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Dispokredit vs. Onlinekredit: Chancen nutzen und Risiken vermeiden

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Statistiken zufolge überzieht jeder Bankkunde mindestens einmal pro Jahr sein Konto. Der Zinssatz eines überzogenen Dispos liegt im zweistelligen Bereich. Was die Banken freut, kann sich für den Verbraucher fatal auswirken.

  • Doch was steckt hinter dem System Dispokredit?
  • Wie sollte er genutzt werden und welche Alternativen bieten sich wann an?

Der VEXCASH-Ratgeber geht den relevantesten Fragen zum Thema Dispokredit nach.

Der Dispokredit: Voraussetzungen und Bedingungen

Welche Formen des Dispokredits gibt es?

Der Dispokredit ist eine geduldete Form der Kontoüberziehung und stellt eine Unterart des Kontokorrentkredits dar. Zwei Arten werden dabei unterschieden:

  • Dispokredit mit Anschreiben: Es erfolgt eine Erklärung der Bewilligung seitens der Bank)
  • Dispokredit mit Kontoauszugsvermerk: Die Bank erklärt die Bewilligung mit einem Aufdruck auf dem Kontoauszug

Die Bank erklärt bei beiden Varianten immer die Höchstgrenze. Diese gibt an, bis zu welcher Summe Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Beträgt ein gewährter Dispo 1000 Euro, darf ein Kontoinhaber auch bei fehlendem Guthaben weiter Zahlungen und Abhebungen tätigen, bis dieser Rahmen ausgeschöpft ist.

Unter welchen Voraussetzungen erhalten Kunden einen Dispokredit?

Die Banken knüpfen an die Vergabe eines Dispos spezifische Bedingungen. Neben der Volljährigkeit des Antragstellers, darf der Kontoinhaber keine negativen Einträge in der Schufa haben. Nur in Ausnahmefällen gewähren Kreditinstitute einen Dispo trotz Schufa. Daneben muss ein festes Einkommen gegeben sein. Das können Gehaltseingänge, aber auch Rentenzahlungen sowie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sein.

Je nach Investitionsziel, sollten Verbraucher zwischen einem Dispokredit und einem Onlinekredit abwägen.
Der Zinssatz eines überzogenen Dispos liegt im zweistelligen Bereich. Was die Banken freut, kann sich für den Verbraucher fatal auswirken.

Festangestellte Arbeitnehmer und Beamte haben bei ausreichender Bonität in der Regel keine Probleme, einen Dispokredit zu erhalten.

Bei Rentnern reduziert sich der monatliche Geldeingang, weshalb ein vorhandener Dispokredit eventuell gekürzt wird. Wird jedoch im Rentenalter erstmalig ein Dispokredit beantragt, kann es sein, dass es Probleme seitens der Bank gibt, da auch das Alter berücksichtigt wird.

Arbeitslose, die vor dem Jobverlust einen Dispo hatten, erhalten seitens ihrer Hausbank oft eine Kündigung oder eine deutliche Abstufung des verfügbaren Rahmens.

Bezieher von Arbeitslosengeld II haben hingegen keine Chancen. Hausfrauen erhalten von den meisten Banken ebenfalls keinen Dispokredit. Falls doch, ist die gewährte Summe gering oder der Ehepartner wird als weiterer Kontoinhaber hinzugefügt. Die Situation für Studenten stellt sich hingegen besser dar. Hier gibt es Geldinstitute, die im Rahmen von Studentenkonten einen Dispokredit vergeben. Voraussetzung ist jedoch ein regelmäßiger Gehaltseingang aus einem studentischen Nebenjob. Selbständige und Freiberufler fallen streng genommen aus dem Rahmen, da keine regelmäßigen beziehungsweise schwankende Einnahmen vorliegen. Doch nicht jede Bank legt die Maßstäbe derart streng an.

Einen Dispo erhalten:

  • Arbeitnehmer in einem festen Angestelltenverhältnis
  • Beamte
  • Rentner mit einer ausreichend hohe Rente

Unter bestimmten Voraussetzungen einen Dispo erhalten:

  • Rentner bei erstmaliger Antragstellung
  • Studenten mit regelmäßigen Einkünften
  • Freiberufler und Selbständige
  • Hausfrauen und Hausmänner bei Ehepartner als Mitinhaber des Kontos

Keinen Dispo erhalten:

  • Bezieher von Arbeitslosengeld

Welche Bedingungen und Konditionen gelten im Regelfall für einen Dispokredit?

