Kreditkarten: Einfluss und Auswirkungen auf SCHUFA

In einem Beitrag der letzten Woche habe ich Antworten auf die Frage versprochen, wie sich der Besitz mehrerer Kreditkarten bei der Bonitätsbewertung bei der SCHUFA auswirken kann. Dies ist umso interessanter, da Banken, Payment Anbieter und selbst Händler und Serviceanbieter wie Amazon, eBay, O2 oder Payback Kreditkarten für Ihre Kunden bereitstellen und deren Bestellung und Nutzung mit zahlreichen Vorteilen und Bonusprogrammen verknüpfen. So kommt es, dass immer mehr Nutzer drei, vier und mehr Kreditkarten besitzen und diese in unterschiedlichem Maße einsetzen.

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – SCHUFA – hatte 2012 mehr als 665 Millionen Informationen zu rund 66 Millionen Personen in Deutschland gespeichert. Anhand dieser gesammelten Daten will die SCHUFA dazu beitragen, Entscheidungsprozesse transparenter zu gestalten. Einerseits sollen kreditgebende Vertragspartner vor Kreditausfällen geschützt und andererseits Verbraucher vor drohender Überschuldung bewahrt werden. Schon deshalb spielt die SCHUFA bei der Beantragung einer Kreditkarte eine entscheidende Rolle.

Prepaid oder Debit: Der Kreditkartentyp ist entscheidend

SCHUFA Merkmale und ihre Wirkung
Verschlechtert sich durch mehr Karten der Schufa Score?

Die verschiedenen Kreditkartentypen werden unterschiedlich bewertet. Da Prepaid-Karten, die auf der Basis von Guthaben geführt werden, keinerlei kreditorisches Risiko für die Bank darstellen, wird für deren Vergabe weder der SCHUFA-Score des Verbrauchers abgefragt, noch werden Prepaid-Kreditkarten in der SCHUFA-Akte vermerkt. Hier gibt es also keinerlei Auswirkungen auf den SCHUFA Score.
Bei der Ausgabe aller übrigen Kreditkartentypen wird die Bonität des Verbrauchers abgefragt, wobei bei der SCHUFA das Merkmal „CC“ für Credit Card eingetragen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kunde eine Charge Card, Debit Card oder Revolving Credit Card nutzt, obwohl diese unterschiedliches Verschuldungsrisiko mit sich bringen.

Einfluss einer Kreditkarte auf die SCHUFA

Beantragt ein Kunde eine Kreditkarte, holt sich die Bank bei der SCHUFA Informationen zum potenziellen Kartenkunden ein. Dazu unterschreibt dieser die so genannte SCHUFA-Klausel. In der Regel werden dann vom Kunden weitere Unterlagen wie Kontoauszüge oder Gehaltsabrechnungen eingefordert. Anhand dieser Daten berechnet die Bank einen internen Score, der die Wahrscheinlichkeit ausdrückt, mit der der Verbraucher den eingeräumten Kreditkartenrahmen zurückzahlen kann. Dieser interne Scorewert ist nicht zu verwechseln mit dem SCHUFA Score.

Nach positivem Entscheid der Bank, erhält der Kunde die beantragte Kreditkarte und an die SCHUFA ergeht die Meldung, dass dieser nun eine Kreditkarte besitzt. Er erhält den Vermerk „CC“. Ob, wie oft und wofür der Verbraucher die Kreditkarte letztendlich verwendet, ist der SCHUFA nicht bekannt, denn diese speichert weder Nutzungsdaten von Kreditkarten, noch Daten über das Kaufverhalten des Kunden.

Der Vermerk „CC“ bleibt allerdings solange erhalten, wie der Kreditkartenvertrag läuft und wirkt sich sehr wohl auf den SCHUFA Score aus, da es sich um einen separaten Kreditvertrag handelt. Bei mehreren Kreditkarten werden auch mehrere Vermerke gespeichert.

Wichtiger Tipp: Konditionsanfrage statt Kreditkartenanfrage

Bereits die Kreditkartenanfrage durch die Bank wird im Datenbestand der SCHUFA vermerkt. Dazu dient das Merkmal „AC“ (Kreditanfrage), das unter Umständen in die Berechnung des Score Wertes einfließt. Das Merkmal „AC“ bleibt ein Jahr lang in der SCHUFA Akte gespeichert und ist auch für andere Kreditinstitute 10 Tage lang sichtbar. Wiederholte Kreditanfragen innerhalb eines kurzen Zeitraums können sich negativ auf Ihren SCHUFA Score auswirken, da schnell der Anschein entsteht, dass vorherige Kreditanfragen abgelehnt wurden.

Daher ist es ratsam, darauf zu achten, dass Anfragen bei der SCHUFA als „Anfrage Kreditkonditionen“ gehandhabt werden. Die Konditionsanfrage wird zwar ebenfalls bei der SCHUFA gespeichert, ist aber nach wenigen Tagen wieder gelöscht. Sie hat keinen Einfluss auf den Score-Wert. Eine Verschlechterung der Bonität muss daher nicht befürchtet werden, auch wenn der Kreditsuchende mehrere Kredite vergleicht. Auch die Kreditinstitute erfahren nichts von mehreren parallel laufenden Anfragen.

Auswirkung mehrerer Kreditkarten: das Risiko richtig einschätzen

Anhand dieser Ausführungen wird deutlich, dass auch der Besitz mehrerer Kreditkarten bei der SCHUFA gespeichert wird. Inwieweit sich jedoch deren Besitz, der auf der Kreditzusage kontoführender Banken und deren Risikoeinschätzung basiert, negativ auswirkt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Klar ist allerdings, dass nicht vertragsgemäße Handhabung von Kreditkarten einen negativen Eintrag in der SCHUFA zur Folge hat und unweigerlich zur Abwertung im SCHUFA Score führt.

Nicht vertragsgemäß heißt, dass der Kunde seine Kreditkartenrechnungen nicht oder wiederholt nicht rechtzeitig begleicht und somit in Zahlungsverzug kommt. Mit einem negativen Eintrag in der SCHUFA-Akte muss gerechnet werden, wenn eine Forderung zweimal gemahnt wurde und unbestritten ist. Solange allerdings sämtliche Verbindlichkeiten aus dem Kreditkartenvertrag vertragsgemäß zum Fälligkeitsdatum beglichen werden, sind negative Folgen auch beim Besitz mehrerer Kreditkarten kaum zu befürchten.

Es gilt allerdings zu bedenken: Je mehr Kreditkarten ein Verbraucher besitzt und gleichzeitig nutzt, umso höher die Gefahr, den Überblick zu verlieren und negative Auswirkungen auf den SCHUFA Score zu riskieren.

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