Geringfügige Beschäftigung: Alle Infos auf einen Blick

Geringfügige Beschäftigung, Minijob oder 450-Euro-Job sind drei Begriffe, mit denen jeweils die gleiche Sache beschrieben wird. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Besonderheiten des Minijobs wissen müssen, welche Steuern eventuell fällig werden und welche Sozialabgaben zu leisten sind.

Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Was ist der Unterschied zwischen Minijob und geringfügige Beschäftigung?

Eine geringfügige Beschäftigung wird auch Minijob genannt, weil sie dem Gesetz nach geringfügig ist. Rechtlich ist dazu alles im § 8 SGB IV geregelt.

Als Minijob wird eine Beschäftigung dann bezeichnet, wenn sie bezüglich Lohnsteuer und Abgaben zur Sozialversicherung Besonderheiten unterliegt. Das kann entweder eine Tätigkeit sein, die mit maximal 450 Euro monatlich entlohnt wird (geringfügig entlohnte Beschäftigungen) oder eine Tätigkeit, die kurzfristig ist (kurzfristige Beschäftigungen).

Besonderheiten einer geringfügigen Beschäftigung

Wenn Sie geringfügig beschäftigt sind, sind sie nicht sozialversicherungspflichtig und brauchen Sie keine Abgaben zur Sozialversicherung zu zahlen. Zwar sind Sie trotzdem noch rentenversicherungspflichtig, doch davon können Sie sich befreien lassen. Ebenso gibt es bei der Lohnsteuer Besonderheiten. Deshalb wird dieses Arbeistverhältnis auch geringfügig nicht versicherungspflichtige Beschäftigung genannt.

Da die Geringfügigkeitsgrenze zu Beginn des Jahres 2013 von 400 auf 450 Euro gestiegen ist, ist in wenigen Fällen auch noch vom 400-Euro-Job die Rede. Für den Minijobber selbst ist vieles an diesem Arbeitsverhältnis vorteilhaft: Übt er den Minijob neben seinem eigentlichen Beruf aus, übernimmt der Arbeitgeber die für diesen Job anfallenden Sozialabgaben und Steuern. Die bis zu 450 Euro werden ohne Abzüge ausgezahlt.

Falls Sie sich als Minijobber von der Pflicht zur Rentenversicherung befreien lassen, brauchen Sie auch diesen Beitrag nicht zu leisten. Auch für den Arbeitgeber lohnt es sich, Minijobber zu beschäftigen: Damit können konjunkturelle Schwankungen deutlich leichter ausgeglichen werden.

Geringfügie Beschäftigung

Wer darf einen Minijob ausüben?

Arbeitnehmer, Arbeitslose, Schüler ab einem bestimmten Alter als Ferienjobber, Studenten oder Rentner: Wenn Sie sich etwas dazu verdienen wollen, können Sie eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen.

Wie viele Stunden pro Woche darf ich in einer geringfügigen Beschäftigung arbeiten?

Während früher die Arbeitszeit eines Minijobbers noch auf 15 Stunden pro Woche beschränkt war, wird die geringfügige Beschäftigung seit 2013 nur noch über den Verdienst definiert: Mehr als 450 Euro pro Monat dürfen es nicht sein.

Für die Minijobber gilt eine flexible Regelung der Arbeitszeit, mit der ein Arbeitgeber auf die Schwankungen bei der Nachfrage, auf saisonale Spitzenzeiten oder Personalengpässe reagieren kann und trotzdem die Verdienstgrenze einhält. Dabei darf die gesamte Arbeitszeit des Minijobbers so aufgeteilt werden, dass Sie als geringfügig Beschäftigter im Jahr höchstens 5.400 Euro mit Ihrem Minijob verdienen dürfen und die Grenze von 450 Euro maximal an drei Monaten überschritten wird. Damit können Minijobber flexibel eingesetzt werden, Sie verdienen als Minijobber in einem Monat eben etwas mehr – und in einem anderen Monat etwas weniger.