Jeder Bankkunde erhält einen Dispokredit auf dem Girokonto eingeräumt, sofern Bonität gegeben ist. Das bedeutet, es muss ein regelmäßiger Gehaltseingang auf dem Konto stattfinden und kein negativer Schufaeintrag vorliegen. Hier lohnt die Kontrolle der Schufaakte, denn der Schufa-Score kann verbessert werden. Manche Banken richten den Dispo bei der Kontoeröffnung automatisch ein. Wer das nicht möchte, muss dem widersprechen. Die mögliche Kreditsumme wird individuell abgeklärt, manche Banken richten einen Dispo bis zum dreifachen des monatlichen Nettogehalts ein.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Dispokredits?

Der Vorteil eines Dispokredits ist, dass keine umständlichen Kreditanträge gestellt werden müssen, sondern es im vorgegebenen Rahmen jederzeit möglich ist, das Konto zu überziehen. Sicherheiten müssen nicht hinterlegt werden. Wenn es aufgrund von Sonderausgaben zum Monatsende knapp wird, können finanzielle Verbindlichkeiten trotzdem erfüllt werden. Eine separate Tilgung findet nicht statt, die Summe des Dispos wird mit den eingehenden Geldern verrechnet. Neben den anfallenden Zinsen dürfen seitens der Bank keine weiteren Gebühren erhoben werden. Die Geldinstitute stellen die Zinsen maximal alle drei Monate in Rechnung. Dabei wird tageweise berechnet. Wer zum Beispiel den Dispokredit im Monat nur für fünf Tage in Anspruch nimmt, zahlt auch nur für diesen Zeitraum Zinsen. Ändert sich die Kreditsumme, erfolgt die Anpassung bei der Berechnung ebenfalls tageweise. Ein Dispo orientiert sich in der Regel an der Höhe der monatlichen Geldeingänge auf dem Konto. Werden sonst keine weiteren Kredite aufgenommen, bleibt die Schuldenbelastung planbar und kann nicht ins Unermessliche steigen.

Ein großer Nachteil bei einem Dispo ist der Zinssatz, der deutlich höher als bei einem Ratenkredit ist. Es empfiehlt sich nicht, einen Dispokredit über einen längeren Zeitraum zu beanspruchen. Zudem erfordert ein Dispokredit sorgsames Wirtschaften. Zwar gibt es ein Limit, doch wer seinen Dispo weiter aufstockt und andere Kreditverpflichtungen eingeht, kann tief in die roten Zahlen schlittern. Es kann sehr lange dauern, bis das Konto wieder im Plus ist, was auch an den hohen Zinsen liegt. Außerdem kann bei einem Dispokredit ein gewisser Gewöhnungseffekt eintreten. Wird der Dispo noch weiter überzogen, berechnen die Banken spezielle Verzugszinsen, die höher als die regulären Dispozinsen sind. Auch durch die Kündigungsfrist von 30 Tagen können sich Nachteile ergeben. Eine fristlose Kündigung ist nur bei triftigen Gründen möglich. Verschlechtern sich die Vermögensverhältnisse eines Kreditnehmers oder wird eine Zwangsvollstreckung eingeleitet, können die Banken die geschuldete Summe sofort einfordern.

Hausbank oder Fremdbank: Unterschiede, Risiken und Chancen

Der Dispokredit bei der Hausbank ist aufgrund des hohen Zinsniveaus teuer. Kredite von externen Anbietern haben den Vorteil, dass sie innerhalb einer fest vereinbarten Zeitspanne zurückgezahlt werden müssen und im Gegensatz zu einem Dispokredit nicht aufgestockt werden können. Die Gefahr, sich ans finanzielle Limit zu begeben, ist kleiner. Es lohnt sich, die Konditionen der einzelnen Fremdbanken zu vergleichen.

Welche Bedingungen gelten für die Kündigung und Ablösung eines Dispokredits?

