Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr?

1. Was ist ein FSJ?

Das Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ist ein praktisches Bildungs- und Orientierungsangebot für junge Menschen. Beim FSJ geht es um einen Freiwilligendienst zum Gemeinwohl der Gesellschaft. Die Freiwilligen Helfer beteiligen sich im FSJ an Projekten, um das Zusammenleben der Menschen zu fördern und zu verbessern. Es gibt vielfältige Einsatzbereiche, unter anderem in Krankenhäusern, in Kultur und in technischen Bereichen. Während des sozialen Jahres wird die Arbeitswelt kennengelernt und eventuell ein künftiges soziales Berufsfeld erprobt. Das FSJ ist eine gute Möglichkeit, um sich nach der Schule oder Ausbildung sozial, politisch oder umweltfreundlich zu engagieren.

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Das FSJ im Überblick:

  • Freiwilligendienst in sozialen Einrichtungen
  • Alter zwischen 15 und 26 Jahre (jünger als 27 Jahre)
  • Dauer zwischen 6 und 18 Monaten, in Ausnahmen bis zu 24 Monaten
  • Zahlung eines Taschengeldes.

Das FSJ ist eine hilfreiche Entscheidung, wenn nach Abi oder Schulabschluss die weitere Ausbildung oder der Eintritt in das Berufsleben noch offen ist. Lücken zwischen Schule und Beruf lassen sich mit einem FSJ vorteilhaft schließen. Der Freiwilligendienst des FSJ wird in einer Vielzahl von sozialen Projekten, wie Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Sportvereinen, Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen absolviert.

Tipp
Das FSJ kann auch im Ausland absolviert werden. Weitere Freiwilligendienste sind das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ohne Altersbegrenzung nach oben.
Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr?
Pflege durch FSJ

2. Wer kann ein FSJ machen?

Am FSJ kann jeder teilnehmen, der mindestens 15 Jahre alt und höchstens 26 Jahre alt e ist. Beim Antritt des FSJ darf keine Schulpflicht mehr bestehen. Während des Freiwilligendienstes darf das 27. Lebensjahr nicht vollendet werden. Ein Schulabschluss ist keine Voraussetzung für die Teilnahme am FSJ.

Während des Freiwilligen sozialen Jahres übernimmt der Träger beitragsfreie Sozialleistungen sowie einen Versicherungsschutz für den Krankheits- und Pflegefall. Der Träger (oder die Einsatzstelle) tragen dabei die vollständigen Kosten für die Sozialversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil). Während des FSJ ist der Freiwillige somit beitragsfrei gestellt.

Das FSJ wird in Deutschland und Österreich angeboten. Weitere Auslandseinsätze sind je nach Träger möglich, werden allerdings vom Bund nicht mehr unterstützt.

TIPP: Bewerbungsverfahren und Anfangstermine sind meist an keine festen Fristen gebunden, sodass auch Quereinsteiger und kurzfristig entschlossene Bewerber leicht in FSJ-Projekte einsteigen können.

3. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Beim FSJ kann sich jeder bewerben, der

– noch nicht 26 Jahre alt ist und
– während des FSJ nicht 27 Jahre alt wird und
– die Vollzeitschulpflicht erfüllt und somit das 9. oder 10. Schuljahr beendet hat.

Die genauen Zugangsvoraussetzungen können in den Bundesländern bzw. bei den Trägern der Maßnahme unterschiedlich gehandhabt werden.

Regulär beginnen viele Projekte mit dem neuen Kursjahr im September. In vielen Bereichen ist ein Quereinstieg auch außerhalb der Einstiegstermine möglich. Bewerbungsfristen gibt es meist keine, allerdings kann das Bewerbungsverfahren einige Wochen in Anspruch nehmen. Umso früher die Bewerbung eingeht, desto besser die Chancen, eine Wunscheinsatzstelle zu finden.

Der Träger muss ein für das FSJ zugelassen sein. Vor Beginn des Dienstes muss eine schriftliche Vereinbarung zwischen Träger und Freiwilligem geschlossen sein. Diese kann Geld- und Sachleistungen regeln. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) regelt in Deutschland das Jugendfreiwilligendienstgesetz (JFDG).

4. In welchen Bereichen kann man ein FSJ machen?

Die größten Träger für das FSJ sind Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Bund, Länder und Gemeinden. Jeder Träger muss zugelassen sein.

