Vermögensverteilung in Deutschland: Der Osten holt auf

Das Vermögen der Deutschen wächst stetig. Einer jüngst veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge beträgt das statistische Nettovermögen, über das jeder deutsche Erwachsene im Schnitt verfügt, zirka 83.000 Euro. Insgesamt verfügen die Deutschen laut DIW somit über ein Nettovermögen an Geld- und Sachwerten von 6,3 Billionen Euro. Eine Infografik des Statistikportals statista zeigt die Entwicklung seit 1991. Diese gewaltige Summe ist innerhalb der Bevölkerung so gegensätzlich verteilt, wie in keinem anderen Land der Eurozone.

Das Medianvermögen als Indikator ungleicher Verteilung

Der Osten holt auf: Vermögensverteilung in Deutschland
In den letzten Jahren lässt sich ein Trend festmachen. Obwohl die Vermögensverteilung noch immer äußerst ungleich ist, holen die neuen Bundesländern auf.

Die Studie ergab weiterhin, dass Menschen mit einem Vermögen von 820.000 Euro zu denjenigen zählen, die das reichste Prozent der Bevölkerung ausmachen, während 20% aller Erwachsenen überhaupt kein Geld auf der Kante haben. 7% gelten sogar als verschuldet und haben mehr Schulden als Besitz.
Wie ungleich die Verteilung und wie sich die Kluft zwischen Arm und Reich entwickelt, wird bereits am Wert für das Medianvermögen deutlich. Dieses gibt das Vermögen wieder, das der Teil der Bevölkerung besitzt, der genau die Mitte repräsentiert, nachdem die Spitzen nach oben und unten gekappt sind. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

Verfügen drei Menschen über ein Vermögen von 1.000 Euro, 10.000 Euro bzw. 100.000 Euro, beträgt das Medianvermögen 10.000 Euro, während das durchschnittliche Vermögen bei 37.000 Euro läge. Im Vergleich zu den genannten 83.000 Euro Durchschnittsvermögen liegt das gegenwärtige Medianvermögen in Deutschland nämlich nur noch bei 17.000 Euro. Noch 2010 lag der Wert bei 51.400 Euro.

Das Ost-West-Gefälle beim Vermögen schrumpft

In den letzten Jahren seit 2007 lässt sich ein Trend festmachen. Obwohl der Wohlstand noch immer äußerst ungleich verteilt ist, holen die Bürger in den neuen Bundesländern auf. Noch steht mit 94.000 Euro ein doppelt so hohes durchschnittliches Nettovermögen im Westen einem Wert von 41.000 Euro im Osten gegenüber (Medianvermögen West: 21.000 Euro, Ost: 8.000 Euro). Allerdings erfolgte der Zuwachs des Nettovermögens in den neuen Bundesländern gegenwärtig wesentlich schneller, als im Westen der Republik. So stieg dieses im Westen der Republik in der Zeit von 2002 bis 2012 nur um 4,2%, während es in Ostdeutschland um rund 12% gewachsen ist.
Besonders deutlich wird die Annäherung in der Gruppe der bis 30-Jährigen, denn hier bestehen laut DIW nahezu keine Unterschiede zwischen Ost und West. Grund sei die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und die eklatante Zunahme an selbst genutzten Immobilien innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe. Nicht zuletzt hätten die jetzt Dreißigjährigen dieselben Möglichkeiten zum Sparen und die gleichen Anlageprodukte nutzen können.

Die Vermögensverhältnisse einzelner Altersgruppen

Interessant sind die Unterschiede der Vermögensverhältnisse der verschiedenen Altersgruppen. Während Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren im Durchschnitt lediglich 7.000 Euro zur Seite gelegt haben, steigt das Durchschnittsvermögen mit dem Alter signifikant an. Ab 25 starten die meisten ins Berufsleben und können nun beginnen, gezielt zu sparen und Vermögen aufzubauen. In vielen Fällen bessern auch Erbschaften und Schenkungen das Ersparte auf.
Dagegen verfügen die über 66-Jährigen im Schnitt sogar über rund 175.000 Euro an Vermögen. Einer der Hauptgründe für diesen Wert liegt in der Tatsache, dass ein hoher Prozentsatz dieser Bevölkerungsgruppe über abbezahlte Immobilien verfügt.
Am schärfsten trifft es Arbeitslose, insbesondere Langzeitarbeitslose, deren Zahl im Osten noch immer erheblich über der in den alten Bundesländern liegt. Das Nettovermögen dieser sozialen Gruppe sank seit 2002 von 30.000 Euro auf nunmehr nur noch 18.000 Euro, was sich letztendlich auch auf die Altersabsicherung auswirkt und in einer Vielzahl der Fälle in Altersarmut enden wird.

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