Arbeitsvertrag

Grundsätzlich ist bei einer geringfügigen Beschäftigung in einem 450-Euro-Job ein Arbeitsvertrag erforderlich. Allerdings reicht eine mündliche Absprache zunächst aus, sie sollte jedoch später auch in schriftlicher Form vorliegen.

In dem Arbeitsvertrag wird alles Wichtige festgehalten: Die im Minijob ausgeübte Tätigkeit, die zu leistende Arbeitszeit, der Arbeitsort, die Vergütung und eventuelle Kündigungsfristen.

Der Arbeitsvertrag enthält:

  • Das Unternehmen mit Name und Anschrift
  • Den Ort der Tätigkeit
  • Den Arbeitnehmer mit Name und Anschrift
  • Den Beginn des 450-Euro-Jobs
  • Falls er befristet ist: die Dauer des Minijobs
  • Eine Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit
  • Die Arbeitszeit
  • Der Anspruch auf Urlaub
  • Die Vergütung
  • Die Kündigungsfristen
Wurde der Arbeitsvertrag nur mündlich geschlossen, ist er trotzdem gültig. Sollte es jedoch zu einer Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht kommen, müssen beide Seiten beweisen, was sie vereinbart haben. Grundsätzlich hat ein Minijobber die gleichen Rechte wie ein Arbeitnehmer in Vollzeit, er hat einen Anspruch auf Urlaub, Kündigungs- und Mutterschutz.

Geht es allerdings um ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis, ist ein schriftlicher Arbeitsvertrag zwingend vorgeschrieben. Falls dieser fehlt und der Vertrag nur mündlich geschlossen wird, ist die Befristung unwirksam und der Minijobber dauerhaft beschäftigt.

Es gibt Muster-Arbeitsverträge, die von Unternehmern gerne genutzt werden. In diesen werden einfach alle notwendigen Daten eingetragen und der Aufwand reduziert sich auf ein Minimum.

Arbeitsstunden

Seit 2013 wird die geringfügige Beschäftigung nicht über die Arbeitsstunden pro Woche, sondern über das Gehalt definiert.

Auch bei der geringfügigen Beschäftigung haben Sie einen Anspruch auf den gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Dieser stieg am 1. Januar 2017 auf 8,84 Euro pro Stunde. Allerdings gilt gleichzeitig die Entgeltgrenze von 450 Euro monatlich. Wenn Sie den Mindestlohn für Ihren Minijob bekommen, haben Sie Ihre Verdienstgrenze mit einer Arbeitszeit von knapp 50 Stunden monatlich erreicht.

Seit der Einführung des Gesetzes zum Mindestlohn sind die Arbeitgeber verpflichtet, für jeden Minijobber die geleisteten Stunden detailliert aufzuführen. Werden enge Familienangehörige beschäftigt oder arbeiten Sie als Minijobber in einem Privathaushalt, besteht keine Pflicht, die Arbeitszeit aufzuzeichnen.

Eine Höchstgrenze für den Stundenlohn gibt es nicht: Selbstverständlich dürfen Sie als Minijobber mehr als 8,84 Euro pro Stunde bekommen und dürfen dann auch weniger arbeiten: Mehr als 450 Euro monatlich sind nicht drin, solange Sie Minijobber bleiben wollen. Für kurzfristige Beschäftigungen gilt etwas anderes: Hier darf der Stundenlohn nur etwa 12 Euro betragen.

Krankenversicherung

Wie bin ich bei einer geringfügigen Beschäftigung krankenversichert und wer zahlt die Krankenversicherung?

Wenn Sie in einem Hauptberuf beschäftigt sind, dann sind Sie auch

krankenversichert und zahlen auf Ihr Einkommen ganz normal Ihre Beiträge zur Krankenversicherung. Bei einer geringfügigen Beschäftigung führt Ihr Arbeitgeber dann einen pauschalen Betrag zur Sozialversicherung ab.

Sind Sie als Familienangehörige über Ihren Ehepartner krankenversichert, das bleibt auch bei einem Minijob so.

