten übernehmen.

 

Wo besteht (meist) kein Anspruch auf Förderung in der schulischen Ausbildung?

Wohngeld bei schulischer Ausbildung

In der Regel besteht in der Ausbildung kein Anspruch auf Wohngeld. Das liegt daran, dass Azubis im Grunde einen Anspruch auf BAföG geltend machen können und damit der Anspruch auf Wohngeld verfällt. Werden die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt und damit kein BAföG bezogen, kann ein Antrag auf Wohngeld gestellt werden. Dieser wird aber nur in Ausnahmefällen bewilligt.

Schulische Ausbildung und Hartz 4

In einer schulischen Ausbildung verhält sich die Förderung vom Jobcenter ähnlich wie das Recht auf Wohngeld: Da grundsätzlich ein Anspruch auf BAföG-Bezug besteht, entfällt auch die Unterstützung vom Amt.

 

Vor- und Nachteile einer schulischen Ausbildung

Circa 20 Prozent der Jugendlichen und acht Prozent der Erwachsenen entscheiden sich nach ihrem Schulabschluss für einen Beruf, der über eine schulischen Ausbildung zu erlernen ist. Bei den vollschulischen Weiterbildungen gibt es kaum Kritik. Die schulische Berufsausbildung weist neben den Vorteilen einige Nachteile im Vergleich zu einer normalen kombinierten Berufsausbildung auf.

Pro und Contra einer schulischen Ausbildung

Vorteile Nachteile
Keine körperliche Arbeit Ausbildung wird nicht in jedem Bundesland anerkannt
Vermehrte theoretische Kenntnisse Praktische Kenntnisse stehen den theoretischen hinten an
Förderungsfähig durch BAföG Erlernen von sozialen und teamgebunden Arbeiten am Arbeitsplatz fehlen
Reguläre Unterrichtszeiten (Ausnahme Abendschulen) Soziale Kompetenz im Umgang mit Vorgesetzten wird nicht erlernt
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Krankengeld
Redaktion III

Das Krankengeld erhält ein Arbeitnehmer von seiner gesetzlichen Krankenkasse, wenn er nachweislich länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist. Das Krankengeld ist daher eine Zahlung, die das eigentliche Gehalt des Versicherten ersetzen soll. Die ersten sechs Wochen einer langwierigen Krankheit zahlt … Weiterlesen

Das Krankengeld erhält ein Arbeitnehmer von seiner gesetzlichen Krankenkasse, wenn er nachweislich länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist. Das Krankengeld ist daher eine Zahlung, die das eigentliche Gehalt des Versicherten ersetzen soll. Die ersten sechs Wochen einer langwierigen Krankheit zahlt der Arbeitgeber den vollen Lohn, danach wird das Krankengeld fällig.

Die Krankenkasse zahlt Krankengeld nicht nur, wenn der Arbeitnehmer selbst für längere Zeit aufgrund von Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten sowie anderen gesundheitlichen Gründen ausfällt. Muss ein Kind für längere Zeit krankheitsbedingt betreut oder gepflegt werden, kann ein Antrag zur Zahlung von Krankengeld erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass keine andere im Haushalt lebende Person diese Pflege übernehmen kann und das kranke Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet oder eine Behinderung hat.

Ziel des Krankengeldes ist, das Arbeitsentgelt zur ersetzen, wenn der bei der Krankenkasse Versicherte aus nachweisbaren Gründen nicht arbeiten kann oder für eine gewisse Zeit arbeitsunfähig ist.

Voraussetzungen fürs Krankengeld

Ab wann bekommt man Krankengeld?

Es gibt viele Gründe, für die ein Arbeitnehmer vom Arzt krankgeschrieben wird. Eine Arbeitsunfähigkeit kann zwischen wenigen Tagen bis zu vielen Wochen hin andauern. So kommen bei einem Krankenhausaufenthalt mit anschließendem Aufenthalt in einer Reha schnell mehrere Wochen zusammen.

