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Wohnberechtigungsschein beantragen – Voraussetzungen für den WBS

Ein Wohnberechtigungsschein (WBS) hilft finanziell schwachen Personen oder Familien, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Ein Wohnberechtigungsschein (WBS) hilft finanziell schwachen Personen oder Familien, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Besonders für armutsgefährdete Risikogruppen wie Senioren oder Alleinerziehende kann ein solcher Nachweis hilfreich sein, um eine günstige Wohnung zu finden. Den Wohnberechtigungsschein beantragen können jene Gruppen, deren Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. In diesem Ratgeber geht es um die Voraussetzungen für einen WBS, die Beantragung und die Gültigkeit des Scheins. Auch Finanzierungsoptionen im Fall eines negativen Bescheids und regionale Unterschiede werden thematisiert.

Wohnberechtigungsschein beantragen

Für viele Menschen wird es zunehmend schwierig, eine Wohnung zu finanzieren. Vor allem in vielen Großstädten steigen die Mieten rasant. Wer Schwierigkeiten hat, für die Miete aufzukommen, kann unter Umständen einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Dieser Nachweis über niedrige Einkünfte ermöglicht es, Sozialwohnungen anzumieten. Solcher Wohnraum ist öffentlich gefördert, weshalb die Mieten niedriger sind als üblich.

Ein Wohnberechtigungsschein (WBS) hilft finanziell schwachen Personen oder Familien, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Ein Wohnberechtigungsschein (WBS) hilft finanziell schwachen Personen oder Familien, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Der WBS, auch §5-Schein genannt, ist gesetzlich in §5 des Wohnungsbindungsgesetzes geregelt. Ein WBS wird ausgestellt, wenn eine entsprechende finanzielle Bedürftigkeit vorliegt. Diese bemisst sich am Einkommen. Wer keinen WBS hat, kann entsprechende Wohnungen nicht mieten. Empfänger eines Wohnberechtigungsscheins mit sehr geringem Einkommen, wie etwa Geringverdiener, sollten die Voraussetzungen für den Erhalt von Wohngeld prüfen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Erhalt eines Wohnberechtigungsscheins?

Ein WBS ist für Menschen mit niedrigem Einkommen gedacht. Berechtigt sind Alleinstehende sowie mehrere Personen, wenn diese miteinander verwandt sind oder in Partnerschaft leben. Die Kommunalverwaltung stellt den Wohnberechtigungsschein auf Antrag aus.

Ob ein Wohnberechtigungsschein bewilligt wird, hängt vom Einkommen ab. Dies bemisst sich an den Einkünften durch eine Arbeitstätigkeit, selbständige Arbeit oder Sozialhilfe. Die finanzielle Grenze hängt von der Zahl der Personen im Haushalt ab. Es gibt Schwellen für alleinstehende Personen und Paare sowie weitere Personen im Haushalt.

Für Schwerbehinderte gibt es spezielle Regelungen. Für sie ist es in manchen Fällen trotz eines etwas zu hohen Einkommens möglich, einen WBS zu bekommen. Oft kommt ein sogenannter Dringlichkeitsschein in Frage.

Um einen Wohnberechtigungsschein beantragen zu können, muss der Antragsteller auf Wohnungssuche sein. Viele Kommunen setzen die deutsche Staatsangehörigkeit voraus oder erteilen den WBS nur an Bürger der Europäischen Union. Bürger aus dem Ausland müssen meist seit einem bestimmten Zeitraum eine Aufenthaltserlaubnis haben.

Bundesweit und regional gibt es wiederholend gesetzliche Änderungen, die den WBS betreffen. So hat der Berliner Senat kürzlich entschieden, dass der WBS auch für mittlere Einkommen gelten soll. Die entsprechenden Wohnungen sind jedoch derzeit Mangelware.

Vorteile eines Wohnberechtigungsscheins

Für finanziell schwache Personen oder Haushalte ist es von Vorteil, einen Wohnberechtigungsschein beantragen zu können. Er ermöglicht den Bezug von öffentlich geförderten Sozialwohnungen, für die ein WBS erforderlich ist. Die entsprechenden Mieten sind in der Regel deutlich günstiger.