Sind Sie arbeitslos und bekommen vom Jobcenter Arbeitslosengeld, sind Sie über das Jobcenter krankenversichert.

Falls Sie jedoch überhaupt keine Krankenversicherung haben, müssen Sie sich selbst darum kümmern und sich privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichern: Ihr Arbeitgeber zahlt nur einen pauschalen Betrag zur Sozialversicherung, der dem allgemeinen Gesundheitsfond zu Gute kommt und für Sie kein Krankenversicherungsverhältnis begründet.

Tipp
Bei Flüchtlingen gilt: Wer als Geflüchteter über eine Arbeitserlaubnis verfügt, darf einen 450-Euro-Job ausüben. Da Flüchtlinge allerdings nicht gesetzlich krankenversichert sind, braucht der Arbeitgeber den pauschalen Betrag nicht zu zahlen, spart also die 13 Prozent, die er andernfalls an die Knappschaft-Bahn-See zahlen müsste.

Rentenversicherung

Trotz Geringfügiger Beschäftigung Punkte und Beiträge für die Rente sammeln

Seit dem 1. Januar 2013 müssen sämtliche Minijobber für die gesetzliche Rentenversicherung Beiträge zahlen. Das heißt konkret: von 450 Euro brutto werden netto 433,35 Euro monatlich ausgezahlt. Ihr Beitrag in Höhe von 16,65 Euro ist allerdings nur die Differenz, schließlich zahlt Ihr Arbeitgeber bereits 15 Prozent. Die Rentenversicherungspflicht sorgt aber nicht nur dafür, dass Sie weniger ausgezahlt bekommen, sie ist auch vorteilhaft:

  • Sie erwerben damit Pflichtarbeitszeiten. Wenn Sie eine Umschulung, medizinische Rehabilitation oder eine andere Leistung erhalten möchten, müssen Sie diese nachweisen.
  • Ihre Rentenansprüche steigen, wenn auch nur gering. Für jedes Jahr, das Sie als Minijobber Rentenbeiträge zahlen, bekommen Sie später ungefähr monatlich 3,46 Euro mehr Rente – allein durch die pauschalen Zahlungen Ihres Arbeitgebers. Zahlen Sie Ihren Beitrag ebenfalls ein, steigt die monatliche Rente auf 4,36 Euro.
  • Sie profitieren von der staatlichen Förderung zur Altersvorsorge: Wenn Sie jährlich mindestens 60 Euro in einen sogenannten Riester-Vertrag einzahlen, bekommen Sie 154 Euro an staatlicher Zulage und zusätzlich für jedes ab 2008 geborene Kind 300 Euro. Für vor 2008 geborene Kinder gibt es eine jährliche Zulage von 185 Euro.
Tipp
Sie können sich von der Pflicht zur Rentenversicherung auch befreien lassen und brauchen den Beitrag von momentan 16,65 Euro dann nicht zu zahlen. Erklären Sie Ihrem Arbeitgeber Ihren Verzicht schriftlich und er wird die Minijob-Zentrale davon informieren. Diese hat einen Monat Zeit für einen Widerspruch, andernfalls gilt Ihr Antrag auf Verzicht genehmigt.

Sozialversicherung

Für geringfügig Beschäftigte muss Ihr Arbeitgeber die Abgaben zur Sozialversicherung an die Minijob-Zentrale entrichten. Hierbei gibt es allerdings einen Unterschied, je nachdem, ob Sie in einem gewerblichen Unternehmen oder in einem privaten Haushalt beschäftigt sind.

Pauschal sind vom Arbeitgeber für die Krankenversicherung bei einem gewerblichen Minijob 13 Prozent, im Privathaushalt 5 Prozent zu zahlen.

Sind Sie als Arbeitnehmer nicht rentenversicherungspflichtig, zahlt der Arbeitgeber bei einem gewerblichen Minijob 15 Prozent und im Privathaushalt 5 Prozent als Beitrag pauschal zur Rentenversicherung.