Krankengeld

Wann bekommt man Krankengeld?

Der Arbeitgeber ist nur verpflichtet, für die ersten sechs Wochen den Lohn in voller Höhe weiterzuzahlen, wenn die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen für diese Zeit nahtlos eingereicht wurden. Nach diesen sechs Wochen meldet sich die zuständige Krankenkasse beim Versicherten, damit das Krankengeld nach der Lohnfortzahlung gezahlt wird. Der Arbeitgeber muss keine Lohnfortzahlung mehr leisten, sollte aber regelmäßig über die weitere Arbeitsunfähigkeit informiert werden.

Übersicht: Wer zahlt das Krankengeld…

  • in den ersten sechs Wochen: der Arbeitgeber oder das Arbeitsamt
  • nach sechs Wochen: die Krankenkassen

Krankengeld beantragen – Der Ablauf

Was muss ich beachten, wenn ich Krankengeld beantrage?

  • nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit wird das Krankengeld gezahlt
  • die Krankschreibungen müssen ohne Unterbrechung erfolgen
  • ein Antrag ist nicht nötig, die Krankenkasse wendet sich von selbst an den Versicherten
  • Verdienstbescheinigung vom Arbeitgeber ausfüllen lassen
  • die Höhe für das Krankengeld wird ermittelt
  • weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch einen Vertragsarzt
  • Krankschreibungen nur per Einschreiben/Rückschein versenden
  • so ist der Nachweis gegeben, dass die Krankenkasse diese erhalten hat
  • Krankengeld immer rückwirkend des ersten Tages nach den sechs Wochen

Info: Manche Ärzte können ein Ende der Arbeitsunfähigkeit nicht beurteilen und lassen das Feld „voraussichtliches Ende“ auf der Krankschreibung frei oder beziffern dieses mit „bis auf Weiteres“. Laut Bundessozialgericht ist dies zulässig und die Krankenkasse muss in solchen Fällen das Krankengeld weiter bezahlen.

Dauer des Bezugs

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Grundsätzlich wird das Krankengeld ohne eine zeitliche Begrenzung gezahlt. Die ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber oder das Arbeitsamt für die Lohnfortzahlung bzw. die Sozialleistungen in voller Höhe. Nach dieser Zeit tritt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein.

Im Fall einer Arbeitsunfähigkeit wird das Krankengeld wegen derselben Krankheit für höchstens 78 Wochen in drei Jahren gezahlt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Blockfrist und wird vom Tag des Beginns der Krankschreibungen gerechnet. Hierfür ist der § 48 Abs. 1 SGB V zu nennen.

Was ist eine Blockfrist?

Die Blockfrist gilt für dieselbe Krankheit. Ist ein Arbeitnehmer in den drei Jahren aufgrund derselben Krankheit mehrmals arbeitsunfähig geschrieben, werden insgesamt 78 Wochen für das Krankengeld angerechnet. Nach dem Ablauf der drei Jahre beginnt die Berechnung der 78 Wochen erneut. Die Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Krankheit bedeutet jedoch nicht, dass der Arbeitgeber zwischen den einzelnen Krankschreibungen nicht wieder arbeitsfähig war. Es kann möglich sein, dass er ein halbes Jahr krankgeschrieben war, mehrere Monate wieder arbeiten konnte und danach aufgrund derselben Krankheit erneut krankgeschrieben wurde. Anders sieht dies bei verschiedenen Krankheiten aus, die nichts miteinander zu tun haben. Dann beginnt die Blockfrist von drei Jahren erneut.

Info: Der Begriff „Folgeerkrankung“ ist zweiseitig zu betrachten. Eine Folgeerkrankung kann dieselbe Krankheit sein oder eine weitere, die in Folge der ersten entstanden ist. Dies ist vor allem wichtig zur Berechnung der Blockfristen. Im ersten Fall bleibt die Blockfrist bestehen, im zweiten Fall beginnt die Blockfrist erneut am ersten Tag der Folgeerkrankung. Die drei Jahre Blockfrist können sich überschneiden.

