Ratgeber Reise: Stornokosten und Reiserücktrittsversicherung

Die Urlaubssaison steht unmittelbar bevor und zahllose Urlauber haben bereits ihre Urlaubsreise gebucht oder sind gerade im Begriff, sich für eine Reisebuchung zu entscheiden. Anders als bei Haustürgeschäften oder im Online Handel gibt es bei der Buchung einer Reise normalerweise kein Rücktrittsrecht in dem Sinne. Ist der Vertrag mit dem Reiseveranstalter geschlossen und die Buchung bestätigt, gilt der Vertrag. Allerdings kann kein Veranstalter den Kunden zwingen, die Reise auch tatsächlich anzutreten. Im heutigen Beitrag möchte ich zeigen, was Urlauber tun und beachten müssen, wenn sie aus irgendwelchen Gründen eine Reise nicht antreten können. Außerdem wird das Thema Reiserücktrittsversicherung eine zentrale Rolle spielen.

Für den Reiserücktritt fallen Stornokosten an

Infos zu Stornokosten und Reiseabbruchversicherung
Um sich den optimalen Schutz zu sichern, empfiehlt es sich, einen umfassenden Versicherungsvergleich für eine Reiseabbruchversicherung zu nutzen.

Urlauber, die eine Reise nicht antreten wollen oder können, haben im Vorfeld der Reise die Möglichkeit, dem Reiseveranstalter sogar ohne Angabe von Gründen mitzuteilen, dass sie von der Reise zurücktreten. Allerdings gibt es keine Garantie, dass der Reiserücktritt kostenlos erfolgen kann. In der Regel berechnet der Veranstalter Gebühren bzw. Stornokosten, denn diesem entsteht ein Aufwand, wofür er eine angemessene Entschädigung fordern kann.
Die Stornokosten für Reisen werden dabei von den einzelnen Reiseveranstaltern in gestaffelten Sätzen über ihre jeweiligen Allgemeinen Reisebedingungen (ARB) geregelt. Prinzipiell gilt dabei: Je kurzfristiger die Absage erfolgt, desto höher sind die Stornogebühren, die der Reiseveranstalter dem Kunden in Rechnung stellt. Für die exakte Höhe der Reiserücktrittsgebühren existieren weder generelle Pauschalsätze, noch gibt es einheitliche Regelungen.

In den meisten Fällen ist es natürlich möglich, dass der Kunde eine Ersatzperson benennen kann, die die Reise an seiner Stelle antritt. Dafür werden dann lediglich die Umbuchungsgebühren in Form einer Pauschale fällig.

Einzelfallentscheidung der Gerichte bei Streit um Stornogebühren

Regelmäßig werden die Gerichte angerufen, um über vermeintlich zu hohe Stornogebühren zu befinden. Wenn es zwischen Reisenden und Reiseveranstaltern zu Streitigkeiten darüber kommt, ob die vom Veranstalter berechneten Stornogebühren angemessen sind, gilt es dann meist Einzelfallentscheidungen zu treffen. Neben dem konkreten Grund der Stornierung sind zahlreiche Faktoren bei der Beweislage zu berücksichtigen. Dabei müssen Reiseveranstalter ebenso wie Vermieter von Ferienunterkünften belegen, welcher konkrete Schaden ihnen durch den Reiserücktritt des Vertragspartners entstanden ist.

Da dies regelmäßig zu umständlichen Verfahren führt, in denen unter anderem auch nachzuweisen ist, ob sich der Schaden durch den Weiterverkauf oder Weitervermietung der Reise bzw. der Unterkunft vermeiden bzw. in Grenzen halten ließ, regeln Reiseveranstalter die Stornobedingungen und die Höhe der Stornokosten in ihren Allgemeinen Reisebedingungen (ARB). Diese erkennt der Kunde bei der Reisebuchung mit seiner Unterschrift an.

Welche Höhe ist bei Stornokosten angemessen?

Im Allgemeinen bewegen sich Veranstalter im Rahmen der üblichen Rechtsprechung, wenn sie zwischen 20% des Reisepreises bei einer Stornierung bis zu 30 Tage vor Reisebeginn und 55% vom ursprünglichen Preis zwischen sechs und bis zu einen Tag vor Reisebeginn als Entschädigung beanspruchen. Je nach Art der Reise können die Sätze aber auch höher ausfallen. So besteht ein eklatanter Unterschied, ob es sich zum Beispiel um eine Pauschalreise, eine Kreuzfahrt oder spezielle Reisearrangements handelt. Um sich für den Fall der Zahlung von Stornokosten für eine gebuchte Reise abzusichern, lohnt sich der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung.

Die Reiserücktrittsversicherung: Vergleich lohnt sich

Eine Reiserücktrittsversicherung ist für jeden sinnvoll, der eine Reise bucht. Sie richtet sich nicht an einen bestimmten Personenkreis oder eine bestimmte Altersgruppe. Sie erstattet Urlaubern alle Reiserücktrittskosten, wenn diese eine gebuchte Reise aus gesundheitlichen oder anderweitigen Gründen nicht antreten können und stornieren müssen. Sie kann sowohl als Einmalpolice oder als Jahrespolice bei verschiedenen Versicherungen abgeschlossen werden.

Je nach Versicherer sind die Voraussetzungen für die Erstattung der Rücktrittskosten recht eng gefasst. Hier eine Übersicht einiger der akzeptierten Gründe:

  • Schwere Erkrankung oder Unfallverletzung des Reisenden
  • Impfunverträglichkeit
  • Schwangerschaft
  • Schaden am Eigentum durch Feuer, Explosion, Sturm, Blitzschlag, Hochwasser, Erdbeben oder eine vorsätzliche Straftat Dritter
  • Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber
  • Unerwartete Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses oder Wechsel des Arbeitsplatzes
  • Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung während der Schul-, Berufsschul- oder Hochschul-Ausbildung

Flug- und Bahntickets stornieren oder umbuchen

Für die Stornierung von Flugtickets ist neben der Fluggesellschaft oft die Art der Reise maßgeblich. Je nach Flugvariante unterscheiden sich die Gebühren für Linien-, Charter- oder Billigflieger. Während bei einigen Fluggesellschaften die Tickets einfach verfallen, wenn der Urlauber seinen Flug nicht antritt, bekommt man bei anderen Gesellschaften bis zum letzten Tag vor Reiseantritt den kompletten Ticketpreis zurück. Wiederum andere ermöglichen eine Umbuchung. Um sich hier Klarheit zu verschaffen, sollten Sie sich bei Ihrer Fluggesellschaft erkundigen, welche Regelungen hier gelten.

Ähnlich liegt der Fall bei Bahntickets. Hier hängt die Rückgabe des Tickets von der Art des Fahrscheins und von seinem Geltungstag ab. Wer ein Ticket zum Normalpreis oder mit Bahncard erworben hat, kann dieses vor dem ersten Geltungstag kostenlos umtauschen bzw. zurückgeben. Ab Geltungstag wird eine Gebühr von 15 Euro fällig. Sollten Sie einen anderen Fahrschein kaufen, zahlen Sie zusätzlich den Differenzbetrag zum Preis der neuen Fahrt.

Anders liegt der Fall bei Bahntickets zum Sparpreis. Diese können Sie bis zum ersten Geltungstag für 15 Euro stornieren, am Tag der Reise ist ein Umtausch allerdings ausgeschlossen. Generell gilt bei der Bahn, dass Tickets nicht einfach umgetauscht, sondern nur storniert werden können. Anschließend muss ein neues Ticket erworben werden, das allerdings meist teurer ist.