Sind Sie als Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig, zahlt der Arbeitgeber 3,7 Prozent in einem gewerblichen Minijob und 13,7 Prozent in einem Privathaushalt an Beiträgen.

Besonderheit in Privathaushalten

Ein Minijob in einem privaten Haushalt ist eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Diese Minijobs fördert der Gesetzgeber besonders: Der Arbeitgeber muss zum einen geringere Pauschbeträge zahlen und kann zum anderen einen Teil seiner Kosten steuerlich absetzen. Auf den Internet-Seiten der Minijob-Zentrale finden Sie einen Haushaltscheck-Rechner, mit dem jeder Arbeitgeber schnell ausrechnen kann, wie groß der Steuervorteil ist. In der Regel ist dieser größer als die Abgaben, die fällig sind.

Tipp
Arbeiten Sie als Minijobber auch im privaten Haushalt sozialversicherungspflichtig. Das bringt für beide Seiten Vorteile.

Urlaubsanspruch

Grundsätzlich haben Sie – wie jeder anderen Arbeitnehmer auch – einen gesetzlich verankerten Anspruch auf bezahlten Urlaub. So steht es im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Das sind mindestens 24 Werktage.

Liegt der allgemeine Anspruch auf bezahlten Urlaub im Unternehmen allerdings über dem gesetzlich festgelegten Mindestanspruch, steht dieser Ihnen auch als geringfügig Beschäftiger zu. Sie sind mit Ihrem Minijob einem gewöhnlichen Arbeitnehmer in dieser Hinsicht gleichgestellt.

Wie wird bei einer geringfügigen Beschäftigung der Anspruch auf Urlaub berechnet?

Die Formel lautet: Ihre Arbeitstage pro Woche werden mit 24 gesetzlich festgelegten Urlaubstagen multipliziert und anschließend durch sechs Werktage pro Woche geteilt.

Arbeitstage
Urlaubstage
1 pro Woche
1 x 24 / 6
4 Tage Urlaub jährlich
2 pro Woche
2 x 24 / 6
8 Tage Urlaub jährlich
3 pro Woche
3 x 24 / 6
12 Tage Urlaub jährlich
4 pro Woche
4 x 24 / 6
16 Tage Urlaub jährlich
5 pro Woche
5 x 24 / 6
20 Tage Urlaub jährlich
6 pro Woche
6 x 24 / 6
24 Tage Urlaub jährlich

Auch wenn die Berechnung auf den ersten Blick etwas kompliziert wirkt, liegt das daran, dass der Gesetzgeber immer noch die Sech-Tage-Woche als Berechnungsgrundlage nimmt und gleichzeitig damit erreichen wollte, dass jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf vier Wochen Urlaub hat. Falls Sie also nur einen Tag wöchentlich arbeiten, können Sie mit vier Urlaubstagen nacheinander insgesamt vier Wochen Urlaub machen.

Kündigung

Wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung ausüben, haben Sie die gleichen Pflichte und Rechten wie sämtliche anderen Arbeitnehmer. Das gilt – wie eben beschrieben – für den Urlaub, aber auch für die Kündigung. Grundsätzlich gilt: Eine Kündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Sie muss auf Papier vorliegen und persönlich unterschrieben werden: Weder Mail, noch Fax oder gar SMS ist zulässig.

Auf der Kündigung sollte neben Ihrem Namen und Ihrer Adresse auch Ihr Arbeitgeber mit vollständiger Adresse stehen. In die Betreffzeile gehört: „Kündigung des Arbeitsvertrages“, dazu das Datum.

Schreiben Sie, wann Sie den Minijob kündigen wollen, ob zum nächstmöglichen Zeitpunkt oder fristgerecht. Welche Frist bei Ihrer Kündigung gilt, ist im Arbeitsvertrag aufgeführt.

Die Kündigungsfrist laut BGB

Ist im Arbeitsvertrag keine Frist angegeben, gilt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Dieses legt die Kündigungsfrist auf vier Wochen fest. Sie können wahlweise zum 15. oder zum Monatsende kündigen.