Höhe des Krankengeldes

Wieviel Krankengeld bekomme ich?

Die zu zahlende Höhe des Krankengeldes errechnet sich nach dem monatlichen Lohn. Hiervon werden 70 Prozent vom Bruttogehalt errechnet. Es werden jedoch höchstens 90 Prozent vom Nettogehalt gezahlt. Das errechnete Krankengeld ist immer ein Nettobetrag.

Beispiel für die Krankengeld-Berechnung:

Bruttoeinkommen 2.400,00 Euro – 70 Prozent von 2400 – Zahlung Krankengeld im Monat 1.680 Euro
Bruttoeinkommen 800,00 Euro – 70 Prozent von 800 – Zahlung Krankengeld im Monat 560,00 EURO

Hierbei ist der Tageshöchstsatz von 98,88 Euro zu beachten. Im Monat werden höchstens 2.604,68 Euro an Krankengeld gezahlt. Sind die Leistungen zu gering, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, kann beim Sozialamt auch eine Aufstockung durch die „Hilfe zum Lebensunterhalt“ beantragt werden.

Höhe des Krankengelds bei Arbeitslosigkeit

Arbeitslose haben einen Anspruch auf Krankengeld, wenn sie das Arbeitslosengeld I beziehen. Die Versicherten, die Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV erhalten, sind von einem Anspruch auf Krankengeld ausgenommen. Hier zahlt die Bundesagentur für Arbeit auch in einem längeren Krankheitsfall die vollen Bezüge. Bei Arbeitslosengeld I erhalten die Arbeitslosen sechs Wochen lang weiter die Bezüge von der BfA, danach zahlt die Krankenkasse.

Info: Während des Bezuges von Krankengeld besteht kein Recht auf GEZ-Befreiung. Die Gebühren sind weiter zu zahlen.

Krankengeld für Personen im öffentlichen Dienst

Wer zahlt bei Beamten das Krankengeld?

Für Personen im öffentlichen Dienst gelten die gleichen Anforderungen und Leistungen zur Zahlung des Krankengeldes, wie bei allen anderen Arbeitnehmern. Die ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit zahlt der Arbeitgeber, danach übernimmt die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes in Höhe von 70 % des Bruttoarbeitseinkommens.

Krankengeld bei privater Versicherung

Privat versichert – Wer zahlt das Krankengeld?

Wurde eine private Krankenversicherung abgeschlossen, zahlt diese das Krankengeld. Hierbei wird der vorab im Vertrag bezeichnete Tagessatz gezahlt. Das Krankentagegeld wird steuer- und abgabenfrei ausgezahlt. Die private Versicherung eignet sich vor allem für Selbstständige, die in einer gesetzlichen Versicherung freiwillig versichert sind. Arbeitnehmer, die im Fall einer längeren Krankheit mit dem gesetzlichen Krankengeld nicht auskommen würden, können zusätzlich eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen.

Vorsicht: Die Krankentagegeld-Versicherung ist nicht gleichzusetzen mit der Krankenhaustagegeld-Versicherung. Das Krankenhaustagegeld wird nur während eines Krankenhausaufenthaltes gezahlt. Das Krankentagegeld wird auch gezahlt, wenn der Kranke bereits zu Hause, aber weiterhin arbeitsunfähig ist.

Krankengeld in einer geringfügigen Beschäftigung

Wer zahlt Krankengeld bei Minijob und Nebenjob?

Bei einer geringfügigen Beschäftigung erhält der Arbeitnehmer Lohn bis zu einer Höhe von 450,00 Euro monatlich. Ein solcher Job ist nicht krankenversichert. Wer krank wird, erhält jedoch den Lohn vom Arbeitgeber für die ersten sechs Wochen weiter. Ein Krankengeld wird nicht gezahlt. Daher ist es für einen geringfügig Beschäftigten sinnvoll, sich selbst in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern oder eine private Krankenversicherung abzuschließen.