Ein Dispokredit läuft zeitlich unbefristet. Feste Rückzahlungsraten werden nicht vereinbart, der Kontoinhaber legt selbst fest, wann er wieder im Plus ist. Geht Geld ein, wird der gesamte Dispo oder Anteile davon automatisch abgetragen. Das bringt eine sehr hohe Zinslast mit sich, vor allem dann, wenn nicht absehbar ist, dass der gesamte Überzug schnell abgetragen werden kann. In diesem Fall empfiehlt sich, das überzogene Konto mit einem Ratenkredit auszugleichen. Der jeweilige Bankberater wird bezüglich dieser Umschuldung beraten. Es kann auch bei einem anderen Kreditanbieter ein Ratenkredit aufgenommen werden, um den Dispokredit auf dem Girokonto mit einem Schlag auszulösen.

Ist ein Dispokredit pfändbar?

Ein Dispokredit kann erst gepfändet werden, wenn der Kreditnehmer ihn nutzt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Bargeld abgehoben wird, dabei der Dispo beansprucht und ein Gläubiger bezahlt wird. Erhalten Banken Kenntnis von einer Pfändung, wird der bewilligte Dispokredit oft zurückgezogen. So soll vermieden werden, dass die Banken bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners leer ausgehen. Nutzt der Kontoinhaber einen Dispokredit beim Eintreffen einer Kontopfändung, unterbindet die Bank die weitere Nutzung des Dispos und fordert den Kunden auf, den Kredit zurückzuzahlen. Denn es kann nur Geld gepfändet werden, das auch real existiert.

Der Onlinekredit – Formen, Voraussetzungen und Bedingungen

Welche Formen des Onlinekredit gibt es?

Es gibt eine Fülle von Anbietern für Onlinekredite. Bei den meisten Angeboten handelt es sich um gewöhnliche Ratenkredite oder Konsumentendarlehen. Der Onlinekredit wird ausschließlich über das Internet bei sogenannten Direktbanken beantragt. Manche dieser Geldinstitute haben sich auf bestimmte Kreditarten spezialisiert, andere sprechen gewisse Zielgruppen an.

Folgende Formen des Onlinekredits gibt es:

  • Raten- oder Verbraucherkredit: Die meisten Onlinebanken bieten Kredite ab einem Betrag von 1000 Euro an
  • Mini- oder Kleinkredit: Für kleine finanzielle Engpässe können unkompliziert zwischen 100 und 500 Euro geliehen werden
  • Sofortkredit: Dieser Kredit zeichnet sich durch eine extrem schnelle Bewilligung und einen Transfer der gewünschten Summe oft noch am Tag der Antragstellung aus
  • Zweckgebundene Kredite: Diese Darlehen werden zur Anschaffung bestimmter Dinge, meist zum Erwerb eines Kfz bewilligt. Durch diese Bindung können oft günstigere Konditionen gewährt werden
  • Dispokredit: Girokonten, die bei den Direktbanken abgeschlossen werden, verfügen ebenfalls über einen bestimmten Disporahmen

Onlinekredit: Chancen, Risiken und Voraussetzungen

Durch den Verzicht auf Filialen haben Onlinebanken weniger Kosten und können günstigere Kredite anbieten. Diesen Vorteil geben sie an ihre Kunden weiter. Um bei einer Onlinebank einen Dispokredit zu erhalten, muss ein Girokonto eröffnet werden. Die Kontoführung ist oft kostenlos und oft sind die Zinsen niedriger. Allerdings sind die Rahmenbedingungen denen der stationären Banken ähnlich. Der Schufa-Score wird abgefragt und Einkommensnachweise werden verlangt, um einen Kunden als kreditwürdig einzustufen.

Folgende Faktoren bestimmen, ob Antragsteller einen Onlinekredit erhalten:

  • Beruf und monatliches Einkommen
  • Finanzielle Verbindlichkeiten
  • Finanzielle oder materielle Sicherheiten, zum Beispiel in Form von Haus- oder Wohnungseigentum
  • Höhe des Kredits
  • Zweck des Kredits
  • Art des Kredits

Die Dokumente, die bei der Beantragung eines Onlinekredits eingereicht werden müssen, sind abhängig von der Berufsgruppe. Als Faustregel gilt, dass Antragsteller neben dem Antragsformular die Gehaltsnachweise der letzten zwei bis sechs Monate vorlegen müssen. Rentner legen analog ihren Rentenbescheid vor. Selbständige und Freiberufler müssen davon abweichende Dokumente einreichen, die sich je nach Bank unterscheiden. Das kann die betriebswirtschaftliche Auswertung, die Einnahmen-/Überschussrechnung oder die Gewinn- und Verlustrechnung sein. Manche der Onlinebanken bieten spezielle Studentenkonten an, die über einen kleinen Dispokredit verfügen. Doch auch hier müssen Nachweise über regelmäßige Einkünfte erbracht werden.