Formalitäten

So wird der Wohnberechtigungsschein beantragt

Der Wohnberechtigungsschein wird mit einem Formular beantragt, das online heruntergeladen werden kann. Der Antragsteller muss die Voraussetzungen für den WBS erfüllen.

Der Antrag enthält Fragen zu den im Haushalt lebenden Personen und deren jährlichem Einkommen. Auch um den derzeitigen Wohnsitz geht es. Eine mögliche Schwerbehinderung muss angegeben werden. Falls die Behörde bei der Wohnungssuche helfen soll, können Präferenzen angegeben werden.

Antragsteller können freiwillig erklären, warum ein dringender Bedarf an einer Wohnung besteht. Für einen Dringlichkeitsschein ist dies erforderlich. Dieser ist eine Variante des WBS und wird im Fall eines dringenden Bedarfs gewährt. Ein Beispiel hierfür sind außergewöhnliche Umstände, etwa Krankheiten oder Pflegebedürftigkeit.

So wird der WBS beantragt:

  • Antragstellung bei der zuständigen Behörde
  • Angaben zu jährlichen Einkünften in der Einkommenserklärung
  • Angaben zu allen im Haushalt lebenden Personen, gegebenenfalls Partnerschaftserklärung und Erklärung über das gemeinsame Sorgerecht
  • Angaben zu besonderer Dringlichkeit oder Schwerbehinderung
Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird der WBS meist kurzfristig erteilt.

Welche Dokumente sind für die Beantragung notwendig?

Um einen WBS beantragen zu können, ist eine Reihe von Nachweisen erforderlich. Dies sind, je nach Kommune:

  • Der Antrag auf WBS nach §5 WoBindG/§27 WoFG WBS
  • Einkommenserklärung(en)
  • Einkommensbescheinigung (vom Arbeitgeber ausgefüllt)
  • Partnerschaftserklärung (für unverheiratete Paare)
  • Erklärung über das gemeinsame Sorgerecht
  • Meldenachweis
  • Ausweis
  • Geburtsurkunde(n)
  • Heiratsurkunde
  • Nachweis über Lebenspartnerschaft
  • Nachweis über einen anderen Familienstand
  • Vaterschaftsanerkennung
  • Schwerbehindertenausweis
  • Mutterpass
  • Studienbescheinigung
  • Aufenthaltsbescheinigung
  • weitere Unterlagen je nach kommunalen Voraussetzungen

Wo ist der WBS zu beantragen und wie lange ist er gültig?

Der Wohnberechtigungsschein wird bei der Kommunalverwaltung beantragt, in der eine Wohnung gesucht wird. Wer in einer anderen Kommune lebt, kann dort einen WBS beantragen.

Der Nachweis ist ein Jahr gültig und kann bei Bedarf erneut beantragt werden.

Ist der WBS örtlich gebunden?

Der Wohnberechtigungsschein gilt nur für das Bundesland, in dem er ausgestellt worden ist. Wer umzieht, muss einen neuen WBS beantragen.

Welche Typen des Wohnberechtigungsscheins gibt es?

Es gibt verschiedene Typen des Wohnberechtigungsscheins – Typ A und Typ B. Die Höhe des Haushaltseinkommens bestimmt, welcher Typ infrage kommt. Der WBS Typ A ist für Geringverdiener vorgesehen. Dies ist der WBS im eigentlichen Sinne, wie er in diesem Ratgeber erläutert wird.

Typ B kann für eine spezielle Wohnung beantragt werden. So ist es unter Umständen möglich, eine Sozialwohnung anzumieten, obwohl die Einkommensgrenze überschritten wird.

Für Alleinstehende liegt die jährliche Einkommensgrenze für die Bewilligung eines WBS Typ A im Schnitt bei 12.000 Euro. Bei zwei Personen sind es rund 18.000 Euro, zu dritt 22.600 Euro. Wer drei Angehörige im Haushalt hat, darf nicht mehr als 27.200 Euro im Jahr verdienen. Für jeden weiteren Angehörigen kommen 4.100 Euro hinzu.