Das FSJ kann in folgenden Einsatzbereichen geleistet werden:

  • Sozialen Bereiche
  • Kultur
  • Sport
  • Politik
  • Denkmalpflege (FJD)
  • ökologischen Bereich (FÖJ).

Neu ist das FSJ digital, das in seiner zweijährigen Testphase zunächst nur in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt absolviert werden konnte. Im FSJ digital sollen junge Menschen ihre technischen Fähigkeiten im Umgang mit neuen Medien ausbauen. Gleichzeitig sollen die digitalen Fertigkeiten in den Dienst von gemeinnützigen Einrichtungen gestellt werden. Damit baut das FSJ digital auf die Unterstützung der Freiwilligen bei der Umsetzung von digitalen Projekten und der Vermittlung von Medienkompetenz: www.netzwaerts.org/faq-2

Das FSJ ist in einer oder mehreren der folgenden oder ähnlichen Einrichtungen zu absolvieren:

  • Alten- und Pflegeheim
  • ambulanter Sozialdienst
  • Krankenhaus
  • Sportverein, Sportverband
  • Kindergarten/Kindertagesstätte
  • Ganztagsschule
  • Förderschule
  • Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung (zum Beispiel Behindertenwerkstatt)
  • Sanitäts- und Rettungsdienst
  • Kirchengemeinde
  • Gedenkstätte
  • Denkmalpflegebehörde oder -verein
  • Theater
  • Museum
  • Radio/Fernsehen
  • Archiv
  • Jugendfeuerwehr im Kreisfeuerwehrverband
  • Kulturvereine
  • Jugendclub
  • Jugendstrafvollzug in freien Formen.

5. Welche Auslandsangebote zum FSJ gibt es?

Das FSJ kann im Ausland abgeleistet werden, jedoch gibt es seit der Abschaffung der Wehrpflicht keine Förderung mehr durch den Bund. Die Anfangszeiten werden von den jeweiligen Trägern festgelegt und beginnen meist zwischen August und Oktober eines Jahres.

Das FSJ im Ausland wurde vom Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) abgelöst. Der IJFD wurde als Lern- und Orientierungsdienst gegründet, um unter pädagogischer Begleitung soziale und interkulturelle Kompetenzen erwerben zu können. Das Bildungsministerium unterstützt junge Menschen, um sich mit dem IJFD in sozialen oder ökologischen Bereichen sowie in der Friedens- und Versöhnungsarbeit zu engagieren. Die Teilnahmebedingungen entsprechenden denen des FSJ, eine gesetzliche Regelung existiert allerdings nicht. www.internationaler-jugend-freiwilligendienst.de/ijfd/traeger.html

6. Gibt es Alternativen zum FSJ?

Das FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) unterscheidet sich im Wesentlichen nicht vom FSJ. Das FÖJ setzt seinen Schwerpunkt auf eine Mitarbeit in ökologischen Bereichen. Beispielsweise kann das ökologische Jahr im Natur- und Umweltschutz oder in der Kultur- und Denkmalpflege geleistet werden.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist der Nachfolger des Zivildienstes. Der BFD ist im Gegensatz zum FSJ nur in Deutschland möglich. Auch hier sind die Einstiegsvoraussetzungen und Anbieter ähnlich den Regelungen für das FSJ. Beim BFD darf ebenfalls keine Schulpflicht mehr bestehen, allerdings gibt es keine Altersbegrenzung nach oben. Die BFD-Teilnehmer dürfen älter als 26 Jahre sein. Der BFD kann nach 5 Jahren wiederholt werden, sofern die Maßnahme vom Bund getragen wird. Beim BFD sind Einsatzmöglichkeiten im Katastrophenschutz und Zivilschutz möglich. Neben Vollzeitarbeit ist beim BFD auch eine Mitarbeit auf Teilzeitbasis möglich.

7. Wie viel verdient man?

Für die Tätigkeit an der Einsatzstelle übernimmt der Träger Geld- und Sachleistungen für Unterkunft, Verpflegung, Arbeitskleidung und Taschengeld. Gezahlt wird ein Taschengeld, das bei den großen Trägern zwischen 300 und 500 Euro liegt. Höhe und Umfang der finanziellen Vergütung (Taschengeld, Fahrtkostenerstattung, Unterkunft, Verpflegung) ist abhängig vom Träger. Unter Umständen kann sie zwischen den Einsatzstellen desselben Trägers unterschiedlich ausfalle. Unterkunft und Verpflegung werden gestellt oder finanziell vergütet. Einige Einsatzstellen wie beispielsweise Kindergärten müssen keine Unterkunft oder Ersatzleistung anbieten. Die Höhe des zulässigen Taschengelds ist nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz auf 6 Prozent der in der Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.