Der Kurzzeitkredit mit kurzen Laufzeiten

Wenn der finanzielle Engpass kurz ist, können die hohen Zinsen, die bei einem Dispokredit veranschlagt werden, mit einem Kurzzeitkredit elegant umschifft werden. Vexcash bietet an, eine Summe zwischen 100 Euro und 3000 Euro zu leihen. Die Rückzahlung erfolgt in einer Monatsrate oder maximal in sechs Monatsraten. Der effektive Jahreszins beträgt 13,90 Prozent. Wer seinen Kurzzeitkredit in einer Rate nach 30 Tagen zurückbezahlt, muss nur ein Zwölftel dieses Zinssatzes einkalkulieren. Bonität vorausgesetzt, erfolgt die Bearbeitung so schnell, dass die Auszahlung bei gebuchter Express-Option noch am selben Werktag stattfinden kann. Vexcash vergibt Kleinkredite auch an Selbständige.

Dispokredit und Onlinekredit: Vor- und Nachteile

Welche sind die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Kreditformen?

Der online abgeschlossene Ratenkredit ist ein vereinbartes Darlehen mit einer fixen monatlichen Rate und einer festen Laufzeit, die in der Regel bei einem Konsumkredit zwischen 12 und 84 Monaten beträgt. Kleinkredite weisen eine entsprechend kürzere Laufzeit auf. Der Dispokredit ist hingegen zeitlich nicht festgelegt. Auch muss ein Kontobesitzer ihn nicht nutzen, er stellt lediglich die Möglichkeit dar, bei einem Engpass bis zum nächsten Geldeingang wieder liquide zu sein. Daneben existiert bei einem Dispokredit auch keine monatliche Rate. Es handelt sich lediglich über eine Ausweitung des Verfügungsrahmens bei einem bestehenden Girokonto.

Für wen empfiehlt sich ein Online- oder Dispokredit?

Der erweiterte Verfügungsrahmen, den ein Dispokredit bietet, kann einen Verbraucher teuer zu stehen kommen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Dispo über Monate in einer nennenswerten Höhe weiterläuft und nicht mehr zurückgeführt wird. Die Sollzinsen übersteigen die Zinskosten eines normalen Ratenkredits um das Drei-bis Vierfache. Wird der Dispokredit einmal genutzt und danach sofort wieder zurückgeführt, entstehen keine Probleme. Bei längerem Fortbestehen sollten Kreditsuchende mit einem geregelten Einkommen unbedingt über eine Umschuldung und somit einen regulären Ratenkredit nachdenken.

Was kann mit einem Online- oder Dispokredit finanziert werden?

Ein Dispokredit ist nicht zweckgebunden. Er kann für eine größere Anschaffung oder einen Urlaub genauso genutzt werden wie zur Überbrückung eines kurzfristigen finanziellen Engpasses. Da Limit von maximal drei Nettomonatsgehältern ist hierbei zu beachten. Aufgrund des hohen Zinssatzes empfiehlt sich bei größeren Anschaffungen ein Ratenkredit. Nicht zuletzt, weil durch das Prinzip der festen Raten die Finanzen planbarer sind.

Fazit

Einmal eingerichtet, ist ein Dispokredit sehr praktisch und mit keinerlei Verwaltungsaufwand verbunden. Da die Zinsen ausgesprochen teuer sind, ist von einer Dauernutzung abzuraten. Wenn ein großer Saldo aufgelaufen ist und kein finanzieller Spielraum mehr besteht, ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit anzuraten. Das wichtigste Kriterium bei Dispokredit-Vergleich ist der Zinssatz, den die jeweilige Bank veranschlagt. Wer gerade darüber nachdenkt, sein kontoführendes Institut zu wechseln, sollte daher immer auch den Dispozins unter die Lupe nehmen.

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