Krankengeld bei Selbstständigkeit

Bekomme ich Krankengeld, wenn ich selbstständig bin?

Wer selbstständig ist, hat grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld. Um wie Arbeitgeber einen Schutz bei einer länger andauernden Krankheit zu erhalten, müssen Selbstständige sich extra absichern. Wer sich als Selbstständiger freiwillig gesetzlich versichert, hat ab dem 43. Tag der Krankschreibung einen Anspruch auf Krankengeld. Hierzu muss allerdings der Basisschutz in die gesetzliche Krankenversicherung eingezahlt worden sein. Hinzu kommt ein Wahltarif, der den Basisschutz ersetzt oder ergänzt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, sich bei einer privaten Krankentagegeld-Versicherung zu versichern.

Die Höhe des Krankengeldes errechnet sich wie folgt:

  • Krankengeld beträgt bei Selbstständigen 70 % des Arbeitseinkommens
  • Krankengeld wird bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt, täglich höchstens 98,88 Euro
  • im Monat höchstens 2.604,68 Euro
  • Selbstständige ohne Verdienst oder Verlust erhalten kein Krankengeld
  • oft übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen das Kinderkrankengeld bei Selbstständigen
  • das private Krankentagegeld ist abhängig vom Versicherungsvertrag

Tipp: Das Krankengeld wird erst ab dem 43. Tag übernommen, jedoch muss der gesetzlichen Krankenkasse ab dem ersten Tag die Krankschreibung vorgelegt werden.

Krankengeld in der Schwangerschaft

Besteht ein Anspruch auf Krankengeld, wenn ich schwanger bin?

In der Schwangerschaft gibt es ebenfalls einen Anspruch auf Krankengeld, unerheblich, für welche Krankheit die Schwangere arbeitsunfähig geschrieben wird. Die Krankheit kann schwangerschaftsbedingt sein oder aus anderen Gründen hervorgehen. Hat die junge Mutter jedoch entbunden und steht ihr folglich Mutterschaftsgeld zu, ist dieser Anspruch auf das Mutterschaftsgeld vorrangig zu bewerten. Der Anspruch auf das Krankengeld ruht während der Schutzfrist, wenn die Arbeitsunfähigkeit weiterhin bestehen sollte. Dennoch wird die Zeit der Zahlung des Muttergeldes in diesem Fall auf den Höchstanspruch angerechnet.

Info: In der Elternzeit wird kein Krankengeld bezogen, da der Arbeitnehmer in dieser Zeit dem Arbeitgeber nicht zur Verfügung steht und kein Lohn gezahlt wird. Geht die Erkrankung über die Elternzeit hinaus, wird das Krankengeld fällig. Für die Berechnung der Blockfrist ist der erste Tag der Krankschreibung während der Elternzeit anzurechnen.

Kinderkrankengeld

Haben Kinder Anspruch auf Krankengeld?

Es kann passieren, dass das eigene Kind krank wird und für längere Zeit zu Hause betreut werden muss. Arbeiten beide Elternteile, kann dies zu einem schwierigen Unterfangen werden. Damit Mutter oder Vater das Kind betreuen können, gibt es für den Betreuenden Geld von der Krankenkasse.

Voraussetzungen für das Kinderkrankengeld:

  • das zu betreuende Kind hat das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet
  • keiner der im Haushalt lebenden Personen kann das Kind beaufsichtigen
  • das Kind ist behindert und benötigt umfangreiche Hilfe
  • das Kind muss krankenversichert sein

Info: Das Kind selbst hat keinen Anspruch auf das Krankengeld. Dieses wird gezahlt, wenn ein Familienmitglied länger von der Arbeit fern bleiben muss, um das kranke Kind zu betreuen. Das Krankengeld steht daher dem Betreuer zu, nicht dem kranken Kind.