Rechtlich ist die Stellung der Freiwilligen ähnlich wie bei Auszubildenden. Die im FSJ verbrachte Zeit wird für die Altersvorsorge angerechnet. Der Träger übernimmt in voller Höhe die Beiträge zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sozialversicherungsbeiträge und Beiträge für die Berufsgenossenschaft(BG)/gesetzliche Unfallversicherung führt die Einsatzstelle direkt ab.

Während des Freiwilligendienstes können unter 25-jährige Teilnehmer erneut Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz beantragen.

8. Welche Zeitrahmen gibt es?

Der Freiwilligendienst ist eine Vollzeitbeschäftigung, für die ein Taschengeld gezahlt wird. In der Regel sind es 39 Wochenstunden vorgesehen. Die Arbeitszeit richtet sich nach den Vorgaben der Einsatzstelle. Begrenzt ist die Arbeitszeit wie auch bei Voll- und Teilzeittätigkeiten durch die in öffentlichen Tarifen vereinbarten Wochenstundenregelungen.

Regulär beginnen viele Projekte mit dem neuen Kursjahr im September. In vielen Bereichen ist ein Quereinstieg auch außerhalb der Einstiegstermine möglich. Der Dienstbeginn fällt meist auf den 1. oder 15. eines Monats.

Normalerweise wird der Freiwilligendienst ein ganzes Jahr geleistet. Der FSJ-Dienst kann jedoch um maximal 6 Monate verkürzt und um maximal 12 Monate verlängert werden. Eine Verlängerung muss begründet werden. Die Mindestdauer für das FSJ beträgt 6 Monate und höchstens 24 Monate. Für die Zeit an der Einsatzstelle werden von den meisten Anbietern Verpflegung und Unterkunft als zusätzliche Sachleistungen zur Verfügung gestellt.

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9. Wo finde ich passende Angebote?

Die Wurzeln des FSJ liegen be den evangelischen und katholischen Kirchen. In 1954 rief der Bayerische Landesbischof zum freiwilligen diakonischen Jahr auf. Die evangelischen Kirchen bezeichnen das FSJ heute noch häufig mit Die Evangelische Kirche auch Diakonisches Jahr genannt.

Der Träger des FSJ muss staatlich zugelassen ein. Die Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen bilden noch immer das Schwergewicht unter den Anbietern. Viele Wohlverahrtsverbände, Religionsgemeinschaften, Bund, Länder und Gemeinden sind zugelassene Träger des FSJ.

Große Organisationen wie der Malteser Hilfsdienst oder die Evangelische Kirche haben umfangreiche Angebote an zahlreichen Einsatzorten innerhalb Deutschlands.

10. Voraussetzungen für das FSJ

Beim FSJ werden Einsatz und Engagement gefordert, allerdings legen die Träger großen Wert auf die persönliche Bildung und Weiterbildung der Freiwilligen während ihres Einsatzes. Der Bewerber sollte für den Einsatz einige Eigenschaften mitbringen:

  • eine gute gesundheitliche Verfassung
  • Engagement und Freude bei der Tätigkeit im sozialen Bereich
  • Lernbereitschaft
  • Kontaktfreude, Lust auf Austausch und Offenheit
  • Empathie und Hilfsbereitschaft in sozialen Projekten
  • Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Stressresistenz und mentale Stärke wachsen mit dem Projekt
  • Motivation und Lust auf die Herausforderungen in einer intensiven gemeinsamen Zeit

Wer sich nicht für ein FSJ entscheiden kann, hat die Möglichkeit an alternativen Projekten des Freiwilliges Ökologisches Jahres (FÖJ) teilzunehmen. Beim FÖJ geht es um ehrenamtliche Beteiligungen und Engagement im Umweltschutz.

TIPP: Auch an politischen und kulturellen Projekte kann während des Freiwilligenjahres teilgenommen werden, allerdings empfiehlt sich eine frühzeitige Bewerbung.