Die Kündigungsfrist wird um so länger, je länger Sie bereits im Unternehmen tätig sind. Sind Sie dort zwei Jahre beschäftigt, kann nur zum Monatsende gekündigt werden und steigert sich bis auf sieben Monate für zwanzig Jahre Tätigkeit. Sind Sie jedoch in der Probezeit, können Sie mit einer zweiwöchigen Frist kündigen.

Tipp

Der Aufhebungsvertrag:
Sie können Ihren Minijob auch mit einem Aufhebungsvertrag beenden und damit die vorgeschriebene Kündigungsfrist umgehen. Sie vereinbaren mit Ihrem Arbeitgeber einvernehmlich die Beendigung des Minijobs. Dieser Vertrag muss schriftlich geschlossen werden.

Eine ordentliche Kündigung:
Diese benötigt keinen Grund. Wollen Sie jedoch außerordentlich Ihren Minijob kündigen, müssen Sie einen wichtigen Grund anführen.

Die außerordentliche Kündigung

Bei dieser Kündigung müssen die andernfalls üblichen Kündigungsfristen nicht eingehalten werden: Deswegen wird sie auch als fristlose Kündigung bezeichnet. Sie brauchen für eine außerordentliche Kündigung einen triftigen Grund und müssen diesen im Kündigungsschreiben auch benennen.

Da jede außerordentliche Kündigung ein Einzelfall ist, gibt es keine allgemein gültigen Gründe für diese. Grundsätzlich gilt: Der Grund muss schwer genug sein, dass Ihnen die fristgerechte Kündigung nicht zumutbar ist. Das kann bei groben Beleidigungen oder sexueller Belästigung der Fall sein, aber auch, wenn der Arbeitgeber mit der Lohnzahlung im Rückstand ist, der Arbeitsschutz grob verletzt wird oder ein anderer Arbeitnehmer gegen Sie tätlich geworden ist. Ob die außerordentliche Kündigung rechtmäßig ist, wird jedoch im Einzelfall entschieden.

Sie bekommen eine fristlose Kündigung vom Arbeitgeber:
Selbstverständlich kann Ihr Arbeitgeber auch Ihr Arbeitsverhältnis als Minijobber fristlos kündigen. Dann müssen Sie allerdings vorher erst eine Abmahnung bekommen. Außerdem muss eine solche fristlose Kündigung innerhalb von vierzehn Tagen nach Bekanntwerden der Gründe zugestellt werden.

Gehalt

Für Sie als Minijobber ist das Arbeitsverhältnis in einer geringfügigen Beschäftigung das, was man landläufig als gutes Geschäft bezeichnen kann. Sie bekommen Ihr Gehalt „brutto für netto“, jedenfalls dann, wenn Sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Die fälligen Abgaben zahlt allein der Unternehmer.

Achten Sie auf die Grenze von 5.400 Euro
Sie dürfen jährlich in Ihrem Minijob bis zu 5.400 Euro verdienen: Damit können Schwankungen einigermaßen ausgeglichen werden. Falls Sie in einem Monat etwas mehr arbeiten, können Sie sich im nächsten Monat dafür zurücklehnen, so dass die monatlichen Zahlungen von 450 Euro eingehalten werden.

Allerdings stehen Ihnen als Minijobber ebenso anteilig Weihnachts- und Urlaubsgeld zu: Auch diese einmaligen Zahlungen müssen Sie bei der Einkommensgrenze berücksichtigen. Falls Sie monatlich für Ihre Arbeit 420 Euro bekommen und Ihnen wird vor Weihnachten ein Bonus von 400 Euro bezahlt, sind das auf das ganze Jahr gesehen bereits 5.440 Euro, monatlich 3,33 Euro zu viel. Selbst bei einer solch geringen Überschreitung der Lohngrenze fallen sämtliche Vorteile des Minijobs weg: Sie sind dann nicht nur steuerpflichtig, sondern auch voll versicherungspflichtig.