Verschiedene Faktoren spielen bei der Einkommensrechnung eine Rolle. Angerechnet wird, falls vorhanden, das Einkommen aus einer beruflichen Tätigkeit. Bei arbeitslosen Personen zählt das Arbeitslosengeld. Auch Krankengeld, Ausbildungsförderung, BAföG für Studenten oder andere Beihilfen spielen eine Rolle. Je nach Bundesland oder Kommune gibt es unterschiedliche Regelungen.

Nicht angerechnet werden Elterngeld, Kindergeld, Wohngeld, Unterhaltszahlungen oder Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der gesetzlichen Unfallversicherung.

Es gibt Pauschalen und Freibeträge, die vom Einkommen abgezogen werden. Dies können etwa Kosten für Kinderbetreuung, für Pflege von Angehörigen oder Unterhaltszahlungen sein. Versteuertes Einkommen sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und der Rentenversicherung wirken sich ebenfalls mindernd auf die Höhe des Haushaltseinkommens aus.
Pauschalen gelten darüber hinaus etwa für selbständig tätige Personen sowie Einkünfte aus Geldanlagen.

Welche Wohnungen können mit einem WBS bezogen werden?

Mit einem WBS können staatlich geförderte Sozialwohnungen bezogen werden. Eine Garantie für die Miete einer solchen Wohnung ist der Schein nicht, der Vermieter darf solche Wohnungen jedoch nur an Interessenten mit WBS vermieten.

Der WBS gilt nur für bestimmte Wohnungsgrößen. Die maximale Quadratmeterzahl bemisst sich an der Zahl der im Haushalt lebenden Personen.

  • 1 Person: bis 45 Quadratmeter
  • 2 Personen: bis 60 Quadratmeter
  • 3 Personen: bis 75 Quadratmeter
  • 4 Personen: bis 90 Quadratmeter
  • pro weiterer Person 15 Quadratmeter zusätzlich

Finanzierungsoptionen

Wie viel kostet die Antragstellung des WBS?

Die Kommunen legen die mit einem WBS verbundenen Kosten fest. Meist ist die Antragstellung kostenlos. In anderen Fällen fallen Gebühren an, die meist zwischen fünf und 40 Euro liegen.

Wie kann ein Kredit bei der Finanzierung von Kaution und Miete helfen, wenn der WBS abgelehnt wird?

Wenn ein Antrag auf WBS abgelehnt wird, hat dies für die Betroffenen häufig gravierende finanzielle Folgen. Im schlimmsten Fall kann die Miete nicht gezahlt werden. Auch die Kaution stellt viele finanziell Schwache vor Probleme. In solchen Fällen kann ein Kurzzeitkredit helfen, den finanziellen Engpass zu überbrücken.

Die Kredithöhe beträgt zwischen 100 und 3000 Euro. Das Geld kann bei Bedarf in einem Express-Verfahren innerhalb von 60 Minuten ausgezahlt werden. Die maximale Laufzeit beträgt 90 Tage. Der effektive Jahreszins liegt bei 13,9 Prozent. Der Antrag kann online per WebIdent-Verfahren ausgefüllt werden. Auch bei mittleren Bonitäts-Scores werden die staatlich regulierten Kredite vergeben.

Wohnberechtigungsschein beantragen: Besonderheiten

Regionale Unterschiede bei den Voraussetzungen des WBS

Bestimmte Aspekte, die den WBS betreffen, sind bundesweit einheitlich geregelt. Andere Dinge legen die Bundesländer und Kommunen selbst fest, etwa in Bezug auf erforderliche Unterlagen. Die Einkommensgrenze, bis zu der ein WBS beantragt werden kann, schwankt ebenfalls je nach Bundesland.

Auch die Höhe der für die Bearbeitung des Antrags erhobenen Gebühren variieren. Viele Städte bieten diesen Service kostenlos an, während andere bis zu 40 Euro dafür verlangen.

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