Kredit von Privat: Das müssen Sie über Privatkredite wissen

Kredite von Privatpersonen sind eine Alternative, wenn ein Bankkredit nicht vergeben wird oder wenn keine „offizielle“ Verschuldung gewünscht wird. Wichtig beim Geldverleih ohne jegliche Bank ist jedoch eine gute Absicherung für private Kreditnehmer und Kreditgeber. Außerdem sollte bereits vorab die Frage berücksichtigt werden: Was geschieht bei Nichtzahlung von Privatkrediten?

Wer vergibt Privatkredite und wer nimmt Kredite von Privatpersonen auf?

Wenn der Kreditantrag bei der Bank zurückgewiesen wird, ist der Privatkredit von Freunden oder Verwandten eine Alternative. Wollen sich diese nicht auf das Verleihen von Geld einlassen, können auch im Internet sogenannte Onlineplattformen im Internet mit privaten Anlegern infrage kommen – auch hier werden Kredite von Privatpersonen gesucht und vermittelt.

In den meisten Fällen trifft einer der drei folgenden Punkte als Grund für die Aufnahme eines Darlehen von Privatpersonen zu:

  • Kreditwürdigkeit ist nicht vorhanden.
  • Zinsen sind bei einem Privatkredit niedriger (oder fallen ganz weg).
  • Es ist keine zusätzliche Verschuldung gewünscht.

Wer also bereits einen oder mehrere Kredite aufgenommen hat und sich nicht weiter zu möglicherweise schlechten Konditionen verschulden will oder wer von der Bank als nicht kreditwürdig eingestuft wird (häufig Freiberufler und Selbstständige nach Existenzgründung, Menschen ohne geregeltes Einkommen, Rentner, Studenten), ist prädestiniert für private Kreditanbieter.

Vorteile der Privatdarlehen

Der Kreditnehmer kommt in den Genuss gleich mehrerer Vorteile, wenn er einen Kredit von Privat aufnimmt:

Freie Verhandlung der Konditionen

Die Konditionen werden bei einem Privatkredit frei verhandelt, gesetzliche Vorgaben gelten nicht. Damit wird der Privatkredit meist deutlich günstiger.

Geld leihen ohne Schufa und Einkommensnachweis

Die Schufa weiß alles? Nein, denn wenn es sich um einen Privatkredit handelt, besteht kein Zwang zur Bonitätsprüfung! Dieser muss nämlich nicht bei der Schufa eingetragen werden, was die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers unangetastet lässt.

Es zählt hier in erster Linie das Vertrauen zum Kreditnehmer bzw. das Verhältnis zwischen privatem Kreditnehmer und Kreditgeber. Teilweise müssen aber doch Unterlagen vorgezeigt werden, die die Sicherheit der Rückzahlung belegen, das ist aber eher die Ausnahme.

Vereinbarung individueller Sicherheiten

Wenn überhaupt Sicherheiten verlangt werden, können diese individuell vereinbart werden. Eine Abtretung des Einkommens oder eines Wertgegenstands ist nicht üblich.

Risiken und Nachteile bei Krediten von Privatleuten

Auch der Privatkredit birgt Risiken, die es vor Unterzeichnung des Darlehensvertrags zu bedenken gibt. Berücksichtigt werden sollten die folgenden Punkte:

Kein Schutz

Auch wenn Sicherheiten vereinbart werden – ein Verbraucherschutz besteht nicht. Ein Banken-Ombudsmann oder eine Verbraucherschutzorganisation wird bei Streitigkeiten nicht tätig.

Kündigungsfrist als Problem

Ohne Vereinbarung einer festen Laufzeit kann der Kreditgeber den privaten Kleinkredit mit einer dreimonatigen Frist kündigen. Die Rückzahlsumme ist auf einen Schlag fällig.

Wenig Information

Häufig weiß keiner so genau, worauf er sich einlässt, denn Informationspflichten müssen nicht berücksichtigt werden. Wer z. B. einen schnellen Kredit anvisiert, hat keine Gewissheit, ob dieser z. B. auch wirklich per Sofortüberweisung angewiesen wird.  Generell ist es empfehlenswert, für alle Absprachen und Konditionen das Aufsetzen eines Kreditvertrags in Erwägung zu ziehen.

Vertrauensverhältnis

Persönliche  und enge Beziehungen können das Verhältnis Kreditnehmer–Kreditgeber erschweren. Nicht umsonst heißt es: „Geld zerstört die Freundschaft“.

Besser mit Vertrag: Absicherung vor Abschluss eines Kredits von Privatpersonen

Der Privatkredit kann sogar mündlich vereinbart werden – empfehlenswert ist das nicht. Ein schriftlicher Vertrag sollte geschlossen werden. Hier werden die vereinbarten Konditionen festgehalten, Rückzahlungstermine und Sicherheiten. Bei Streitigkeiten gibt der Vertrag eine gewisse Sicherheit zur weiteren Verfahrensweise und zur Haftung. Das ist sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden, wenn es seriös ablaufen soll.

Die Eckdaten im Privatkreditvertrag sollten folgende wichtige Punkte berücksichtigen:

  • Darlehenssumme
  • Zinssatz
  • Auszahlungstermin
  • Rückzahlungstermin
  • Sicherheiten
  • Laufzeit
  • Kündigungsfristen

Auch Sicherheiten wie die Eintragung einer Hypothek oder eine Abtretungserklärung können hier mit aufgenommen werden.

Zinsen und steuerliche Behandlung von Privatkrediten

Wenn eine Person privat einen Kredit vergibt, sind die Zinsen frei verhandelbar, da bei einem Privatkredit niemand an gesetzliche Vorgaben gebunden ist. Bei Darlehen unter Freunden und Verwandten wird sogar oft gänzlich auf das Erheben von Zinsen verzichtet.
Wird der Privatkredit über eine Online-Plattform aufgenommen, sind die dort angegebenen Zinsen fällig. Diese sind ebenfalls frei zu verhandeln und von den Vorgaben der Kreditgeber abhängig.
Der private Kreditgeber muss die erhaltenen Zinsen als Einkünfte bei der Steuererklärung angeben (sogenannte Einkünfte aus Kapitalvermögen). Sofern der Kreditnehmer die Zinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten deklariert, muss der Kreditgeber die erhaltenen Zinszahlungen mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.