Ausnahme: Zweimal im Jahr darf mehr verdient werden
Es gibt nur eine Ausnahme, mit der Sie von der starren Lohngrenze abweichen können: Falls Sie lediglich gelegentlich, aber auf keinen Fall vorhersehbar arbeiten und Ihr Lohn dann mehr als 450 Euro beträgt, bleiben Ihnen die Vorteile des Minijobs erhalten. Bis 2018 gilt das für drei Monate innerhalb eines Kalenderjahres. Dann dürfen Sie sogar insgesamt über 5.400 Euro verdienen.

Beispiel: Sie arbeiten als Minijobber und vertreten für zwei Monate einen Kollegen, der krank wird und Vollzeit arbeitet. Sie verdienen während dieser Zeit ein volles Gehalt, trotzdem bleibt Ihr Minijob steuer- und abgabenfrei. Unvorhersehbar ist eine solche Mehrarbeit, wenn sie von Schwangerschaft oder Krankheit verursacht wird. Eine Vertretung in der Urlaubszeit oder Spitzenzeiten wie das Weihnachtsgeschäft sind jedoch vorhersehbar: Arbeiten Sie zu diesen Zeiten mehr, verschiebt sich die feste Lohngrenze nicht.

Wie Sie trotzdem mehr als 450 Euro monatlich verdienen können

Die Grenze von 450 Euro gilt nur für den klassisch ausgezahlten Barlohn. Zusätzlich zum Lohn gezahlte Extras erhöhen zwar das tatsächliche Gehalt, werden jedoch nicht auf die Gehaltsgrenze angerechnet. Dazu zählen beispielsweise:

  • Zuschüsse zu den Fahrtkosten
  • Gutschein zum Tanken
  • Beihilfen zur Erholung
  • Förderung der Gesundheit
  • Zuschuss zu den Kindergartengebühren
  • Überlassung von Computer, Tablet und anderen elektronischen Geräten
  • Leistungen für die betriebliche Altersvorsorge

Übungsleiter im Minijob

Sind Sie nebenberuflich als Übungsleiter in einem Verein, Erzieher, Ausbilder, Betreuer oder ähnlichem tätig, pflegen Sie nebenberuflich alte, kranke oder behinderte Menschen oder üben Sie eine nebenberufliche künstlerische Tätigkeit aus?

Falls Sie im Dienst einer gemeinnützigen Organisation tätig sind, können Sie bis zu 2.400 Euro pro Jahr an Steuer- und Sozialversicherungsabgaben sparen – zusätzlich zur Minijob-Regelung. Das sind monatlich bis zu 650 Euro, auf die weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen: 450 Euro Minijob und 200 Euro Übungsleiterfreibetrag.

Steuererklärung

Wo muss ich die geringfügige Beschäftigung bei der Steuererklärung angeben und eintragen?

Da Ihr Arbeitgeber für Ihr geringfügiges Beschäftigungsverhältnis pauschal Steuern zahlt, brauchen Sie als Minijobber keine Steuern mehr zu entrichten. Eine Steuererklärung müssen Sie nur dann beim Finanzamt abgeben, wenn Sie über weitere Einkommensquellen verfügen. Für die Einnahmen aus dem Minijob muss die Anlage N der Steuererklärung („Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit“) abgegeben werden.

Steuern

Wie wird die geringfügige Beschäftigung versteuert?

Steuern zahlen kann sich lohnen
Die Einkommensgrenze für die geringfügige Beschäftigung liegt bei 450 Euro monatlich. Auf diesen Betrag zahlt der Arbeitgeber maximal neun Euro monatlich an Steuern. Sie können Ihr damit verdientes Einkommen auch ganz normal versteuern und dabei vom Werbungskostenfreibetrag profitieren, der immerhin jährlich 1.000 Euro beträgt.