Unterhaltszahlungen bei Krankengeld

Muss ich Kindesunterhalt bei Krankengeld-Bezug zahlen?

Wenn für längere Zeit nur noch Krankengeld gezahlt wird, dann ist im Monat einiges an Geld weniger zur Verfügung. Trotzdem muss in diesem Fall der Unterhaltspflichtige seiner Pflicht zur Zahlung des Kindesunterhalts nachkommen. Wird dies versäumt, tritt § 48 Abs. 1 Satz SGB I ein und der Unterhaltsberechtigte kann die Unterhaltszahlung in voller Höhe oder in Teilen direkt von der Krankenkasse aus dem Krankengeld fordern. Der Betrag, der direkt dem Unterhaltsempfänger überwiesen wird, wird sodann dem monatlichen Krankengeld abgezogen.

Info: Nur wer seinen eigenen Unterhalt durch den Bezug von Krankengeld nicht mehr bestreiten kann, kann gemäß § 1603 Abs. 1 BGB von der Unterhaltsverpflichtung freigestellt werden. Dies sollte jedoch immer mit einem Rechtsanwalt besprochen werden.

Darf man während des Bezugs von Krankengeld in den Urlaub?

Unter bestimmten Bedingungen dürfen auch Krankengeldbezieher in den Urlaub fahren, solange die Gesundheit nicht gefährdet ist. Je nach Krankheit muss nicht automatisch das Bett gehütet werden. Bei dem Wunsch, trotz des Krankengelds in Urlaub zu fahren, sollte auf Folgendes geachtet werden:

  • die Reise darf sich nicht nachteilig auf Gesundheit und Genesung auswirken
  • für die Krankenkasse sollte der Bezieher von Krankengeld erreichbar bleiben
  • medizinische Termine dürfen nicht ausfallen
  • in Deutschland kann ein Urlaub problemlos erfolgen
  • für einen Urlaub im Ausland muss die Krankenkasse zustimmen
  • ansonsten kann das Krankengeld für diese Zeit gestoppt werden
  • im Vorfeld eine schriftliche Bestätigung des behandelnden Arztes einholen

Verweigerung des Krankgeld-Anspruchs

Die Krankenkasse zahlt kein Krankengeld – was nun?

Verweigert die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes, ist dies in der Regel nicht zulässig, wenn fortlaufende Krankenbescheinigungen vorgelegt wurden. In einem solchen Fall sollte immer ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden. Weitere Alternativen oder Förderungen gibt es nicht. Außer eine Schwangere ist über die Geburt hinaus krankgeschrieben, dann greift nicht mehr das Krankengeld, sondern das Mutterschaftsgeld wird vorrangig für diese Zeit gezahlt.

Verweigert die Krankenkasse die Zahlung der Beiträge und geht der Antragsteller mit seinem Anspruch vor Gericht, kann er länger ohne geregeltes Einkommen sein. Für einen solchen Fall gibt es spezielle Kredite. Ebenfalls kann die „Hilfe zum Lebensunterhalt“ bzw. Sozialhilfe beim zuständigen Sozialamt beantragt werden. Diese wird im Krankheitsfall nur genehmigt, wenn kein Krankengeld gezahlt wird und keine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit greift die „Grundsicherung bei Erwerbsminderung“.

Krankengeld in der Steuer angeben

Muss man Krankengeld in der Einkommenssteuererklärung angeben?

Krankengeld ist für die Zeit, in der es gezahlt wird, das Einkommen des Erkrankten. Das Krankengeld ist immer geringer als das normale monatlich gezahlte Gehalt und steuerfrei. Dennoch muss es in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. Dieses kann in der Anlage N vermerkt werden oder im Mantelbogen in der Zeile 91 (Stand 2017). Da Lohnersatzleistungen allerdings in den Progressionsvorbehalt einbezogen werden, erhöhen sie den Steuersatz für das restliche Einkommen.

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