Beispiel: Ihr Partner geht einer ganz regulären Vollzeit-Beschäftigung nach und Sie haben einen Minijob: Dann sind Sie kostenlos über Ihren Ehepartner in der Krankenkasse familienversichert. Falls Sie zusätzlich zum Minijob noch Einnahmen aus Miete oder Kapitalanlagen haben, verdient schnell so viel, dass die Familienversicherung wegfällt. Übersteigen die Einkünfte den jährlichen Sparer-Pausch-Betrag, der für Ehepaare 1602 Euro beträgt, sind freiwillige Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Das kostet etwa 150 Euro monatlich. In diesem Fall lohnt es sich, wenn Sie regulär Steuern auf den Minijob zahlen und dafür in der Familienversicherung bleiben.

Rentner

Wie wirkt sich eine geringfügige Beschäftigung auf die Rente aus?

Selbstverständlich können Sie auch einen Minijob annehmen, wenn Sie bereits Rente beziehen. Prinzipiell werden Rentner hinsichtlich Steuern und Sozialversicherungen zwar wie alle anderen geringfügigen Beschäftigten behandelt, es gibt jedoch ein paar Besonderheiten.

Die meisten dieser Regelungen gelten, wenn Sie bereits Ihre Altersrente bekommen und die dafür nötige Regelaltersrente erreicht haben: Dann brauchen Sie keine Beiträge zur Rentenversicherung mehr zu zahlen, sondern nur der Arbeitgeber. Doch durch diese Beitragszahlungen steigt die Rente nicht. Falls Sie jedoch selbst noch Rentenbeiträge zahlen, können Sie damit ihre Rente aufbessern.

Beamter im Ruhestand

Waren Sie früher Beamter, haben Sie als Rentner und als Minijobber einen Anspruch auf Ihre Beihilfe und sind von der Pflicht zur Krankenversicherung befreit. Auch für die Rentenversicherung brauchen Sie keinen Beitrag zu leisten. Lediglich der Arbeitgeber muss die pauschalen Beiträge zahlen.

Geringfügige Beschäftigung neben Hauptbeschäftigung

Selbstverständlich können Sie neben einem regulären Hauptjob auch einen Minijob ausüben und damit Ihr Einkommen aufbessern. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass ein Hauptarbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Einwilligung dazu untersagt.

Grundsätzlich gilt: Entweder im Arbeits- oder im Tarifvertrag ist festgelegt, ob vor Aufnahme eines eventuellen Minijobs der Arbeitgeber informiert werden muss. Steht eine solche Klausel im Vertrag, dann sollten Sie diese auch einhalten.

Muss der Arbeitgeber über meine geringfügige Beschäftigung informiert werden?
Auch wenn weder im Arbeits- noch im Tarifvertrag vereinbart ist, dass der Arbeitgeber informiert werden muss, besteht eine Pflicht zur Anzeige Ihres Nebenjobs immer dann, wenn dieser Ihren Hauptjob beeinträchtigen könnte oder eine Konkurrenz zu diesem darstellt.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber der Aufnahme eines Minijobs zustimmen. Allerdings muss er auch nicht jede Nebentätigkeit einfach genehmigen. Falls Sie mit Ihrem Minijob Ihrem Hauptarbeitgeber Konkurrenz machen, darf er Ihnen das untersagen. In Ihrer Freizeit sollen Sie genügend Gelegenheit zur Erholung haben – und sich weder durch Ferienjob noch durch Minijob so verausgaben, dass Ihr Hauptjob darunter leidet.

Falls Ihr Arbeitgeber Ihnen die Aufnahme eines Minijobs verbietet, muss immer der jeweilige Einzelfall betrachtet werden. Allerdings muss Ihr Arbeitgeber seine Ablehnung auch begründen und darlegen, wieso die Aufnahme eines Minijobs die betrieblichen Interessen gefährdet. Ein grundsätzliches Verbot von Nebentätigkeiten ist nicht zulässig, diese dürfen nur untersagt werden, wenn dem Verbot ein betriebliches Interesse zugrunde liegt.

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